Juniorwahl am Gymnasium
Die allerersten Kreuzchen

Ochtrup -

Um sich an der Bundestagswahl zu beteiligen, sind die meisten von ihnen noch zu jung. Bei der Juniorwahl ermöglichen drei Sozialwissenschaftskurse des Gymnasiums ihren Mitschülern ab der neunten Klasse den simulierten Gang zur Wahlurne. Mit dem Projekt sollen Hemmungen vor der ersten echten Wahl genommen werden.

Dienstag, 19.09.2017, 06:09 Uhr

Bei der Juniorwahl läuft es wie im echten Wahllokal ab – inklusive Wahlkabine und Wahlurne. Durchgeführt wird diese am Gymnasium von Schülern der Sozialwissenschaftskurse des Jahrgangs EF.
Bei der Juniorwahl läuft es wie im echten Wahllokal ab – inklusive Wahlkabine und Wahlurne. Durchgeführt wird diese am Gymnasium von Schülern der Sozialwissenschaftskurse des Jahrgangs EF. Foto: Heidrun Riese

Obwohl nur die wenigsten von ihnen bereits wahlberechtigt sind, dürfen die Neunt- bis Zwölftklässler des Städtischen Gymnasiums in diesen Tagen ihre Stimme für die Bundestagswahl abgeben. Juniorwahl lautet das Stichwort. Hierbei handelt es sich um ein Projekt zur politischen Bildung an weiterführenden Schulen in ganz Deutschland, bei dem sich die Schüler mit Demokratie sowie Wahlen auseinander setzen und an einem simulierten Urnengang teilnehmen.

Besonders intensiv beschäftigen sich am Ochtruper Gymnasium die drei Sozialwissenschaftskurse der Jahrgangsstufe EF mit dem Thema, denn sie führen die Juniorwahl an ihrer Schule durch. Unter der Leitung der Lehrer Tobias Krickau und Oliver Ebbing sowie des Referendars Benjamin Schlüter haben sie nach den Sommerferien zunächst alles über Wahlrechtsgrundsätze, Landeslisten, Stimmensplitting, Wahlkreise sowie Direkt-, Überhangs- und Ausgleichsmandate gelernt. Der Stoff muss sitzen. Schließlich gilt es, jeder Klasse und jedem Kurs vor dem Gang in den zum Wahllokal umfunktionierten Filmraum alle wichtigen Informationen mit auf den Weg zu geben.

„Es geht darum, Hemmungen bei möglichen und zukünftigen Erstwählern abzubauen“, erklärt Krickau den Hintergrund der Juniorwahl. „Sie sollen sehen, wie unkompliziert es ist.“ Die Botschaft scheint angekommen zu sein: „Ich hatte mir das schwieriger vorgestellt“, sagt Helena Dinkhoff, die zusammen mit ihren Mitschülern aus dem Sozialwissenschaftskurs am Montagvormittag als Mitglied der Wahlkommission im Wahlraum sitzt, um die Wahlbenachrichtigungen entgegenzunehmen, die Namen im Wahlregister abzuhaken, die Stimmzettel auszugeben und darauf zu achten, dass diese nach dem Gang in die Wahlkabine ordnungsgemäß in die Wahlurne gesteckt werden. Während einige Schüler bei dem Projekt völliges Neuland betreten, ist es für andere eine Vertiefung des Themas. Wie für Jonas Holtmann, der verrät: „Ich habe mich vorher schon für Politik und Wahlen interessiert und das im Fernsehen verfolgt.“

Wahlberechtigt sind am Gymnasium alle Schüler ab der neunten Klasse. „Das macht 15 Kurse beziehungsweise Klassen, also rund 300 Schüler“, informiert Krickau. „Bundesweit machen zur Bundestagswahl etwa 3500 Schulen mit insgesamt einer Million Schüler mit.“ Da kommen einige Stimmen zusammen. Das Ergebnis der Auszählung, die ebenfalls selbst vorgenommen wird, ist dann am Sonntag (24. September) auf der Internetseite der Juniorwahl für die Schüler einsehbar. „Ab 18 Uhr, wenn die ersten Prognosen der Bundestagswahl erfolgen“, informiert Krickau. Er ist schon gespannt, denn bei den nachgespielten Wahlen würde häufig anders abgestimmt als bei den tatsächlichen.

Der Lehrer hält das Projekt auf jeden Fall für eine gute Sache: „Es hat sich gezeigt, dass bei jungen Leuten, die an der Juniorwahl teilgenommen haben, die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich an einer echten Wahl beteiligen, viel höher ist.“ Und zumindest ein paar der älteren Schüler, die jetzt schon am Gymnasium ihre Stimme abgeben, dürfen schon am Sonntag ihre ersten Kreuzchen machen.

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