24 Stunden in Ochtrup
Ochtrup ist nicht New York

Ochtrup -

Die Adventsserie „24 Stunden in Ochtrup“ geht weiter. WN-Redakteurin Anne Steven hat nachts um 3 Uhr einen Spaziergang durch Ochtrup gemacht und geschaut, was sich zu dieser nachtschlafenden Zeit mitten in der Woche in der Töpferstadt so tut.

Montag, 04.12.2017, 06:12 Uhr

Menschenleer zeigt sich mitten in der Woche nachts um 3 Uhr die Laurenzstraße. Dort wo sonst Besucherströme und zahlreiche Autos ihren Weg suchen, ist zu nachtschlafender Stunde niemand anzutreffen.
Menschenleer zeigt sich mitten in der Woche nachts um 3 Uhr die Laurenzstraße. Dort wo sonst Besucherströme und zahlreiche Autos ihren Weg suchen, ist zu nachtschlafender Stunde niemand anzutreffen. Foto: Anne Steven

Von New York sagt man, sie sei die Stadt, die niemals schläft. Das kann man von Ochtrup nun wirklich nicht behaupten. Denn in dieser Nacht – es ist 3 Uhr in der Früh – geht in der Töpferstadt nichts. Sie und ihre Bewohner schlafen tief und fest. Nur die Berichterstatterin und ihr tapferer Begleiter so scheint es, stiefeln durch die Nacht. Die Laurenzstraße liegt wie ausgestorben da. Ein Spaziergang über die Fahrbahn? Kein Problem.

Doch dann tut sich doch etwas. Am Horizont taucht blau zuckendes Licht auf. Ein Krankenwagen. Das Martinshorn braucht er hier nicht. Nur das Blaulicht leuchtet und entfernt sich stetig in Richtung Langenhorst. Auch am DOC ist es ungewöhnlich still. Wo sonst die Besucherströme entlangpilgern, flitzt zu dieser Uhrzeit nur eine Katze über die Straße und verschwindet in einem Garten.

„Ein bisschen fühlt man sich wie der letzte Mensch. So wie in einem Horrorfilm mit Zombies“, versucht der Begleiter mit dramatischer Stimme für Gruselfeeling während dieser Nachtwanderung zu sorgen – vergeblich. Oder doch nicht? Hinter der Gaststätte Bücker – am Wochenende würden sich an dieser Stelle sicherlich die Kneipengänger tummeln – huscht jemand über den Parkplatz. Kaum aufgetaucht ist die Gestalt auch schon wieder verschwunden.

Jetzt vielleicht ein schönes Bild von der beleuchteten Lambertikirche. . . aber nein, die Lichter sind zu dieser frühen Stunde ausgeschaltet.

Der Weg führt durch die menschenleere Fußgängerzone. So langsam macht sich bei beiden Spaziergängern die ungewohnt frühe Tageszeit bemerkbar. Es ist kalt. Sie treten den Heimweg an. Vielleicht ist unter der Bettdecke noch ein klein wenig Restwärme geblieben.

Der Weg führt über die Hellstiege und vorbei an der Bäckerei Beile. Hier brennt schon Licht. Na, klar. Es ist schließlich auch schon fast 4 Uhr. Im Wohngebiet sind dann doch noch ein paar Menschen unterwegs. Fleißige Mitarbeiter dieser Zeitung treffen die nächtlichen Spaziergänger. Ein freundliches „Guten Morgen“, das geht für Zeitungsboten auch morgens um kurz vor vier.

Die Nachtwanderer haben aber nun endgültig genug – schließlich sind sie Ochtruper und keine New Yorker.

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