Nachverdichtung
Wohnraum schaffen ist das Ziel

ochtrup -

Schon der Tagesordnung der Ratssitzung am Donnerstagabend war anzusehen, dass das Thema Nachverdichtung im Innenstadtbereich derzeit ein großes in Ochtrup ist. So galt es für die Politiker, zahlreiche Bebauungsplanänderungen auf den Weg zu bringen.

Samstag, 30.09.2017, 06:09 Uhr

Auf der Agenda standen zahlreiche Bebauungsplanänderungen.
Auf der Agenda standen zahlreiche Bebauungsplanänderungen. Foto: Anne Steven

Der Rat der Stadt Ochtrup hat sich in der Vergangenheit für eine „maßvolle Nachverdichtung“ ausgesprochen. Was das genau bedeutet, versuchen einige Ratsmitglieder derzeit in einem Arbeitskreis herauszuarbeiten. Denn in den zurückliegenden Monaten gab es immer wieder Anwohner, die sich ärgerten, wenn in ihrer Nachbarschaft beispielsweise die Möglichkeit geschaffen wurde, Mehrfamilienhäuser in mehrgeschossiger Bauweise zu errichten (wir berichteten). Der Rat steckt an dieser Stelle in einem Schlamassel, denn auf der einen Seite wollen die Politiker mögliche Investoren nicht vergraulen und auf der anderen Seite den Bürgern nicht zu nahe treten – im wahrsten Sinne des Wortes.

Auch am Donnerstabend nutzte ein Ochtruper die Möglichkeit, in der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung das beschleunigte Verfahren im Baugebiet zwischen Brook-, Birken- und Lindenstraße zu kritisieren. „Wird man da als direkter Nachbar gar nicht informiert? Wieso ein beschleunigtes Verfahren und warum darf dort zwei- bis dreigeschossig gebaut werden?“, fragte er sichtlich verärgert. Bauamtsleiterin Karin Korten erklärte, dass dieses Verfahren in bestehenden Wohngebieten durchaus üblich sei. Außerdem verwies sie darauf, dass sämtliche Unterlagen zur Bebauungsplanänderung öffentlich ausgelegen und Bürger so die Möglichkeit gehabt hätten, eine Stellungnahme abzugeben.

Gehen die Meinungen der Politiker im Rat nicht selten weit auseinander, waren sie sich an dieser Stelle einig. Sie winkten diese Bebauungsplanänderung ebenso einstimmig durch wie sämtliche anderen auf der Agenda dieser Sitzung. „Ich weiß, das gefällt nicht immer allen, was wir hier machen. Aber im Arbeitskreis waren wir uns einig, dass man entlang der größeren Haupterschließungsstraßen von Ochtrup – und das ist hier so eine – eine dreigeschossige Bauweise ermöglichen sollte“, fasste Hajo Steffers zusammen. Nachverdichtung sei im Rahmen einer Stadtplanung nun mal eine Notwendigkeit, stellte der CDU-Fraktionschef klar. Dem schloss sich auch Matthias Dankbar für die SPD-Fraktion an. Ziel sei es, Wohnraum zu schaffen.

Claudia Fremann regte an, Bürger über die üblichen Verfahrensweisen bei Bebauungsplanänderungen aufzuklären und zu informieren. „Diese Dinge sind sicherlich nicht jedem bekannt“, meinte die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler und erntete für diese Idee zustimmendes Nicken auf Verwaltungsseite.

Fremann stimmte zudem mit Hermann Holtman überein. Der Fraktionsvorsitzende der FDP hatte seinen Ratskollegen nahegelegt, sich planungsrechtlich nicht vollständig durch die Ergebnisse des Arbeitskreises einschränken zu lassen. „Ich denke, wir müssen uns da unsere Freiheit erhalten und immer den Einzelfall betrachten“, meinte Holtmann. Man dürfe die Diskussionen in diesen Fällen nicht einfach im Keim ersticken, ergänzte Claudia Fremann. „Beschließen tun wir immer den Einzelfall“, machte sie noch einmal deutlich.

Die Ergebnisse des Arbeitskreises seien als Richtlinie zu betrachten, sagte Hajo Steffers. „Im Einzelfall kann und muss man davon abweichen“, so der CDU-Mann. „Es bleibt eine Empfehlung und eine Hilfe für die Verwaltung“, schloss Matthias Dankbar.

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