Mögliche Verlängerung des Radschnellwegs F 35 von Enschede über Gronau nach Ochtrup
Flott mit der Fiets von A nach B

Ochtrup -

Das Auto stehen lassen und mit dem Rad pendeln, auch wenn zwischen Heim und Arbeitsstätte so einige Kilometer liegen? Für viele Niederländer ist das Alltag – was wohl auch mit der guten Infrastruktur für Fietser in unserem Nachbarland zu tun hat: Auf Radschnellwegen geht es mit dem Drahtesel flott von A nach B. Und vielleicht auch bald über die Grenze nach Deutschland.

Donnerstag, 06.07.2017, 06:07 Uhr

Der „Fietssnelweg 35“ führt zwischen Hengelo und Enschede direkt an der Bahntrasse entlang
Der „Fietssnelweg 35“ führt zwischen Hengelo und Enschede direkt an der Bahntrasse entlang Foto: Martin Borck

Der „Fietssnelweg 35“, kurz F 35, könnte womöglich von Enschede aus über Gronau bis nach Ochtrup verlängert werden. Dazu haben deutsche und niederländische Experten im Auftrag der drei Kommunen eine Machbarkeitsstudie angefertigt, die von der Euregio unterstützt wurde. Arne Blase vom Büro AB Stadtverkehr stellte die Ergebnisse nun in der Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen vor.

Keine Fahrrad-Autobahn

Ein Radschnellweg, machte der Fachmann deutlich, soll es ermöglichen, ohne Umwege und Wartezeiten von einem Ort zum nächsten zu kommen. Mindestlänge der Verbindung: fünf Kilometer. „Es handelt sich dabei aber nicht um eine Fahrrad-Autobahn“, stellte Blase klar, dass es nicht um Tempo-Rekorde auf dem Zweirad gehe. Kennzeichnend für die Schnellwege sei außerdem, dass sie sicher und komfortabel zu befahren seien.

Oft handele es sich bei diesen fixen Verbindungen für Fietser um selbstständig geführte Radwege oder solche neben Fahrbahnen, um Radfahrstreifen, Fahrradstraßen oder Wirtschaftswege, erläuterte Blase weiter. Tabu seien dagegen Bereiche, in denen auch Fußgänger unterwegs sind.

Inwiefern könnte es sich lohnen, den F 35 zu verlängern und von Enschede über Gronau nach Ochtrup weiterzuführen? – Die Fachleute fragten in ihrer Machbarkeitsstudie zunächst nach dem Potenzial der Verbindung und ermittelten Zahlen zu Einwohnern, Arbeitsplätzen, Kfz-Aufkommen und Bahnreisenden. Außerdem warfen sie einen Blick auf die Verteilung des Radverkehrs. Für die Töpferstadt fielen die Erwartungen im Vergleich am geringsten aus, erläuterte Blase. Aber: „Die Potenziale für Ochtrup sind vor allem auch in der Weiterführung in Richtung Rheine und Steinfurt zu sehen.“ Diese Verbindungen sollten künftig – über den aktuellen Untersuchungsbereich hinaus – betrachtet werden.

Route über die Weilautstraße

Auch über die mögliche Trasse haben sich die Experten bereits Gedanken gemacht und dazu in Workshops unter anderem Vertreter der Kommunen befragt. Auf niederländischer Seite verläuft der Fietssnelweg 35 entlang der Bahnstrecke und wechselt dann – in der favorisierten Variante – hinter Glanerbrug zur Landesstraße, die im Verlauf von der Ochtruper zur Gronauer Straße wird. Auf welcher Route die Radfahrer dann in die Töpferstadt hinein gelenkt werden sollen, dafür gibt es mehrere Ideen. Der Vorschlag der Planer ist, die Fietsen über die Straße Am Laukreuz und die Weilaut­straße zu schicken. Dieser Bereich könnte dann zur rot eingefärbten Fahrradstraße werden – freigegeben für den Kfz-Verkehr, möglicherweise auch nur für Anlieger. Tempolimit: 30 Stundenkilometer.

Die Kosten würden den ersten, ganz groben Schätzungen zufolge insgesamt bei 16,8 Millionen Euro netto liegen, wobei 3,1 Millionen Euro auf den Abschnitt Ochtrup entfallen würden. Wie viel davon die Stadt übernehmen müsste, darüber vermochte Blase noch keine Aussagen zu treffen.

Genauere Kosten ermitteln

In der Politik traf die Idee eines Radschnellwegs prinzipiell auf offene Ohren – aber auch auf Skepsis. Neben der zentralen Frage nach den genauen Kosten wollten die Ausschussmitglieder zum Beispiel wissen, welche Auswirkungen eine Fahrradstraße auf den Verkehr in der Innenstadt haben könnte.

Die Planungen sollen nun fortgeführt und konkretisiert werden. Außerdem gilt es zu untersuchen, welche Fördermittel möglicherweise genutzt werden könnten. Dafür sprach sich der Ausschuss am Ende bei einer Enthaltung aus.

Zum Thema

Das Thema wandert nun auf die Agenda des Stadtrates: Dieser befasst sich in der heutigen Sitzung mit der Radschnellverbindung F 35. Beginn des öffentlichen Teils ist um 18.30 Uhr in der Gaststätte „Happens Hof“.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4986900?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Viel Lärm um eine kleine Terrasse
Geschlossen hat seit Kurzem der Biergarten des Landhauses Thiemann. Doch ohne Außengastronomie wollen Wirt Drago Medjedovic und seine Frau Lubiza die Gaststätte nicht betreiben.
Nachrichten-Ticker