Kochkursus der KAB
Neue Ideen fürs königliche Gemüse

Ochtrup -

„Den Klassiker kennt ja jeder“, findet Renate Bering – und hat für die Teilnehmer des KAB-Kochkurses eher abenteuerliche Spargelrezepte mitgebracht. Das königliche Gemüse gibt es bei ihr zum Beispiel im Eintopf, in der Quiche oder im Tiramisu.

Mittwoch, 17.05.2017, 06:05 Uhr

Renate Bering (l.) erklärt – und die Kursteilnehmerinnen lauschen aufmerksam, um ihre Tipps rund um die Zubereitung des feinen Gemüses gleich in die Tat umzusetzen.
Renate Bering (l.) erklärt – und die Kursteilnehmerinnen lauschen aufmerksam, um ihre Tipps rund um die Zubereitung des feinen Gemüses gleich in die Tat umzusetzen. Foto: Sabine Sitte

Das königliche Gemüse ist recht eigen: Der beliebte Spargel wird nur für einige Wochen im Frühjahr geerntet und angeboten – und auch wegen seines exklusiven Geschmacks und der kalorienarmen Nährwerte ist er ein Muss für alle Feinschmecker. Dass Spargel nicht nur gekocht zur Sauce Hollandaise und frischen Kartoffeln gereicht werden muss, hat der alljährliche Kochkursus der KAB nun mit recht abenteuerlichen Rezeptvorschlägen bewiesen.

Tipp fürs Spargelschälen

Spargel zu schälen ist eine leichte Übung, könnte frau meinen. Doch Renate Bering hat immer noch einen besseren Tipp parat. „Die Stange beim Schälen nicht in der Hand halten“, rät die Hauswirtschaftsmeisterin und zeigt es vor: „Da können die Stangen leicht brechen. Am besten auf ein Brett legen und dann schälen.“

Insgesamt elf Rezepte hat Kursleiterin Bering für die Teilnehmerinnen vorbereitet. Beinahe alles beinhaltet Spargel als Kochkomponente: im Auflauf, im Eintopf, in der Quiche oder im Salat. Alles, nur nicht pur gekocht, denn „den Klassiker kennt ja jeder“. Zwei der Rezepte sind als Nachtisch vorgesehen: ein aufwendiges Tiramisu mit frischen Erdbeeren und der schnelle Mandelkuchen.

Teilnehmerinnen sind Wiederholungstäterinnen

Zwölf Frauen haben sich zum heutigen Kursangebot der KAB angemeldet, die meisten sind Wiederholungstäterinnen und gut vorbereitet mit praktischen Schürzen im Gepäck. Zu Hause würde immer ohne Schürze gekocht, lachen die Damen. Aber hier? Die Küche der Pestalozzi-Schule muss wie in jedem Jahr neu erobert werden. Wo sind die Schüsseln, die Töpfe, die Rührgeräte?

Der traditionelle Kochkursus der KAB findet sonst immer im Februar statt.

Fleißig wird in Töpfen gerührt.

Fleißig wird in Töpfen gerührt. Foto: Sabine Sitte

Doch „diesmal war der Wunsch nach irgendwas mit Spargel sehr präsent“, weiß Renate Bering. „Da kommt halt nur der Mai in Frage.“ Werben muss die KAB längst nicht mehr, um den Kursus zu belegen. „Wir sind ruckzuck ausgebucht“, weiß Elke Roters-Kinz, als Verantwortliche für die Ochtruper Frauen im Verein unterwegs. Die Teilnahme ist bis auf die Umlage für die Zutaten gebührenfrei.

Nach einer ausführlichen Einweisung zu jedem Rezept und einem Zeitbudget von knapp zwei Stunden gilt das Kommando: „Hände waschen! Anfangen!“ Die Frauen suchen ihre Zutaten zusammen. Für jedes Rezept meldet sich mindestens ein Zweierteam. In Windeseile werden Erdbeeren geschnitten, Zwiebeln und Kartoffeln geschält, Teig gerollt und eben auch Spargel frisch zubereitet.

Fluffige Panade

Rita Engelhardt und Marion Hoppe haben sich für das Rezept für den Ofenspargel entschieden und müssen nun zwei Kilo frischen Spargel schälen – plus die Hähnchenschnitzel in einer knusprigen Panade aus Paniermehl und Cornflakes brutzeln. Das Fleisch vorab in Mehl wälzen? „Ja, unbedingt“, rät Renate Bering. „Das macht die Panade schön fluffig.“

Viele der praktischen Ratschläge finden den Weg in die heimischen Kochbücher: So auch das heutige Rezept für die kaloriensparende leichte Frühlingssauce statt der üblichen Sauce Hollandaise. Zwiebeln, Gemüsebrühe, Spargelwasser, Frischkäse und ein Schuss Weißwein bilden die leckere Basis und werden mit Gewürzen abgeschmeckt.

Für die Frauen ist der Kochkursus eine schöne Gelegenheit für nette Gespräche und neue Rezepte. „Manches davon kocht man dann auch mal zu Hause nach“, sagt Rita Engelhardt. Ob Finger Food oder Eintöpfe – sei zehn Jahren bemüht sich Renate Bering um Aktualität. „Aber ab und an gehen Rezepte zum Kochkurs auch mal schief“, erinnern sich die Damen kichernd. „Weißt du noch…?“

Ein kulinarisches Eldorado

Doch heute ist damit nicht zu rechnen. Aromatische Düfte kriechen in hungrige Nasen und die Schüssel mit den Mandelkuchenteigresten wird hemmungslos ausgeschleckt. Renate Bering eilt geschäftig von Kochstelle zu Kochstelle, gibt Tipps, rührt in blubbernden Soßen und schmeckt ab: „Perfekte Konsistenz“, befindet sie oder: „Es fehlt noch etwas Salz!“

Nach zwei Stunden steht ein kulinarisches Eldorado auf den Tischen und flackernde Teelichter erhellen das Szenario. Für die Frauen beginnt nun der schönste Teil des Abends: das Schlemmen und Schwatzen. Der gekühlte Weißwein schmeckt hervorragend zu den deftigen Spargelgerichten wie zum verführerischen Dessert. Der Fazit des Abends: Guten Appetit – und im nächsten Jahr gerne wieder.

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