Aktion der „Frauen vor Ort“ Langenhorst
„Cleanladies“ putzen in St. Johannes Baptist

Ochtrup -

Die Kirchentür von St. Johannes Baptist ist geöffnet. Drinnen sind lebhafte Frauenstimmen zu hören. Die verkünden allerdings nicht das Evangelium, dafür aber die frohe Botschaft vom Hochglanz im Gotteshaus. An diesem Nachmittag ist nämlich „Kirche putzen gründlich“ angesagt. Drum sind die „Cleanladies“ mit Schrubber, Eimer, Putzlappen, Staubwedel und jeder Menge Energie angerückt.

Freitag, 28.04.2017, 06:04 Uhr

Fenster, Bänke, Geländer: Die „Cleanladies“ schwangen den Putzlappen.
Fenster, Bänke, Geländer: Die „Cleanladies“ schwangen den Putzlappen. Foto: Irmgard Tappe

„So eine Grundreinigung einmal jährlich ist einfach notwendig. Unseren ersten Einsatz in dieser Sache hatten wir nach der Kirchenrenovierung vor vier Jahren“, sagt Küsterin Maria Stegemann . Sie hatte die Putzaktion angeregt und elf Mitstreiterinnen aus den Reihen der „Frauen vor Ort“ mobilisiert. „Als ich von dieser Initiative hörte, war ich begeistert“, freut sich Rita Hoffstedde, hauptamtliche Reinigungskraft der Stiftskirche. „Innerhalb der dreieinhalb Wochenstunden, die mir fürs Kircheputzen zur Verfügung stehen, schaffe ich so eine Grundreinigung einfach nicht. Da muss ich nach Prioritäten putzen“, sagt sie. Beim ehrenamtlichen Großreinemachen mischt sie aber fleißig mit.

Kein halsbrecherisches Wagnis eingehen

Geputzt wird von oben nach unten. Brigitte Kuhlmann steckt den Staubwedel auf eine lange Teleskopstange und begibt sich auf Spinnwebenjagd im Gewölbe, während Maria Stegemann die unteren Fenster ins Visier nimmt. Was mit der Haushaltsleiter erreichbar ist, wird geputzt. Alles andere wäre ein halsbrecherisches Wagnis.

Bei der Arbeit.

Bei der Arbeit. Foto: Irmgard Tappe

Deshalb müssen die Fenster hinter dem Hochaltar und im oberen Bereich des Gebäudes auf eine Erfrischung verzichten. „Obwohl da auch mal eine Reinigung angebracht wäre. Ich denke da an den Kerzenruß, der nach oben steigt“, bemerkt Annette Korthues, während sie unter eine Kirchenbank kriecht und die Ritzen vom Staub befreit.

Die Bänke knüpfen sich die Frauen gründlich vor. Auch Pastoralreferentin Anja Mittrup ist mit an Bord des Kirchenschiffs. „Ich möchte es unterstützen, dass die Frauen hier ehrenamtlich aktiv sind. Das ist eine tolle Sache“, bemerkt Mittrup und wringt ihren Putzlappen aus. Ein paar Bänke weiter wischt Klothilde Schilling kräftig über das Holz. „Ich werde jetzt erst mal neues Wasser holen“, meint sie und zeigt auf die dunkle Brühe in ihrem Eimer. „Das Putzen lohnt sich. Und mit so vielen Frauen macht es sogar Spaß“, findet Erika Kleine Rüschkamp, die gerade vor einer Bank im hinteren Mittelschiff kniet und emsig die Holzfront poliert. Reinhild Rauße wienert derweil die Sitzflächen im vorderen Mittelschiff, und Gertrud Berning säubert die Sitzpolster reihum. Lile Teupen indes hat sich die Orgelempore vorgeknüpft, wo sie das holzgeschnitzte Gelände zum Glänzen bringt.

Bodenfliesen machen viel Arbeit

Nach zwei Stunden haben die Frauen eine Pause mit Kaffee und belegten Brötchen

Bei der Arbeit.

Bei der Arbeit. Foto: Irmgard Tappe

verdient. Zeit zum Plaudern inbegriffen. Und Zeit zum Fachsimpeln über die Bodenfliesen aus Naturstein. „Zugegeben. Zum Stil dieser Kirche passen die sehr gut. Aber über die komplizierte Pflege haben sich die Entscheidungsträger wohl keinerlei Gedanken gemacht“, finden die Frauen. Rita Hoffstedde kann das nur bestätigen. „Einfach drüberwischen geht nicht. Man muss den Schmutz sorgfältig herauswaschen“, sagt sie.

Frisch gestärkt und mit vereinten Kräften machen sich die Frauen nun erneut an die Arbeit. Zum Schluss der vierstündigen Putzaktion sind die leidigen Bodenfliesen aus Naturstein an der Reihe. Dabei fließen sogar Schweißperlen. „Das ist ja die reinste Quälerei. Aber mit vereinten Kräften schafft man so einiges“, stellen die Frauen fest.

Putzaktion im Dormitorium.

Putzaktion im Dormitorium. Foto: Irmgard Tappe

„Erst wenn man bei so einer Aktion mitmacht, weiß man, wie viel Arbeit dahintersteckt“, bemerkt Annette Korthues. Sie und Brigitte Kuhlmann sind allerdings noch im Putztraining. Zwei Tage zuvor hatten sie mit dem Orga-Team des Kulturnachmittags am Sonntag (siehe Nachricht links) Vollgas gegeben und das Dormitorium auf Hochglanz gebracht.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4793330?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F4852050%2F4894343%2F
Nachrichten-Ticker