Sommerferien
Schulfreie Zeit stellt Eltern vor Herausforderungen

Ochtrup -

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Sechs Wochen lang kein Unterricht, keine Klassenarbeiten, keine Hausaufgaben. Schulpflichtige Kinder sehen der Ferienzeit natürlich voller Vorfreude entgegen. Doch für viele berufstätige Eltern bedeuten diese Wochen eine logistische Herausforderung. Und die heißt: „Wer betreut mein Kind, wenn ich während der Ferien arbeiten muss?“

Freitag, 07.07.2017, 07:07 Uhr

Familie Guhle: Karin und Andreas mit den Töchtern Anastasia (l.) und Chantal.
Familie Guhle: Karin und Andreas mit den Töchtern Anastasia (l.) und Chantal. Foto: Irmgard Tappe

Solange die Kinder zur Grundschule gehen, dürfte das Betreuungsproblem dank der Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) allerdings kein Problem darstellen. „Die Städtischen OGS-Schulen öffnen während der Sommerferien zur gewohnten Zeit“, erklärt Christian Engelmann vom Schul- und Kulturamt der Stadt Ochtrup auf Anfrage. „Zwar schließt jede Einrichtung während dieser Zeit für je zwei Wochen, aber nicht gleichzeitig. Alle Schülerinnen und Schüler der Offenen Ganztagsgrundschulen haben somit die Möglichkeit, während der Ferienzeit durchgehend betreut zu werden. Das gilt auch für die Frühbetreuung ab 6.45 Uhr.“ OGS-Schüler, die in diesem Schuljahr aus der Grundschule entlassen werden, haben laut Engelmann noch bis zum 31. Juli die Möglichkeit, das Ganztagsangebot zu nutzen.

Aber wie sieht das Betreuungsangebot nach der Grundschulzeit aus? Mit dieser Frage werden viele berufstätige Eltern konfrontiert. Wie zum Beispiel Karin und Andreas Guhle . Ihre Tochter Chantal ist 13 Jahre alt, Anastasia zehn. „Zugegeben, für Familien mit jüngeren Kindern wird Einiges getan. Aber die Gruppe der Zehn- bis 15-Jährigen bleibt bezüglich der Ferienbetreuung leider auf der Strecke“, bedauert Karin Guhle.

Klar, hin und wieder könnten ihre Töchter für ein paar Stunden allein zu Hause bleiben, wendet sie ein. Doch sie habe kein gutes Gewissen, wenn das jeden Tag der Fall sei. Andreas Guhle hat die schulfreien Zeiten dieses Jahres addiert. „Ich bin auf 62 Tage gekommen. Und dann kommen noch die unvorhergesehenen Unterrichtsausfälle dazu“, berichtet der Familienvater. Sein Frau und er hätten zusammen nicht einmal so viele Urlaubstage zur Verfügung, um diese Zeit abzudecken. An einen gemeinsamen Familienurlaub sei erst recht nicht zu denken. Den hätten sie schon lange nicht mehr gemacht.

Karin Guhle berichtet, dass sie sich bezüglich einer Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder in alle Richtungen informiert habe. „Bei der Diakonie habe ich mich nach einer Ferien-Tagesmutter erkundigt. Ohne Erfolg. Und das Jugendamt, so sagte man mir, sei nur für Kinder unter zwölf Jahren zuständig“, zählt die Mutter ihre Bemühungen auf.

Die Guhles, die in Wettringen wohnen und deren Kinder in Ochtrup zur Schule gehen, haben bis dato noch keine Lösung gefunden. Wie bereits in der Vergangenheit werden sie auch in diesem Jahr wohl wieder getrennt freinehmen und ihren gesamten Jahresurlaub in die Ferienzeit packen müssen. Die übrige Zeit gehen Chantal und Anastasia zum Opa nach Rothenberge. Doch der ist mittlerweile auch schon 85 Jahre alt.

Karin und Andreas Guhle würden sich eine zentrale Anlaufstelle wünschen, wo Kinder während der Ferien altersgemäß betreut werden. Oder eine Offene Ganztagsschule für weiterführende Schulen.

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