Schulausbau
Erst die OGS, dann das Multifunktionsgebäude?

Ochtrup -

Für die Rückkehr zu G 9 hat das Land NRW Fördergelder in Aussicht gestellt, um die Kommunen bei den Kosten der Umstellung zu entlasten. In Ochtrup hatte der Rat im Dezember 2016 Prioritäten im Schulausbau-Konzept festgelegt. Müssen diese jetzt gekippt werden? Darüber diskutierte am Montagabend der Ausschuss für Bildung und Sport.

Mittwoch, 22.11.2017, 06:11 Uhr

Die Offenen Ganztagsschule an der Lambertischule soll ausgebaut werden. Der Rat wollte ursprünglich den Neubau eines Multifunktionsgebäudes am Schulzentrum vorziehen. Auf einen Vorschlag der Verwaltung hin, soll nun aber erneut über den Zeitablauf beraten werden.
Die Offenen Ganztagsschule an der Lambertischule soll ausgebaut werden. Der Rat wollte ursprünglich den Neubau eines Multifunktionsgebäudes am Schulzentrum vorziehen. Auf einen Vorschlag der Verwaltung hin, soll nun aber erneut über den Zeitablauf beraten werden. Foto: Anne Eckrodt

Bereits im Dezember 2016 hat der Rat den Ausbau der OGS Marienschule, den Neubau eines Multifunktionsgebäudes am Schulzentrum und die Erweiterung der OGS Lambertischule beschlossen. Das Vergabeverfahren und die Planungen für die Marienschule sind in diesem Jahr angelaufen, Baubeginn soll in 2018 sein. Ursprünglich wollte der Rat im nächsten Jahr zudem mit den Planungen für das Multifunktionsgebäude beginnen. Die Verwaltung hat nun im Ausschuss für Bildung und Sport am Montagabend einen anderen Vorschlag gemacht.

Da die Landesregierung in NRW zum Abitur nach neun Jahren zurückkehren will, sei es sinnvoll, einen möglicherweise dadurch bedingten höheren Raumbedarf am Gymnasium in die Planungen für ein Multifunktionsgebäude miteinfließen zu lassen, erklärte die Erste Beigeordnete, Birgit Stening. Zudem habe die Landesregierung in Aussicht gestellt, baubedingte Mehrkosten, verursacht durch die Rückkehr zu G 9, fördern oder sogar ganz übernehmen zu wollen. „Aus unserer Sicht wäre es fahrlässig, G 9 nicht in die Entscheidung miteinzubeziehen“, machte Stening deutlich. Da das Raumkonzept für das Multifunktionsgebäude ohnehin noch nicht weit gediehen sei, schlug die Verwaltung vor, den Ausbau der OGS der Lambertischule vorzuziehen und erst 2019 mit dem Vergabeverfahren für das Multifunktionsgebäude zu beginnen.

Die Leiterin der Lambertischule, Marlies Lütkehermölle , nutzte die Gelegenheit, und schilderte den Ausschussmitgliedern eindringlich die derzeit prekäre Platzsituation an ihrer Schule. „Ich muss jeden Montag neu gucken, wie ich die Raumbelegung hinbekomme. Wenn bei uns nicht alle an einem Strang ziehen würden, wäre das ganze System schon lange vor die Wand gefahren“, betonte die Schulleiterin.

Sie erinnerte zudem daran, dass auch die Musikschule die Räume der Lambertischule nutzt. „Da werden 520 Kinder durchgeschleust. Hinzu kommen Sprachkurse, die OGS und die Hausaufgabenbetreuung“, sagte Lütkehermölle. Für den Offenen Ganztag gebe es zudem derzeit eine Warteliste. Auch in der Grundschule gehe Schule bis in den späten Nachmittag.

Die Politiker im Ausschuss waren noch unentschlossen, was auch damit zusammenhing, dass die Unterlagen für die Sitzung erst am Wochenende zugestellt worden waren. Während sich Vincent ten Voorde für die SPD mit dem Verwaltungsvorschlag anfreunden konnte, sah das bei der CDU und den Freien Wählern anders aus. „Ich sehe da keine Verflechtungen mit G 9“, äußerte sich beispielsweise Herbert Löcker. Barbara Kuhls-Malitz war der gleichen Meinung. Es sei schwierig, es allen Schulen recht zu machen, betonte die CDU-Frau und fand es unfair, das Multifunktionsgebäude hintenanzustellen, da der Bedarf bereits vor fünf Jahren angemeldet worden sei. Jürgen Helker (CDU) erinnerte daran, dass ein Multifunktionsgebäude auch Kapazitäten für die Musikschule bereit halte und somit Entlastung für die Lambertischule bringen würde. Petra Schulte-Mesum (FWO) wollte die in Aussicht gestellten Fördermittel des Landes nicht als gegeben betrachten. „Das Land hat uns schon oft die Möhre vorgehalten“, bezweifelte sie, dass von dort finanzielle Unterstützung zu erwarten sei.

Der FDP-Fraktion war vor allem wichtig, dass sämtliche Fördermöglichkeiten für das Multifunktionsgebäude ausgeschöpft werden. Wenn das bedeute, den Neubau um ein Jahr zu verzögern und zunächst mit der OGS Lambertischule zubeginnen, sei ihm das nur recht, so Fraktionschef Hermann Holtmann. Zumal das Raumkonzept für das geplante Gebäude am Schulzentrum seiner Ansicht nach bislang vollständig fehle.

Zumindest die aktuellen Belegungspläne haben die Ochtruper Schulen mittlerweile der Verwaltung zur Verfügung gestellt, informierte Stening. „Sie liegen seit Ende vergangener Woche vor. Wir werden das jetzt auswerten“, versprach die Erste Beigeordnete. Ein Raumkonzept soll gemeinsam mit den Schulen ermittelt werden.

Zum Thema

Zu einer Entscheidung konnten sich die Lokalpolitiker noch nicht durchringen. Sie wollen in den Fraktionen beraten und das Thema am 14. Dezember (Donnerstag) im Rat erneut behandeln.

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