Silberner Meisterbrief für Stefan Althoff
Azubi-Suche immer schwieriger

Ochtrup -

Besuch von der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf hatte in dieser Woche Malermeister Stefan Althoff. Mitarbeiterin Frauke Kraus überreichte ihm den Silbernen Meisterbrief. „Ein bisschen verspätet, denn das eigentliche Datum wäre im Juli 2016 gewesen“, sagte sie und gratulierte dem Berufsjubilar.

Freitag, 20.10.2017, 08:10 Uhr

Den Silbernen Meisterbrief überreichte Frauke Kraus von der Kreishandwerkerschaft Stefan Althoff.
Den Silbernen Meisterbrief überreichte Frauke Kraus von der Kreishandwerkerschaft Stefan Althoff. Foto: Irmgard Tappe

Als Heranwachsender hatte Stefan Althoff den Wunsch, später mal Fußballprofi zu werden. Nach dem Realschulabschluss entschied er sich aber doch für eine Maler- und Lackiererlehre. Zur Freude seines Onkels Heinrich Althoff , der in seinem Malerbetrieb einen Ausbildungsplatz für seinen Neffen bereithielt.

Während seiner Gesellenjahre sammelte Stefan Althoff Berufserfahrungen in zwei anderen Firmen in Ochtrup und Münster, bevor er in Paderborn die Meisterschule besuchte. Am 14. Juni 1991 absolvierte er vor der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld seine Meisterprüfung. Zwei Wochen später übernahm er den Fachbetrieb seines Onkels in Lan­genhorst.

„Als ich die Firma übernahm, war Thorsten Schulze-Veltrup unser einziger Geselle. Er gehört noch immer zu unserem Mitarbeiterteam“, erzählt Althoff. Inzwischen hat das Unternehmen 14 Malergesellen und einen Auszubildenden beschäftigt, außerdem drei weitere Firmen übernommen. Gern habe er auch die Mitarbeiter dieser Betriebe weiter bei sich beschäftigt, erklärt Althoff. Denn die Suche nach Azubis und guten Mitarbeitern gestalte sich zunehmend schwieriger. „Wir bekommen kaum noch Bewerbungen von Schulabgängern. Junge Leute streben lieber einen Studienplatz an. Oder sie halten Ausschau nach einem Job im digitalen Bereich. Das reizt junge Leute mehr“, spricht der Malermeister ein Problem an, das nicht nur seine Branche, sondern das Handwerk allgemein betrifft. Eine bedauerliche Entwicklung, findet er: Eine Gesellschaft nur aus Akademikern könnte weder Gebäude errichten noch Sanitäranlagen installieren oder Fassaden dämmen.

Diesem Mangel an Facharbeitern und Auszubildenden steht eine wachsende Nachfrage im Baugewerbe gegenüber. Angesichts des niedrigen Zinsniveaus investieren die Menschen zunehmend in Sanierungen oder im Häuslebau. Der gegenwärtige Bauboom sorgt für viele Aufträge, was die Handwerksbetriebe jedoch auch vor große Herausforderungen stellt. „Abweisen möchten wir unsere Kunden natürlich nicht. Und wir sind bestrebt, alles zügig abzu­wickeln. Aber angesichts fehlender Fachkräfte lassen sich Wartezeiten mitunter leider nicht vermeiden“, bedauert Stefan Althoff.

Er hofft zudem auf ein besseres Image der Handwerksberufe. „Maler und Lackierer zum Beispiel ist ein Beruf mit Zukunft und obendrein sehr abwechslungsreich. Viele neue Tätigkeiten wie Fassadendämmung, kreative Wandgestaltung und Fußbödenlegen sind in den vergangenen Jahren hinzugekommen“, wirbt der Meister für seine Branche. „Wer diesen Beruf erlernt“, sagt er, „kann motiviert nach vorn blicken. Denn auch nach der Ausbildung werden viele Fortbildungsmöglichkeiten geboten.“ Stefan Althoff hat es nie bereut, dass er sich für dieses Handwerk entschieden hat.

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