Straßennamen in Ochtrup
Der Mührenplatz in Langenhorst erinnert an Pfarrer Theodor Mühren

Ochtrup -

Eingerahmt von Stiftsgebäuden liegt der Mührenplatz im Ortskern von Langenhorst. Er erinnert an den Geistlichen Theodor Mühren, der 1828 als Pfarrer, Lehrer und Erzieher in die Gemeinde kam.

Dienstag, 21.11.2017, 11:11 Uhr

Der Mührenplatz im Ortskern von Langenhorst erinnert an den Geistlichen Theodor Mühren.
Der Mührenplatz im Ortskern von Langenhorst erinnert an den Geistlichen Theodor Mühren. Foto: Irmgard Tappe

Da ihm auch die pädagogischen Aufgaben wichtig waren, strebte er die Gründung eines Lehrerseminars für den kleinen Ort an. Dieser Plan, den er mit seinem Studienfreund Schulrat Krabbe geschmiedet hatte, wurde bereits 1833 realisiert.

Aus der von Pfarrer Professor Klemens Brockmöller verfassten Langenhorst-Chronik geht hervor, dass Mührens pädagogischer Gedanke geprägt war von dem religiös-wissenschaftlichen Kreis, zu dem auch Theodor Katerkamp, Gräfin von Gallitzin und Bernhard Overberg gehörten. In diesem Sinne war es ein Anliegen des Geistlichen, dass den Seminarschülern sittlich-religiöse Werte als Standardvoraussetzung für den Lehrerberuf vermittelt wurden.

Doch auch der wirtschaftliche Gedanke habe für Mühren eine Rolle gespielt, weiß Hildegard Schulze Elshoff, die sich intensiv mit der Langenhorster Geschichte auseinandersetzt. „Durch die Auflösung des Damenstiftes war die Langenhorster Bevölkerung regelrecht verarmt. Den kleinen Handwerksbetrieben zum Beispiel fehlten die Einnahmen, die früher durch das Stift erwirtschaftet wurden“, schildert Schulze Elshoff die damalige Situation der Bevölkerung. Pfarrer Mühren habe dafür gesorgt, dass die Studierenden in den Familien seiner Pfarrgemeinde wohnen konnten, wodurch die Leute eine Chance hatten, ihr karges Einkommen aufzubessern.

Das Lehrerseminar wuchs stetig. Schon 1839 wurde die Beschränkung aufgehoben, dort ausschließlich Lehrer für Landstellen, Dorfschulen und Bauerschaftsschulen auszubilden. Die Prüfungszeugnisse der Absolventen hatten von nun an für alle Schulen Gültigkeit.

Pfarrer Theodor Mühren starb am 8. Oktober 1854 im Alter von 60 Jahren. Sein Werk wuchs weiter. In den 1860er Jahren kamen Präparandiekurse als Vorstufe zu den Seminarkursen hinzu, die 1882 nach Warendorf verlegt wurden. Die Lehrer-Präparandie blieb in Langenhorst und die Zahl der Schüler wuchs auf rund 120. 1907 entstand ein neues Präparandie-Gebäude (heute Kindergarten St. Michael). 1922 wurde die Lehrerpräparandie in Langenhorst aufgelöst und das Gebäude zu einem von Ordensschwestern geleiteten Kindererholungsheim.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5303100?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Nachrichten-Ticker