Juniorwahl am Städtischen Gymnasium
Politik ist Thema auf dem Schulhof

Ochtrup -

Parallel zur echten Bundestagswahl beteiligten sich die Schüler des Gymnasiums ab der neunten Jahrgangsstufe an der Juniorwahl und probten sozusagen für die Bundestagswahl 2021. Denn dann dürfen sie tatsächlich zur Urne schreiten.

Mittwoch, 27.09.2017, 06:09 Uhr

So hätten die Jugendlichen aus Ochtrup gewählt: 324 Schüler des Gymnasiums nutzten die Gelegenheit und machten im Vorfeld der echten Bundestagswahl schon mal ihr „Übungskreuzchen“ bei der Juniorwahl.
So hätten die Jugendlichen aus Ochtrup gewählt: 324 Schüler des Gymnasiums nutzten die Gelegenheit und machten im Vorfeld der echten Bundestagswahl schon mal ihr „Übungskreuzchen“ bei der Juniorwahl. Foto: Schriever/ Foto: Heidrun Riese

Eigentlich dürfen sie erst bei der nächsten Bundestagswahl 2021 zur Urne schreiten. Doch im Rahmen der Juniorwahl, einem bundesweiten Projekt zur politischen Bildung, hatten die Schüler des Ochtruper Gymnasiums ab der neunten Jahrgangsstufe schon jetzt die Möglichkeit, ihr Stimmrecht sozusagen auszuprobieren. Das Gymnasium veröffentlichte am Dienstag die Ergebnisse.

„Das Projekt kam sehr gut an“, berichtet Lehrer Tobias Krickau im Gespräch mit dieser Zeitung. Vor allem mit der Wahlbeteiligung sind der Fachlehrer für Sozialwissenschaften und seine beiden Kollegen Oliver Ebbing und Benjamin Schlüter mehr als zufrieden. 96 Prozent der Schüler machten bei der Juniorwahl mit. Vorab stand das Thema wie berichtet auch auf dem Unterrichtsplan. Vor allem die drei Sozialwissenschaftskurse der Jahrgangsstufe EF beschäftigten sich ausgiebig mit der Thematik. Ziel sei es gewesen, Hemmungen abzubauen. „Das Ganze ist sonst total abstrakt“, erklärt Tobias Krickau. Ein weiteres Anliegen der Lehrkräfte war, die Jugendlichen zu motivieren, sich selbst eine Meinung zu bilden, und sich nicht nur am Freundeskreis oder der Familien zu orientieren. Im Unterricht wurde deshalb beispielsweise auch der „Wahl-O-Mat“ der Bundeszentrale für politische Bildung besprochen. Das Frage-und-Antwort-Tool zeigt, welche zu einer Wahl zugelassene Partei der eigenen politischen Position am nächsten steht. „Wir haben in diesem Zusammenhang unter anderem Vor- und Nachteile besprochen“, berichtet Tobias Krickau aus dem Unterricht.

Die Wahlbeteiligung lag bei der Juniorwahl in Ochtrup bei satten 96 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag bei der Juniorwahl in Ochtrup bei satten 96 Prozent. Foto: Heidrun Riese

Was den Lehrern besonders an diesem Projekt gefiel und sich auch ein bisschen stolz macht? Das Thema Politik schaffte es aus den Klassenzimmern auf die Flure, ins Treppenhaus, hinaus auf den Schulhof und sogar bis zu den Schülern nach Hause. „Damit haben wir in Zeiten sinkender Wahlbeteiligung viel erreicht“, freut sich Tobias Krickau über das Interesse seiner Schüler. „Richtig wählen“ durften dieses Mal übrigens nur einige wenige Oberstufenschüler. „Insgesamt haben wir durchweg positive Rückmeldungen bekommen“, berichtet Tobias Krickau.

Die Ergebnisse für die Juniorwahl am Gymnasium in Ochtrup sehen wie folgt aus: 31,8 Prozent der 324 Schüler gaben ihre Zweitstimme der CDU. Ein ähnliches Ergebnis wie bei der echten Bundestagswahl. Die SPD kam bei den Jugendlichen allerdings nur auf 15,1 Prozent. Die Grünen legten im Vergleich deutlich zu: 14,5 Prozent der Schüler machten ihr Kreuzchen dort. 4,3 Prozent wählten die Linke. Erwartungsgemäß seien linksgerichtete Parteien mit Themen wie Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit bei der jungen Klientel sehr beliebt, weiß Tobias Krickau. Auf die Piraten entfielen 2,5 Prozent der Zweitstimmen, die Tierschutzpartei wählten 3,1 Prozent.

Die FDP hatte bereits bei der echten Bundestagswahl mit zehn Prozent der Stimmen deutlich zugelegt. Doch auch die Schüler setzten auf die Liberalen: 12,3 Prozent von ihnen machten dort ihr Kreuzchen. Wohingegen die Alternative für Deutschland am Gymnasium kaum zu punkten vermochte. Lediglich 2,5 Prozent der Jugendlichen votierten für die AfD. „Das Ergebnis ist sehr interessant“, findet Tobias Krickau. Offenbar stünden die Schüler dieser Partei eher skeptisch gegenüber.

Anders bei der Satirepartei „Die Partei“: Satte zwölf Prozent der Schüler stimmten für die von Redakteuren des Satiremagazins „Titanic“ gegründete deutsche Kleinpartei, die es bei der echten Wahl bundesweit auf ein Prozent brachte.

Bei den Erststimmen machte übrigens Jens Spahn von der CDU das Rennen. Er verbuchte am Gymnasium fast die Hälfte aller Stimmen auf sich (49,4 Prozent). Bundesweit beteiligte sich insgesamt fast eine Million Schüler an der Juniorwahl.

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