Ausschuss für Planen und Bauen
Politiker diskutieren über Nachverdichtung

Ochtrup -

Das Thema Nachverdichtung stand am Montagabend erneut auf der Agenda des Bauausschusses. Für die Politiker galt es, über diverse Bebauungsplanänderungen abzustimmen. Zahlreiche Bürger verfolgten die Sitzung im Publikum.

Mittwoch, 18.10.2017, 09:10 Uhr

Nördlich des Postdamms soll das Baugebiet Sunnenbrink entstehen.
Nördlich des Postdamms soll das Baugebiet Sunnenbrink entstehen. Foto: Anne Steven

Während einige Beschlüsse wie etwa die Änderung des Bebauungsplans im Baugebiet Vechte und Metelener Damm oder im Baugebiet westlich der Professor-Gärtner-Straße einstimmig und ohne Diskussionen gefasst wurden, hatten die Politiker bei einigen folgenden Tagesordnungspunkten Redebedarf.

So äußerte beispielsweise Werner Kempers ( SPD ) sein Erstaunen darüber, dass im Bereich der Bültstraße – dort plant ein Investor den Bau eines Mehrfamilienhauses – eine reine Wohnbebauung vorgesehen sei. „Der Bereich könnte doch besser für Kneipen und Gastronomie genutzt werden“, meinte Kempers. Kämmerer Roland Frenkert verwies auf die Investoren, die dies anders sähen, und Bauamtsleiterin Karin Korten ergänzte, dass die Ecke Bültstraße/Dränke weit von der Laufroute vom DOC Richtung Innenstadt abgewandt sei und deshalb dort eine Wohnbebauung Sinn mache.

Auf Nachfrage von Hermann Holtmann ( FDP ), ob es überhaupt einen derartigen Bedarf an Wohnraum gebe oder ob die Investoren nur nach ihrem Bauchgefühl planten, verwies der Kämmerer auf die knapp 200 Interessenten, die allein bei der Stadt nach Wohnraum in Ochtrup nachgefragt hätten. Zudem wage er zu bezweifeln, dass Investoren allein aus einem Bauchgefühl heraus derart viel Geld in die Hand nehmen würden, so Frenkert.

Johann Moggert äußerte ebenfalls Bedenken. Die dort geplanten Mietwohnungen seien nur für eine bestimmte Zielgruppe gedacht und nicht für jeden bezahlbar, kritisierte der SPD-Mann. Korten stellte dem entgegen, dass es in der Töpferstadt derzeit einige Bauprojekte gebe und das Verhältnis zwischen höherwertigen und günstigem Wohnraum durchaus ausgeglichen sei. Bei einer Gegenstimme votierte der Ausschuss für den Aufstellungsbeschluss.

Unruhig wurde es auch bei der Änderung des Flächennutzungsplans sowie dem Beschluss zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans für das Baugebiet nördlich des Postdamms. Einige Bürger waren aufgrund dieses Themas zur Sitzung erschienen. Der Vorschlag der Verwaltung, dort eine zweigeschossige Bauweise zuzulassen, jedoch die Anzahl der Wohnungen pro Gebäude nicht textlich festzuhalten, sorgte bei den Zuschauern für Unmut – den sie deutlich zu Gehör brachten. „Wir möchten dort eine größtmögliche Flexibilität bieten“, argumentierte Korten. Die FWO und die FDP sahen das anders. „Da habe ich ein Problem mit“, stellte Martin Grave klar. Nachverdichtung, dem könne er zustimmen, aber alles freizugeben, halte er für falsch. „Die Verunsicherung ist groß, dass dort etwas entstehen könnte, was so nicht gewollt ist. Warum schreiben wir diese Regelung dann nicht mit hinein?“, schlug Claudia Fremann (FWO) vor. Schließlich rang sich der Ausschuss dazu durch, die Wohneinheiten auf drei pro Gebäude zu beschränken.

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