Diamantener Meisterbrief für Josef Wieling
Viel Einsatz für die Ausbildung

Ochtrup -

60 Jahre ist es her, dass Josef Wieling seine Prüfung zum Tischlermeister abgelegt hat. Jetzt erhielt der mittlerweile 86-jährige Ochtruper seinen Diamantenen Meisterbrief.

Mittwoch, 03.05.2017, 07:05 Uhr

Obermeister Norbert Niermann (l.) überreichte den Diamantenen Meisterbrief an Josef Wieling (2.v.l.). Zu den Gratulanten gehörten Kreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink (r.), Ehefrau Elisabeth Wieling und Hauptgeschäftsführer Frank Tischner.
Obermeister Norbert Niermann (l.) überreichte den Diamantenen Meisterbrief an Josef Wieling (2.v.l.). Zu den Gratulanten gehörten Kreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink (r.), Ehefrau Elisabeth Wieling und Hauptgeschäftsführer Frank Tischner. Foto: Vera Konermann

Als Josef Wieling seine Meisterprüfung ablegte, war Deutschland gerade mitten im Wirtschaftswunder. Sechs Jahrzehnte ist es her, dass der heute 86-jährige Ochtruper seine Prüfung zum Tischlermeister an der Handwerkskammer Münster bestand und damit den Gesellenstatus für immer hinter sich ließ. Nun nahm Josef Wieling den Diamantenen Meisterbrief in Empfang. Vertreter der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf und der Tischler-Innung Steinfurt überreichten das schmucke Dokument und überbrachten ihre Glückwünsche. „Trotz allen Wandels auch in seiner Branche – Josef Wieling ist seinem Handwerk immer eng verbunden geblieben“, heißt es in einer Pressemitteilung über den Jubilar.

Nach der Schulzeit absolvierte Josef Wieling seine Ausbildung zum Tischler im Betrieb Woltermann in Ochtrup. „Das war mein Mentor“, sagt er heute über seinen einstigen Chef und Ausbilder. Es folgten Gesellenjahre bei der Firma Bisping in Münster und weitere Stationen. 1963 wagte Josef Wieling den Schritt in die Selbstständigkeit.

„Zuerst hatte ich den Betrieb Woltermann gepachtet“, erzählt er. 1967 errichtete er Werkstatt und Wohnhaus am heutigen Standort am Bökerhook in Ochtrup. Unterstützt von Ehefrau Elisabeth widmete sich Josef Wieling der Entwicklung seines Betriebes. Als in den 1970er-Jahren die Kommunen im großen Stil Turnhallen bauen ließen, verwirklichte sein Unternehmen deutschlandweit den Bau von Turnhallen-Decken. 1969 ließ Josef Wieling auch seine Qualifikation im Parkettlegerhandwerk in die Handwerksrolle eintragen. Die schicken Holzböden hatten damals Hochkonjunktur. „In Spitzenzeiten hatten wir 22 Leute“, schaut der Jubilar zurück. Insgesamt 37 Lehrlinge bildete er im Laufes seines Berufslebens aus. Im Jahr 2003 gab Josef Wieling die Verantwortung für das Unternehmen an seinen Sohn Stefan weiter.

„Neben Ihrer Zeit im Betrieb haben Sie sich auch in der Tischler-Innung Steinfurt ehrenamtlich engagiert“, lobte Kreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink den Jubilar. Von 1998 bis 2003 arbeitete Josef Wieling als Mitglied des Rechnungs- und Kassenprüfungsausschusses mit. Für die Parkettleger engagierte er sich neun Jahre als Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses.

Frank Tischner , Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, betonte, dass es gerade der ehrenamtliche Einsatz der Unternehmer in den Innungen sei, der den Erfolg des dualen Ausbildungssystems in Deutschland gewährleiste. „Die Innungen übernehmen als eigene Körperschaft hoheitliche Aufgaben, zum Beispiel in den Tarifverhandlungen, ganz besonders aber im Ausbildungswesen“, lobte Frank Tischner. Er würdigte den Einsatz, den Josef Wieling und die Menschen seiner Generation für die Wirtschaft geleistet haben.

Mit Blumen bedankte sich Frank Tischner bei Elisabeth Wieling, die ihren Mann in all den Jahren tatkräftig unterstützte. „Ohne Ehefrau geht das nicht“, bekannte auch der Jubilar. Den Diamantenen Meisterbrief überreichte schließlich Norbert Niermann, Obermeister der Tischler-Innung Steinfurt.

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Deler Saber ist Kurde und Deutscher Staatsbürger und hat früher in Bagdad gelebt und studiert. Vor über 20 Jahren kam er nach Deutschland, seit 2000 lebt er in Münster. Die Stadt, sagt er, sei zu seiner Heimat geworden, die er nicht mehr verlassen will.
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