Neue Feuerwache
Beide Varianten sind machbar – mit Kompromissen

Ochtrup -

Viele verschiedene Varianten für den Neubau einer Feuerwache in Och­trup hat das Planungsbüro in den vergangenen Monaten durchgespielt: Die in Frage kommenden Lösungen stellten Nico Wagner und Efstathios Simos von „kplan“ in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vor. In der anschließenden Diskussion kristallisierte sich bereits heraus, welches Konzept es werden könnte.

Freitag, 17.11.2017, 06:11 Uhr

Das jetzige Gelände der Feuer- und Rettungswache kommt als Standort nicht mehr infrage.
Das jetzige Gelände der Feuer- und Rettungswache kommt als Standort nicht mehr infrage. Foto: Ralph Schippers

Einige Ideen waren in der Präsentation zwar noch mit aufgeführt, von den Planern aber schon wieder verworfen worden: Denn seit dem Sommer ist klar, dass der Kreis Steinfurt sich an einer Kombination von Feuer- und Rettungswache im Umkreis von 250 Metern um den jetzigen Standort nicht beteiligen würde. Heißt: Die Stadt muss jetzt „nur“ noch eine neue Feuerwache in Angriff nehmen.

Hierfür hatten die auf solche Projekte spezialisierten Planer zunächst ein Raumprogramm erarbeitet: Wie viel Platz wird für Mensch und Maschine aus feuerwehrtechnischer Sicht benötigt – von Fahrzeughallen über Werkstätten und Umkleiden bis hin zu Schulungsräumen? Schnell war klar, dass weder ein Neubau auf dem aktuellen Grundstück noch eine Sanierung des Bestandsgebäudes funktionieren würde. In Frage kamen dann noch das Areal der ehemaligen Pestalozzischule sowie der Bereich der Stadthalle.

Für diese Flächen stellten die beiden Planer nun mögliche Lösungen vor – keine fertigen Entwürfe allerdings, sondern erste Studien zur Machbarkeit. Nummer eins: die frühere Pestalozzischule. Der alte, unter Denkmalschutz stehende Teil könnte mitgenutzt werden, das aus den 70er-Jahren stammende Gebäude müsste weichen. Zwei Zufahrten auf des Gelände wären möglich. Die in einer Doppelhalle untergebrachten Fahrzeuge würden in dieser Variante in Richtung der Professor-Gärtner-Straße ausrücken, einige über eine Umfahrt. Als problematisch betrachteten die zwei Planer unter anderem die ungünstige Lage des alten Schulgebäudes, das für die Belange der Feuerwehr nicht ideal angelegt sei, und das Gefälle auf dem Gelände. Auch für die Außenflächen bräuchte es eigentlich mehr Platz.

Für den Standort Stadthalle hatte das Büro mehrere Konzepte durchdacht. Von einem Umbau der Halle zu einer Feuerwache rieten die Experten ab. „Das funktioniert zwar, ist aus unserer Sicht aber nicht wirtschaftlich“, sagte Efstathios Simos .

Blieb also die Variante mit einem Abriss der Stadthalle und einem Neubau an eben jener Stelle. Hier würden die Fahrzeuge auf die Gronauer Straße ausrücken, es gäbe getrennte Wege für Ein- und Ausfahrt, erläuterten die Planer. Die Haken an dieser Variante unter anderem: Man könnte sich mit dem Lieferverkehr des angrenzenden K+K-Marktes in die Quere kommen, außerdem bestünde die Gefahr von Rückstaus auf der Gronauer Straße. Ideal sei das Areal also nicht, genau wie an der Pestalozzischule müssten Kompromisse getragen werden – aber: „Aus unserer Sicht wäre das Grundstück an der Stadthalle besser geeignet“, sprach sich Efstathios Simos dennoch für diese Variante aus – betonte jedoch, dass sich die Einschätzung rein auf die feuerwehrtechnischen Belange beziehe.

Auch den Kostenrahmen hatten die Planer grob ermittelt. So schätzten sie die Variante Pestalozzischule auf 6,5 Millionen Euro brutto, die Variante Stadthalle auf 5,9 Millionen Euro. Nicht Gegenstand der Untersuchung des Büros waren die Folgen aus dem nötigen Abriss von Gebäuden – im Fall der Stadthalle müsste zudem zunächst ein Ersatzbau geschaffen werden.

Für die SPD war die Sache nun klar: Die Fraktion habe sich in der Vergangenheit bereits für das Schulgelände ausgesprochen, und er habe an diesem Abend keine Argumente gehört, die ihn diese Entscheidung noch einmal überdenken ließen, erklärte Vincent ten Voorde. Vor allem die schnellere Umsetzung spreche für diese Variante. „Wenn wir eins nicht haben, dann ist das Zeit!“

Auch die Freien Wähler waren sich nun „mehr als sicher“, dass die Lösung auf dem Schulgelände die bessere ist – „wohlwissend, dass es Kompromisse gibt, die zu tragen sind“, erläuterte Claudia Fremann. Zeit und Geld seien die ausschlaggebenden Argumente. Dem schloss sich auch Franz Scheipers für die Grünen an.

Bauchschmerzen bei beiden Lösungen hatte Hermann Holtmann (FDP). Er machte sich Sorgen, dass die Standorte nicht zukunftsfest sein könnten. Mit Blick auf die Kosten sprach er sich aber für das Schulgelände aus. „Einen Abriss der Stadthalle können wir uns nicht leisten.“

SPD, FWO, FDP und Grüne stimmten denn am Ende auch dafür, dem Stadtrat – der am 14. Dezember (Donnerstag) entscheiden soll – den Neubau an der Pestalozzischule zu empfehlen. Die CDU, die sich für die Variante an der Stadthalle stark gemacht hatte, enthielt sich. „Wir treten aber nicht auf die Bremse“, stellte Hajo Steffers im WN-Gespräch klar. Eine solch große Entscheidung, die viele Jahre tragen soll, müsse jedoch ausführlich diskutiert und mit Bedacht gefällt werden.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5293016?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Nachrichten-Ticker