Kooperation von DRK-Kita Gausebrink und FC Lau-Breche
Erzieher und Übungsleiter wollen mehr Bewegung in den Alltag von Kindern bringen

ochtrup -

Den natürlichen Bewegungsdrang von Kindern fördern, dass haben sich die DRK-Kita Gausebrink und der FC Lau-Brechte auf ihre Fahnen geschrieben. Erzieher und Übungsleiter lassen sich deshalb zu Bewegungshelfern ausbilden.

Mittwoch, 05.07.2017, 06:07 Uhr

Die Förderung von Bewegung im Alltag von Kindern stand bei einer Fortbildung von Erziehern der DRK-Kita und Übungsleiterin des FC Lau-Brechte im Mittelpunkt. Der Kindergraten und der Verein peilen eine Zertifizierung durch den Kreissportbund an.
Die Förderung von Bewegung im Alltag von Kindern stand bei einer Fortbildung von Erziehern der DRK-Kita und Übungsleiterin des FC Lau-Brechte im Mittelpunkt. Der Kindergraten und der Verein peilen eine Zertifizierung durch den Kreissportbund an. Foto: Anne Steven

Kinder haben von Natur aus einen Bewegungsdrang. Anders als Erwachsene, die oftmals lieber auf dem Sofa hocken, wollen Kinder laufen, rennen, toben und spielen. Die Erzieherinnen der DRK-Kita Gausebrink und die Übungsleiter des FC Lau-Brechte, die an diesem Morgen durch einen Raum des Kindergartens toben, erwecken diesen Eindruck jedoch überhaupt nicht. Gemeinsam mit Martina Rathmann vom Kreissportbund wollen sie ihr Wissen im bewegungspädagogischen Bereich aufstocken. Das Ziel: Bewegte Familien für bewegte Kinder.

Der Kreis Steinfurt, der Kreissportbund Steinfurt und der Landessportbund Nordrhein-Westfalen zeichnen bereits seit geraumer Zeit Kindergärten und Sportvereine im Kreisgebiet für ihr Engagement in Sachen Bewegung aus. Zudem unterstützen Referenten die Verantwortlichen vor Ort in Schulungen und Weiterbildungen.

„Dabei ist uns das Eigenerleben der Teilnehmer wichtig“, betont Martina Rathmann. Und so nimmt sie Erzieherinnen und Übungsleiter an diesem Morgen mit auf eine Reise zum Mond. Im Sternschnuppenspiel empfinden die Teilnehmer das Starten der Rakete nach, fliegen mit den Astronauten durchs All und begeben sich schließlich auf Sternschnuppenjagd. Neben der Bewegung kommen dabei auch die Sprache (Sing- und Klatschspiele) nicht zu kurz. Außerdem sollen die Kinder neue Materialerfahrungen sammeln. Aus Luftballons, an die fluffige Tücher geknotet wurden, werden so ganz leicht wunderschöne Sternschnuppen, die man hervorragend durch den Raum segeln lassen kann. Danach kommt eine dünne Malerfolie zum Einsatz. Im Kreis aufgestellt lassen die Teilnehmer nun die Sternschnuppen-Luftballons auf der hauchzarten Oberfläche tanzen. „Die Kinder müssen ganz vorsichtig mit der Folie sein, weil sie leicht reißt“, erinnert die Referentin ihre Teilnehmer. So würde ganz nebenbei auch die Motorik geschult. Die Erzieherinnen und Übungsleiterinnen lassen sich auf das Spiel ein und kommen nach ausgelassenem Spiel unter der sich langsam auf und ab bewegenden Folie auch wieder zur Ruhe. „Das ist total entspannend“, meint eine der Erzieherinnen und schaut verträumt den Luftballons nach.

Sie alle kennen natürlich Hunderte dieser Bewegungsspiele, doch es sei immer gut, neue Ideen für den eigenen Methodenkoffer zu sammeln. „Als es vor Kurzem so heiß war, haben wir etwas Tolles gemacht“, erzählt Kita-Leiterin Renate Schier von ersten Umsetzungen im Alltag. Im Freien unter einem großen Sonnensegel lagen verschiedenen Tücher für die Kinder aus. Zur Musik von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ schwangen die Mädchen und Jungen – und auch die Erzieherinnen – die Tücher begeistert im Takt. „So war es trotz der Hitze ein bewegungsreicher Vormittag“, fasst Schier zusammen.

Spielerisch sollen Kinder an Bewegung herangeführt. Die Erzieherinnen (hier Kita-Leiterin Renate Schier“) probierten die neuen Spielideen dabei selbst aus.

Spielerisch sollen Kinder an Bewegung herangeführt. Die Erzieherinnen (hier Kita-Leiterin Renate Schier“) probierten die neuen Spielideen dabei selbst aus. Foto: Anne Steven

Sie hat festgestellt, dass bei vielen Kindern der natürliche Bewegungsdrang einfach nicht ausreichend gefördert werde. Als Beispiel nennt die Erzieherin Straßenspiele. Früher habe jedes Kind mit Gleichaltrigen draußen gespielt. Doch mit dem zunehmenden Autoverkehr wurden die Spielflächen für Kinder immer kleiner. „Die Kinderwelt ist nicht mehr Bewegungswelt“, betont sie. Sie und ihre Kollegen beobachteten nicht selten, dass Kinder sich etwa im Wald kaum mehr bewegen könnten. „Deshalb ist es so wichtig, die Eltern mitzuziehen“, stellt Schier klar. Und genau aus diesem Grund sei die Kooperation mit dem FC Lau-Brechte so wichtig.

„Wir müssen die Kinder so früh wie möglich an die Bewegung kriegen“, appelliert dessen Vorsitzender Markus Bender. Gerade am Nachmittag blieben die sportlichen Aktivitäten, bedingt durch OGS und lange Schultage, für den Nachwuchs oftmals auf der Strecke. „Wenn die Kinder nicht zu uns kommen, kommen wir zu den Kindern“, macht Bender deutlich, dass sein Verein sich einbringen möchte. Viele Ideen hat er bereits im Kopf. Ein Angebot, das er sich gut auch für Ochtrup vorstellen könne, sei beispielsweise das Sporteln für Familien in den Wintermonaten. Eine weitere Idee: Der Verein bringt sich in den Kitas, aber auch im Sportunterricht der Grundschulen ein.

In diesem Zusammenhang kommt für den Verein auch die Hauptamtlichkeit aufs Tapet. Denn allein mit Ehrenamtlichen seien die Aufgaben kaum mehr zu bewältigen, betont Bender. Ein erster Schritt sind da beispielsweise Möglichkeiten, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einem Sportverein zu absolvieren. Der Kreissportbund fungiert dabei als Koordinierungsstelle.

Bewegung macht Spaß! Die Teilnehmerinnen einer Fortbildung des Kreissportbundes mit Referentin Martina Rathmann (2.v.r.) könne das nur bestätigen.

Bewegung macht Spaß! Die Teilnehmerinnen einer Fortbildung des Kreissportbundes mit Referentin Martina Rathmann (2.v.r.) könne das nur bestätigen.

Zum Thema

Am 23. September (Samstag) erhalten der FC Lau-Brechte als 33. Verein und die DRK-Kita Gausebrink als 50. Einrichtung im Kreis Steinfurt in Westerkappeln Zertifikate als anerkannter kinderfreundlicher Sportverein beziehungsweise Bewegungskindergarten.

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