Frauenbund
Referat zur Rolle der Frauen in der Reformation

Ochtrup -

Einen Vortrag zur Rolle der Frauen in der Reformation hörten jetzt die Mitglieder des Frauenbundes. Referentin war Pfarrerin Heike Bergmann.

Mittwoch, 05.07.2017, 10:07 Uhr

Pfarrerin Heike Bergmann erläuterte die Rolle der Frauen in der Reformation.
Pfarrerin Heike Bergmann erläuterte die Rolle der Frauen in der Reformation. Foto: Elisabeth Henrichmann

Pfarrerin Heike Bergmann wollte den Frauenbund eigentlich durch die Ausstellung „Frauen der Reformation – Gesichter und Geschichte(n)“ führen. Doch war der Ausstellungsraum, die evangelische Kirche in Burgsteinfurt, kurzfristig belegt, sodass die Gruppe spontan umdisponieren musste. Bergmann hielt den Vortrag deshalb im Forum der Bücherei und präsentierte die Bilder nun als Diaschau. Im Mittelpunkt standen die Frauen aus dem Münsterland und ihre Tätigkeit im Rahmen der Reformation.

Eigentlich kommen die Frauen der Reformation in der Kirchengeschichtsschreibung kaum vor, heißt es in einem Pressebericht der Gruppe. Erst mit der Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr gibt es viele Veröffentlichungen dazu.

Da war zum Beispiel die Gräfin Anna von Tecklenburg (1530-1582), deren Vater, Graf Konrad, die Reformation schon früh unterstützt hat. Anna musste aus machtpolitischen Gründen Graf Eberwin aus dem Hause Steinfurt heiraten, der noch der katholischen Kirche angehörte. Doch Anna setzte sich mit Leib und Seele für die Reformation ein, nach dem Motto: „Gott gibt die Freiheit, die Welt zu gestalten.“ Der Ehemann starb früh an der Syphilis, sodass Anna zum Zuge kam.

Sie übernahm das Regiment und baute ganz Tecklenburg zur Residenz aus. Ihre Bestimmung verstand sie darin, die Freiheit zu verteidigen. Ihr ist es zu verdanken, dass im ganzen Regierungsbezirk keine Hexenverfolgung stattgefunden hat.

„Martin Luther hat den Frauen die Türen geöffnet. Er hat die Frauen geehrt und die klugen Frauen sehr geschätzt. Er hat sie ermuntert den Glauben zu verkünden, denn nach seinen Regeln sind alle dazu befähigt, die getauft sind. Den Klosterfrauen hat er vermittelt, dass ihr Aufenthalt im Kloster auf Freiwilligkeit basieren muss und sie alle ihrem Gewissen verpflichtet sind. Daraufhin haben fast alle Klosterfrauen des Überwasserklosters in Münster das Kloster verlassen“, heißt es in dem Bericht.

Viele Frauen schlossen sich im Zuge der Reformation auch der Täuferbewegung an. Sie wollten nicht nur reden, sondern auch handeln. Sie haben auf ihr Gewissen gehört und die Freiheit verteidigt, doch fünf Frauen in Wollbeck und vier Frauen in Bevergern wurden dafür hingerichtet. Die Freiheit war also nur von kurzer Dauer.

Im Kreis gab es auch eine große Dichte von Stiften, zum Beispiel in Langenhorst, Metelen, Asbeck, Freckenhorst und Leeden. Dort lebten überwiegend adelige Frauen als Stiftsdamen. Sie wurden gut ausgebildet und konnten das Stift jederzeit wieder verlassen, um zu heiraten, erfuhren die Frauen. Die Referentin berichtete auch ausführlich über den Stiftsalltag und über die Beginenbewegung.

Zum Thema

Die Wanderausstellung „Frauen der Reformation“ ist noch bis Oktober in der evangelischen Kirche in Burgsteinfurt zu sehen.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4984318?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Lagerhalle einer Zimmerei an der K 20 völlig zerstört
Großalarm für die Feuerwehr am Ostersonntag um kurz vor 16 Uhr. Zwei Löschzüge aus Everswinkel und Alverskirchen sowie eine Drehleiter aus Sendenhorst werden zur Brandbekämpfung alarmiert.
Nachrichten-Ticker