Einbruch im Gästehaus Chalet
Diebe hinterlassen Chaos

Ochtrup -

Im Gästehaus „Chalet“ wurde eingebrochen. Der Schock bei Gastronomin Petra Kortmann sitzt tief. Denn die Einbrecher ließen Restaurant und Hotelzimmer links liegen und nahmen sich – so kommt es ihr vor – gezielt die Privatwohnung der 62-Jährigen vor.

Samstag, 03.06.2017, 06:06 Uhr

Das Gästehaus Chalet war am vergangenen Wochenende das Ziel von Einbrechern. Gastronomin Petra Kortmann ist fassungslos. Die große Eingangstür wurde aufgehebelt.
Das Gästehaus Chalet war am vergangenen Wochenende das Ziel von Einbrechern. Gastronomin Petra Kortmann ist fassungslos. Die große Eingangstür wurde aufgehebelt. Foto: Anne Steven

Der Schock sitzt tief bei Petra Kortmann . Die Gastronomin betreibt in Ochtrup das Gästehaus „Chalet“ und hat – so kann man das wohl sagen – derzeit eine Pechsträhne: Erst wurde das Fahrrad ihres Lebensgefährten von einem Auto demoliert, dann musste ihre Hündin eingeschläfert werden, und als sie sich dann über Christi Himmelfahrt zwei Tage Urlaub gönnte, erreichte sie am Samstagnachmittag der Anruf einer Mitarbeiterin, die ihr mitteilte, im Gästehaus habe es einen Einbruch gegeben.

Kortmann selbst kann den Tatzeitraum relativ gut eingrenzen. Die Einbrecher müssen zwischen Freitag, 22 Uhr, und Samstagnachmittag am Werk gewesen sein. Über die vordere Eingangstür gelangten sie in das Haus. Aktuell sichert nun eine Baustellentür den Eingang zu Hotel und Restaurant. „Die alte Tür wurde wahrscheinlich mit einem Brecheisen aufgehebelt“, vermutet die 62-Jährige. Vorne an der Rezeption wurde alles durchwühlt. Doch das Restaurant im Erdgeschoss und auch die Hotelzimmer im ersten Stock des Hauses ließen die Einbrecher links liegen. Gezielt, so kommt es Petra Kortmann zumindest vor, stiegen sie hinauf ins Dachgeschoss und brachen dort die Zugangstür zur Privatwohnung der Gastronomin auf.

Eine Baustellentür sichert nun vorrübergehend den Eingangsbereich von Hotel und Restaurant.

Eine Baustellentür sichert nun vorrübergehend den Eingangsbereich von Hotel und Restaurant. Foto: Anne Steven

Und auch dort wüteten die Einbrecher ungehemmt. Sämtliche Schränke, Schubladen und Kommoden wurden auf den Boden geworfen und offenbar auf Wertgegenstände untersucht. Sogar im Bad liegt nichts mehr an seinem Platz. Im Ankleidezimmer herrscht ebenfalls Chaos. „Da hat kein Schuhkarton mehr einen Deckel“, ist Petra Kortmann fassungslos. Alles, was die 62-Jährige an Schmuck und Bargeld in ihrer Wohnung aufbewahrt hatte, ist weg.

Die Eingangstür zum „Chalet“ wurde aufgebrochen.

Die Eingangstür zum „Chalet“ wurde aufgebrochen. Foto: Petra Kortmann

Doch viel schlimmer als der entstandene Sachschaden ist das furchtbare Gefühl, das der Einbruch bei ihr hinterlassen hat. „Die Emotionen stehen Kopf“, sagt die Gastronomin. Sie habe schon viel erlebt, seit sie das Gästehaus betreibe, doch nie seien ihr die Ereignisse persönlich so nah gekommen. „Dieser Einbruch ist das erste Mal, dass ich privat betroffen bin“, sagt Petra Kortmann. „Wenn man in dem Chaos steht, hat man das Gefühl, hinter der nächsten Ecke wartet schon wieder ein Einbrecher“, beschreibt sie ihre Empfindungen.

„Ein Wohnungseinbruch berührt die Betroffenen sehr. Das rüttelt am Sicherheitsgefühl der Bürger“, weiß der Pressesprecher der Polizeibehörde im Kreis Steinfurt, Rainer Schöttler . Auch deshalb nehme die Polizei die Ermittlungen zu solchen Fällen sehr ernst und investiere viel Zeit in die Spurensuche. Zum Einbruch im „Chalet“ gebe es bisher keine Hinweise auf den oder die Täter. Schöttler rät Einbruchsopfern, das

Auch die Tür zur Privatwohnung von Petra Kortmann hebelten die Einbrecher auf.

Auch die Tür zur Privatwohnung von Petra Kortmann hebelten die Einbrecher auf. Foto: Petra Kortmann

Beratungsangebot der Polizei in Anspruch zu nehmen. „Einbrecher wollen immer leicht ins Haus kommen. Eine gute mechanische Sicherung hilft da schon weiter“, empfiehlt der Polizist. Im Zuge der Beratung würden Hauseigentümer auf mögliche Schwachstellen an ihrem Haus hingewiesen. „Da ist oftmals noch Potenzial“, weiß Schöttler aus Erfahrung.

Petra Kortmann will, bis ein Gutachter der Versicherung den Schaden vor Ort aufgenommen hat, nicht in ihre Wohnung. Sie schläft in einem der Hotelzimmer. Gemeinsam mit einer Freundin will sie sich dann dem Chaos stellen. „Alleine schafft man das gar nicht“, sagt sie. Jetzt den Kopf in den Sand stecken, will sie aber auf gar keinen Fall. Eigentlich wollte die 62-Jährige das Gästehaus in absehbarer Zeit verkaufen. Doch das hat sich nun geändert. „Ich hänge einfach zu sehr an dem Haus und mache deshalb wie gewohnt weiter“, stellt Petra Kortmann klar. Denn unterkriegen lassen will sie sich nicht.

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