Dränkekreisel
Investor stellt Pläne für den Bereich nördlich der Laurenzstraße vor

ochtrup -

Sechs Jahre dauern die Planungen für eine Umgestaltung des Areals nördlich der Laurenzstraße bereits an. Am Montagabend hat der Investor nun seinen Pläne dem Ausschuss für Planen und Bauen vorgestellt.

Mittwoch, 18.10.2017, 06:00 Uhr aktualisiert: 18.10.2017, 18:03 Uhr
Der Plan des Investors sieht einen Neubau des Lidl- und des Edeka-Marktes vor. Die ehemalige Becker-Immobilie am Dränkekreisel soll ebenfalls einem neuen Gebäude weichen.
Der Plan des Investors sieht einen Neubau des Lidl- und des Edeka-Marktes vor. Die ehemalige Becker-Immobilie am Dränkekreisel soll ebenfalls einem neuen Gebäude weichen. Foto: Architekturbüro Ingo Meyer Telgte

Es ist ein weiteres Puzzlestück, das noch fehlt, um die Bebauung am Dränkekreisel aus städtebaulicher Sicht weiter zu schließen. Die Planungen laufen bereits seit sechs Jahren. Das Stadtentwicklungskonzept hatte das Gelände nördlich der Laurenzstraße, auf dem sich der Lidl- und der Edeka-Markt befinden, als geeignete Flächen für Parkplätze eingestuft. Der Eigentümer des Areals, zu dem auch die ehemalige Becker-Immobilie am Dränkeplatz gehört, war damit nie wirklich glücklich. Im Ausschuss für Planen und Bauen stellte Hans-Jürgen Brackmann am Montagabend nun gemeinsam mit Architekt Thomas Stöppelmann seine Pläne vor.

Eine Schwierigkeit, die sich den Planern stellte, war der Höhenunterschied von etwa 1,50 Meter innerhalb des Geländes. Geplant ist, sowohl den Lidl und den Edeka als auch das Gebäude mit der heutigen Laurenz-Passage sowie ein Wohnhaus im hinteren Bereich des heutigen Parkplatzes abzureißen.

An der Ecke Laurenzstraße/Dränke soll ein neues, zweigeschossiges Gebäude mit „kleinstädtisch, giebelbetonter Architektur“ entstehen, wie Stöppelmann es formulierte. Der Höhenunterschied wird im Gebäude ausgeglichen. Das heißt: Zwei größere Ladenlokale zu 300 und 700 Quadratmetern – dort sollen ein Drogerie- sowie ein Schuhmarkt einziehen – werden ebenerdig über die Parkplatzseite erschlossen. Zwei kleinere Läden (jeweils knapp 40 Quadratmeter) möchten die Planer vom Dränkeplatz aus zugänglich machen. Im Obergeschoss sind Lagerflächen und Nebenräume für die Ladenlokale sowie Büros geplant. Ein Lastenaufzug könnte Waren nach oben transportieren. Die Planer haben bewusst auf eine Wohnnutzung verzichtet, wie Stöppelmann betonte. Zudem wolle man den kleinstädtischen Charakter erhalten und sich in die Umgebung einfügen.

Während sich der Edeka-Markt im neuen Gebäude von 1350 auf 2700 Quadratmeter Verkaufsfläche vergrößert (Brackmann: „Das ist durchaus mit dem E-Center in Steinfurt vergleichbar“), wächst der Lidl von 1000 auf 1375 Quadratmeter Verkaufsfläche. Sämtliche Technik werde eingehaust, so dass Anwohner nicht durch Lärm belästigt werden, versprechen die Planer. „Dieses Projekt ist kein Einfamilienhaus“, machte Brackmann noch einmal die Dimensionen seines Acht-Millionen-Euro-Vorhabens deutlich.

Insgesamt werden auf dem Areal zudem etwa 250 Parkplätze entstehen. Das sind deutlich weniger als die aktuell 450. Doch Investor und Architekt sehen darin keine Probleme. „250 sind ausreichend“, so Brackmann. Der Edeka-Parkplatz sei derzeit ohnehin nicht ausgelastet, und Parkplätze müssten aufgrund der Pkw-Maße heute einfach großzügiger angelegt sein.

Giebelbetonte Architektur: So könnte sich das Areal nördlich der Laurenzstraße aus der Perspektive Dränkekreisel darstellen.

Giebelbetonte Architektur: So könnte sich das Areal nördlich der Laurenzstraße aus der Perspektive Dränkekreisel darstellen. Foto: Architekturbüro Ingo Meyer Telgte

Die Zufahrt zum Aldi-Markt soll künftig übrigens nicht mehr über die Laurenzstraße erfolgen, sondern entweder von der Brücke an der Gellenbeckstraße aus – wobei dort kein Begegnungs- oder Schwerlastverkehr möglich ist – oder über die Webereistraße.

In der Bauphase müssten die Ochtruper etwa drei Monate auf den Edeka und circa ein Dreivierteljahr auf den Lidl verzichten. Die Laurenz-Passage soll als letztes in Angriff genommen werden.

Wann es losgehen soll? „Sobald der Bebauungsplan steht, habe ich Rechtssicherheit“, spielte Brackmann den Ball zurück an die Politik. Die Mietverträge seiner Immobilien seien langfristig angelegt. Brackmann berichtete, dass das Unternehmen „Kik“ beispielsweise ungern den Standort an der Laurenzstraße verlassen würde. Der Investor kann sich aber vorstellen, den Textil-Discounter im ehemaligen Clara-Stift unterzubringen. Die denkmalgeschützte Fassade sei kein Problem. Langfristig stellt sich der Investor dort allerdings eine gastronomische Nutzung vor. „Es gibt da eine Systemgastronomie, die eigentlich nur in Großstädten vertreten ist“, ließ sich Brackmann nicht in die Karten schauen.

In Gesprächen mit dem Investor will die Stadtverwaltung nun das weitere Vorgehen abstimmen. Wichtig war auch der Politik, einen verbindlichen Zeitplan festzulegen sowie einen städtebaulichen Vertrag auszuarbeiten.

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