Aktion im Lutherjahr
Luther-Figur macht Station am Pottbäckerplatz

Ochtrup -

Es ist ein sonnig-warmer Samstagmorgen, als die Martin-Luther-Statue ihren vertrauten Platz vor der evangelischen Kirche verlässt, um für ein paar Stunden auf dem Pottbäckerplatz zu verweilen. Der kleine Pfingstausflug des Reformators ist eine gemeinsame Initiative der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden anlässlich des Lutherjahrs.

Dienstag, 06.06.2017, 06:06 Uhr

Ihre persönlichen Ideen, wie Kirche aussehen soll, brachten Passanten zu Papier.
Ihre persönlichen Ideen, wie Kirche aussehen soll, brachten Passanten zu Papier. Foto: Irmgard Tappe

„Wir möchten mit dieser Aktion hinausgehen zu den Menschen, um sie auf ihr Verhältnis zur Kirche anzusprechen“, beschreibt Pfarrerin Imke Philipps das ökumenische Anliegen.

Zu Luthers Füßen sind einige seiner Zitate ausgebreitet. „Wenn Gott keinen Spaß verstünde, möchte ich nicht im Himmel sein“, ist eine der Formulierungen aus seinem Mund. Ein junger Mann beugt sich gerade über ein größeres Transparent mit acht unterschiedlichen Aussagen. „Welche dieser Redewendungen würden Sie mit Luther verbinden?“, lautet die Aufgabe, die es zu lösen gilt. „Du sollst deinen Geist nicht durch Bier verwirren lassen“, heißt es zum Beispiel im ersten Satz. „Das hat Luther bestimmt nie gesagt“, meint der Mann, und Pfarrer Stefan Hörstrup bekennt schmunzelnd, dass diese Aussage von ihm stamme. „Perlen vor die Säue werfen“, indes ist ein echtes Luther-Zitat. Eine ältere Dame ist entrüstet angesichts der Wortwahl. „Also dieser Luther“, bemerkt sie, „das hätte mein Mann nicht werden können. Allein schon wegen seiner groben Sprache.“

Es herrscht eine fröhlich-lockere Atmosphäre rund um Luthers Statue. Geistliche beider Konfessionen sowie Vertreter des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Ochtrup/Metelen und Mitglieder des Pfarreirates von St. Lambertus suchen das Gespräch mit den Passanten, reden mit ihnen über Kirche, Glauben und andere Dinge. Einige Jugendliche verteilen Postkarten mit Luther-Texten. „Das sind unsere Konfirmanden. Die haben heute schon etliche Leute an unseren Stand geholt“, freut sich Imke Philipps über das Engagement der jungen Leute.

Weltfrieden und keine Langeweile

Auch wenn es nicht die großen Massen sind, die an diesem Samstagmorgen Ochtrups Fußgängerzone passieren, kommen doch einige angeregte Gespräche zustande. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie sich die Leute ihre Kirche vorstellen. Wer möchte, kann seinen „Traum von Kirche“ schriftlich formulieren und dem Reformator ans Gewand heften. Von dieser Gelegenheit machen viele Gebrauch. „Keine langweilige Stimmung und etwas modernere Gottesdienstgestaltung, damit auch Jugendliche Spaß in der Kirche haben“, lautet zum Beispiel ein Vorschlag. An anderer Stelle heißt es: „Dass die Kirche den Weltfrieden wieder herstellt.“ Der Favorit aber ist der Wunsch nach Einigkeit der katholischen und evangelischen Kirche. „Viele dieser Anregungen haben wir bereits in unseren lokalen Pastoralplan einfließen lassen, stellt Pastor Hörstrup erfreut fest.

„Wir haben heute recht viele positive Impulse bekommen“, zieht Imke Philipps am Ende des Luther-Ausfluges ein zufriedenes Fazit. In den Gesprächen mit den Ochtrupern sei mehrfach der Vorschlag gemacht worden, öfter mal einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern, berichtet die Pastorin. Michael Tombült vom Pfarreirat St. Lambertus ist der Meinung, dass die gemeinsamen Aktionen während des Lutherjahres beiden Konfessionen Denkanstöße gegeben haben. „Und darauf sollte man weiter aufbauen“, findet er.

Luther-Figur am Pottbäckerplatz

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  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
  • Die Kirchengemeinden luden dazu ein, über persönliche Vorstellungen von Kirche zu sprechen. Foto: Irmgard Tappe
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