Comic-Workshop
Körper aus Dreiecken und Kreisen

Ochtrup -

Was sich mit ein paar einfachen Tricks mit einem Blatt Papier und einem Bleistift zaubern lässt, zeigten Oliver Kockmann und Niklas Böwer in einem Comic-Workshop. Dabei gaben sie ihren jungen Teilnehmern viele Tipps.

Dienstag, 31.10.2017, 05:10 Uhr

Die Ergebnisse des Comic-Workshops können sich sehen lassen. Die jungen Teilnehmer nahmen auch viele Tipps und Anregungen für das Weiterzeichnen zu Hause mit.
Die Ergebnisse des Comic-Workshops können sich sehen lassen. Die jungen Teilnehmer nahmen auch viele Tipps und Anregungen für das Weiterzeichnen zu Hause mit. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Zum Zeichnen von Comics braucht man einen gespitzten Bleistift und ein Blatt Papier. Das hört sich simpel an, gestaltet sich jedoch umfangreicher, als die fünf Jungen und fünf Mädchen aus Ochtrup, Welbergen, Steinfurt und Wettringen vorher gedacht hatten. Drei Tage lang zeichnen die Zehn- und Elfjährigen im Rahmen der NRW-Aktion „Kulturrucksack“ unter der Anleitung der beiden Kinderbuchillustratoren Oliver Kockmann aus Welbergen und Niklas Böwer aus Wettringen im Pfarrheim „Die Brücke“. „Von der Skizze zum Comic“ ist das Angebot überschrieben.

Für Böwer ist es der erste Kursus als Leiter. Kockmann bringt bereits Erfahrungen mit, er hat schon mit Erwachsenen gearbeitet. Beide sind positiv überrascht über den Verlauf und die Ergebnisse. „Kinder sind empfänglicher für Ratschläge. Erwachsene häufig beratungsresistenter. Dieser Kursus war eine schöne Erfahrung für mich“, sagt Kockmann. „Ich bin sehr erstaunt, wie gut die Kinder das aufgenommen und wie schnell sie unsere Ratschläge umgesetzt haben“, freut sich auch Böwer.

Jeder bekommt in der ersten Stunde einen gespitzten Bleistift und ein Blatt Papier. Am ersten Tag erproben die beiden Leiter erst einmal das zeichnerische Können der Kinder. Danach versuchen sie mit den Teilnehmern, einen Witz ihrer Wahl zu zeichnen. Am zweiten Tag erfahren die Kinder, aus welchen Grundformen ein Mensch oder ein Tier aufgebaut ist. „Aus Strichen, Dreiecken und Kreisen haben wir sie Körper in den Grundformen zeichnen lassen. Man muss erst realistisch zeichnen lernen, um dann reduzieren zu können, so wie es im Comic üblich ist“, erklärt Böwer. Am dritten Tag zeigen die Illustratoren, dass man aus diesen einfachen Formen auch eine Flasche zeichnen kann. „Die Kinder haben daraus Flaschengeister, eine Flaschenspardose oder Pokerkatzen gezeichnet“, so Kockmann.

Karl Brinker aus Welbergen hat, wie sein Freund, eine Pokerkatze gezeichnet. Stolz zeigt der Elfjährige den abgenutzten, geschrumpften Bleistift und vergleicht ihn mit der ursprünglichen Länge. „Den Rest des Bleistifts schaffe ich auch noch. Ich habe jetzt auch zu Hause viel gezeichnet in den drei Tagen. Das will ich auch weitermachen“, offenbart Karl lachend. Comics habe er schon immer gelesen, aber noch nie gezeichnet.

Sophie Papenburg aus Steinfurt sammelt und liest Comics bereits seit Jahren. „Donald Duck liebe ich besonders, aber eigentlich alle Comics. Ich habe immer gezeichnet, doch noch nie Comics. Das macht richtig Spaß“, sagt die Zehnjährige, die in der Pause sitzen bleibt und weiter zeichnet.

Ganze Comics sind in diesen drei Tagen mit insgesamt 16 Stunden nicht entstanden, dafür aber eine kreative Atmosphäre mit Grundlagen zum Weiterzeichnen zu Hause. „Das sind unsere zukünftigen Künstler“, lobt Böwer nicht umsonst.

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