Wahlergebnis
Örtliche Fraktionsvorsitzende äußern sich zur NRW-Wahl

Ochtrup -

Die einen freuen sich, die anderen sind enttäuscht: Die Vorsitzenden der örtlichen Fraktionen äußerten sich zum Ausgang der Landtagswahl in NRW. Sie schreiben dem Thema Bildung für das Ergebnis eine wichtige Rolle zu.

Dienstag, 16.05.2017, 06:05 Uhr

Stimmabgabe am Sonntag in der Vechtehalle in Langenhorst. 68,1 Prozent aller wahlberechtigten Töpferstadter nutzten ihre Chance.
Stimmabgabe am Sonntag in der Vechtehalle in Langenhorst. 68,1 Prozent aller wahlberechtigten Töpferstadter nutzten ihre Chance. Foto: Anne Spill

Ein sattes Plus für die CDU auf Landesebene – und auch in Ochtrup sind die Christdemokraten in der Gunst der Wähler gestiegen. Klar, dass der Ortsverband mit dem Ergebnis der NRW-Wahl gut zufrieden ist: „Das ist sogar mehr, als ich erwartet hatte“, gab der Fraktionsvorsitzende Hajo Steffers im Gespräch mit unserer Zeitung zu. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Sozialdemokraten habe er nach den Prognosen in den Tagen vor der Wahl zwar erhofft. „Aber dass wir so deutlich dazugewinnen und vor der SPD liegen, damit habe ich nicht gerechnet“, freute sich Steffers. Eine schwarz-gelbe Koalition halte er für den richtigen Weg – auch mit nur knapper Mehrheit. Das sei eine Frage der Disziplin: „Dann müssen sich die Fraktionen am Riemen reißen.“

Von einer „Wiedergeburt der FDP“ sprach am Montag Hermann Holtmann , der Fraktionsvorsitzende der Liberalen in Ochtrup. Als treibende Kraft lobte er den Spitzenkandidaten Christian Lindner – er habe den Neuanfang „mit viel Durchhaltevermögen umgesetzt, das hat funktioniert“. Gespannt sei er, so Holtmann, „wie man jetzt das Thema Schule angeht“. Im Bereich Bildung sei „einiger Nachholbedarf“.

Alles andere als glücklich mit dem Wahlausgang war – naturgemäß – Vincent ten Voorde als Fraktionsvorsitzender der örtlichen SPD. „Das ist nicht schön“, befand der Kommunalpolitiker mit Blick auf das schlechte Abschneiden seiner Partei – und hatte auch eine Vermutung, woran es gelegen haben könnte: „Rot-Grün ist abgewählt worden, weil die Regierenden die große Unzufriedenheit der Bevölkerung bei wichtigen Themen nicht erkannt haben – Bildung und Straßenbau zum Beispiel.“ Außerdem sei es der SPD nicht gelungen, ihre Ziele zu vermitteln. „Wir haben nicht deutlich machen können, warum wir wiedergewählt werden sollen“, sagte ten Voorde. „Mir fehlten im Wahlkampf die Zukunftsvisionen.“ Die CDU dagegen habe das „gut gemacht“, zollte er Respekt. Er sei nun gespannt, sagte der Fraktionsvorsitzende, wie sich die SPD in Düsseldorf neu formiere. „Ich hoffe auf ein besseres Abschneiden bei der nächsten Landtagswahl.“

„Nichts beschönigen“ wollte auch Franz Scheipers, Fraktionsvorsitzender der örtlichen Grünen, im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir haben verloren“, stellte er fest. Offenbar habe die Partei mit ihren politischen Anstrengungen „nicht zum Bürger durchdringen“ können. „Dafür haben wir jetzt die Quittung bekommen.“ Er hoffe, die Grünen seien künftig mehr am „Puls der Zeit“.

Eine Meinung zum – deutlichen – Ausgang des Wahlgeschehens haben auch die Freien Wähler Ochtrup: „Ein ‚Weiter so‘ hatte sich aber auch verboten“, sagte Fraktionsvorsitzende Claudia Fremann. Die CDU sei nun in der Pflicht zu zeigen, dass sie es besser könne. Schnelle Entscheidungen erhofft sich Fremann zum Beispiel mit Blick auf die Schulpolitik – ein Thema, weswegen die rot-grüne Regierung aus ihrer Sicht auch abgewählt wurde.

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