Bauverein plant an der Beethovenstraße
Wohnraum zu angemessenen Preisen

Ochtrup -

Die Häuser des Bauvereins im Bereich zwischen Laurenz-, Beethoven- und Schubert­straße sind – formuliert man es freundlich – in die Jahre gekommen. Oder, um es mit den Worten von Elke Reckels vom geschäftsführenden Vorstand des Bauvereins zu sagen, „energetisch eine Katastrophe“. Deshalb sollen die neun Gebäude, die bereits im Jahr 1950 errichtet wurden, abgerissen und durch neue Bauten ersetzt werden.

Freitag, 27.10.2017, 15:10 Uhr

Aus alt mach neu: So könnte der Gebäudekomplex zwischen Laurenz-, Beethoven- und Schubert­straße einmal aussehen. Die Details stehen allerdings noch nicht fest.
Aus alt mach neu: So könnte der Gebäudekomplex zwischen Laurenz-, Beethoven- und Schubert­straße einmal aussehen. Die Details stehen allerdings noch nicht fest. Foto: Schmiegel und Denn

Von jetzt auf gleich funktioniert das allerdings nicht. „Wir haben einen Planungshorizont von zehn Jahren“, erklärt Elke Reck­els . Betroffen sind die Häuser Laurenzstraße 80 bis 94, Beethoven­straße 25 bis 43 sowie Schubertstraße 2 bis 4. Die Mieter wohnen teilweise bereits seit dem Bau der Häuser dort. Sie wurden kürzlich auf einer Versammlung über das Vorhaben des Bauvereins informiert. Und auch in der Politik stand das Thema auf der Tagesordnung.

Der vorläufige Plan des Bauvereins: Das Areal soll künftig besser genutzt werden. Statt bislang 69 Wohneinheiten könnten es in Zukunft mehr als doppelt so viele sein. „Da gibt es viele Flächen, die nicht genutzt werden“, erklärt Elke Reckels. Die Erschließung erfolgt dann nicht mehr über die Laurenz-, sondern über die Beethovenstraße. „Das Verkehrsaufkommen an der Laurenzstraße ist schon hoch genug“, beschreibt Elke Reckels die Gedankengänge der Planer. Parkplätze für die Bewohner sollen entlang der Wohnstraßen angeordnet werden.

In einem langfristigen Prozess sollen alle Gebäude durch moderne dreigeschossige Neubauten ersetzt und die Freiflächen behutsam nachverdichtet werden. Es ist geplant, zunächst zwei neue Mehrfamilienhäuser im Innenbereich des Gebäudekomplexes zu bauen. Erst danach würden zwei der alten Wohnhäuser abgerissen. Die dort lebenden Menschen hätten somit die Möglichkeit, in der näheren Umgebung zu bleiben. „Wir werden für diese Zeit aber auch Ersatzwohnraum anbieten“, verspricht Elke Reck­els. Auch weiterhin soll es gemeinschaftlich nutzbare Freiflächen geben, die von der Hausverwaltung gepflegt werden.

Doch wie werden die neuen Wohnungen sein? Können sich die jetzigen Mieter diese dann überhaupt noch leisten? „Jeder, der dort wohnt, kann dort später auch wieder einziehen“, verspricht Elke Reck­els. Aber: „Die Kaltmieten werden steigen.“ Und auch Kosten wie etwa jene für einen Aufzug kommen auf die Mieter zu. Doch im Gegensatz dazu würden die Nebenkosten deutlich günstiger. Zudem habe es in vielen Fällen seit Jahren keine Mieterhöhung gegeben. Auf eine Tiefgarage und einen Keller verzichtete der Bauverein aus Kostengründen. „Wir haben das Ziel, preiswerter zu sein als andere“, gibt Elke Reck­els den Grundsatz des Bauvereins wieder. In seiner Satzung verpflichtet sich dieser, Wohnraum zu angemessenen Preisen zu schaffen.

An den fast 70 Jahre alten Häusern muss dringend etwas gemacht werden. Eine Sanierung käme dabei teurer als ein Neubau. „Es soll kein Zusatzgeschäft werden. Eine schwarze Null muss aber herauskommen“, sieht Elke Reckels auch den wirtschaftlichen Aspekt dieser Investition.

Sollten Mieter dabei sein, die später nicht in den neuen Wohnungen einziehen können, werde niemand im Regen stehen gelassen, verspricht Elke Reckels. „Da müssen wir gegebenenfalls Lösungen finden.“

Die Wohnungsgrößen sollen in jedem Fall angepasst werden und nicht zu groß geschnitten sein, denn Menschen, die finanziell vom Staat unterstützt werden, dürfen eine bestimmte Wohnfläche nicht überschreiten.

Kürzlich hat der Ausschuss für Planen und Bauen der Stadt Ochtrup den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan in diesem Bereich in Auftrag gegeben. Bislang existierte dort kein Bebauungsplan. Wenn alles nach Plan läuft, schätzt Reckels, dass der Bauverein im nächsten Jahr den Bauantrag auf den Weg bringen kann. Ende 2019 könnten dann die ersten Gebäude im Innenbereich bezugsfertig sein.

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