Baustelle Lambertikirchplatz
Alte Fundamente sollen mit Sandstein-Band sichtbar werden

Ochtrup -

Die alten Fundamente des Vorgängerbaus der Lambertikirche sollen in der Pflasterung rund um das Gotteshaus sichtbar gemacht werden, Darin war sich der Rat der Stadt Ochtrup am Donnerstagabend – mit Ausnahme einiger CDU-Mitglieder – einig. Nachdem bereits der Bauausschuss über dieses Thema debattiert hatte (wir berichteten), ging es nun darum, welches Material verwendet werden soll.

Freitag, 02.06.2017, 17:06 Uhr

Die Fundamente des Vorgängerbaus der Lambertikirche sollen im Pflaster sichtbar gemacht werden.
Die Fundamente des Vorgängerbaus der Lambertikirche sollen im Pflaster sichtbar gemacht werden. Foto: Anne Steven

Die Verwaltung hatte ursprünglich vorgeschlagen, die Pflasterung des Lambertikirchplatzes entlang des Verlaufs der alten Fundamente aufzufräsen und ein Band aus Bronze einzulassen. Kosten für Material und Einbau: 27 000 Euro. Eine von Martin Kippelt (FDP) im Bauausschuss angeregte Variante mit Klinker schlüge mit circa 12 500 Euro zu Buche. Der Vorschlag von Bauamtsleiterin Karin Korten , die alten Fundamente mit einem Band aus Sandstein darzustellen – immerhin ist auch die heutige Lambertikirche aus diesem Material gebaut – würde etwa 15 500 Euro kosten.

Auf Nachrage der Verwaltung bezüglich einer finanziellen Beteiligung der Kirchengemeinde St. Lambertus habe Pfarrer Stefan Hörstrup wenig begeistert reagiert, berichtete Karin Korten. Ob die alten Fundamente künftig auch in der heutigen Lambertikirche sichtbar gemacht werden könnten, darüber müsse Hörstrup zunächst mit dem Kirchenvorstand und dem Bistum Rücksprache halten.

„Wir stehen nach wie vor dafür, Geschichte sichtbar zu machen. Sandstein ist das richtige Material“, bekräftigte Claudia Freemann in der Ratssitzung noch einmal den Standpunkt der FWO. Auch Petra Scheipers sprach sich im Namen der SPD für die Standstein-Variante aus. „Man sollte sich überlegen, die Arbeiten von der jetzt ausführenden Firma machen zu lassen“, ergänzte Matthias Dankbar (SPD) mit Blick auf Gewährleistungsansprüche.

Wer sich erneut vehement gegen eine Sichtbarmachung der Fundamente wehrte, war die CDU-Fraktion. Besagte Fundamente stammten vermutlich aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Sie waren im Zuge der Bauarbeiten rund um die Lambertikirche vor etwa einem Jahr freigelegt worden. Dies sei in den vergangenen Jahrhunderten sicherlich bereits häufiger geschehen, meinte Hajo Steffers. „Niemand hat aber bis heute das Bedürfnis gehabt, die Fundamente sichtbar zu machen“, gab der CDU-Fraktionsvorsitzende zu bedenken. Dem entgegnete Claudia Freemann, dass früher oftmals einfach das Bewusstsein für solch historische Artefakte gefehlt habe.

Hermann Schwartbeck ( CDU ) störten vor allem die „hohen Kosten“. „Eine Stele reicht völlig aus. Ich sehe da keinen Mehrwert“, sagte der CDU-Mann und beantragte in dieser Sache eine namentliche Abstimmung. Die fiel dann recht deutlich aus: 22 Ratsmitglieder stimmten für eine Sichtbarmachung der Fundamente mit einem Band aus Sandstein. Die acht Gegenstimmen kamen aus den Reihen der Christdemokraten.

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