Reinhard Vinkelau folgt auf Mathilde Kockmann
Der Neue in der „Brücke“

Ochtrup -

Nach zehn Jahren im „Hubi“ und neun Jahren im „Freiraum“ folgt jetzt die nächste Station für Reinhard Vinkelau. Der Sozialpädagoge tritt die Nachfolge von Mathilde Kockmann an und leitet ab sofort die offene Kinder- und Jugendarbeit in der „Brücke“ in Welbergen.

Mittwoch, 10.01.2018, 06:01 Uhr

Am Billardtisch fühlt Reinhard Vinkelau sich wohl. Zum Glück steht auch im Dachgeschoss der „Brücke“ einer . . .
Am Billardtisch fühlt Reinhard Vinkelau sich wohl. Zum Glück steht auch im Dachgeschoss der „Brücke“ einer . . . Foto: Anne Spill

Na nu, was sind denn das für ungewohnte Klänge? Statt Hip-Hop, Pop oder Rock dringt an diesem Montagnachmittag ein Vivaldi-Konzert aus den Boxen im Dachgeschoss der „Brücke“. „Typische Jugendmusik“, stellt Stefan Hörstrup mit einem Schmunzeln fest, als er das Pfarrheim betritt. Der Pfarrer ist heute nach Welbergen gekommen, um den neuen Leiter der offenen Kinder- und Jugendarbeit in der „Brücke“ zu treffen und der Presse vorzustellen. Und der schlägt offenbar ganz andere Töne an . . .

„Na ja, das ist jetzt Zufall“, beteuert eben jener Neue, als er die Besucher begrüßt. „Ich habe hier meinen alten Player angeschlossen, und die CD war noch drin. Die hatte ich auch schon gesucht!“, verkündet er und lacht. Das strahlende Gesicht ist kein unbekanntes – es gehört zu Reinhard Vinkelau , den viele einfach nur „Madness“ nennen. Bis dato leitete der Sozialpädagoge zusammen mit Jörg Eßlage das Jugendcafé Freiraum in Ochtrup. Nun hat es ihn also in den Ortsteil Welbergen verschlagen.

Dort ist er eigentlich gar nicht so ganz neu. Schließlich sind das „Freiraum“ und die „Brücke“ gut vernetzt, haben in der Vergangenheit immer mal wieder gemeinsame Aktionen angeboten. „Und ich habe mal drei Jahre in Welbergen gewohnt“, berichtet Reinhard Vinkelau.

Und so kam der 50-Jährige schnell ins Nachdenken, als Mathilde Kockmann nach 26 Jahren als Leiterin der „Brücke“ in den Ruhestand ging und ein Nachfolger gesucht wurde. „Ich wollte gerne aus persönlichen Gründen etwas weniger arbeiten, da passte das gut“, erklärt Vinkelau, warum er sich schließlich für die 22,5-Stunden-Stelle in Welbergen entschied.

Dort ist er freundlich empfangen worden. Die ersten haben schon mitbekommen, dass er „der Neue“ ist. Und wie das so ist: In einem kleinen Ort kennt und hilft man sich. „Als ich zum Aufhängen der neuen Lampen eine Leiter brauchte, konnte ich einfach beim Nachbarn klingeln. Er hat mir seine gleich mitgegeben“, berichtet Reinhard Vinkelau.

Apropos neue Lampen: Klar, dass sich mit einem solchen Personalwechsel so einige Dinge verändern. Und abgesehen von Einrichtungsgegenständen – von den Lampen bis zum anfangs genannten CD-Player – wird sich naturgemäß auch inhaltlich etwas in der „Brücke“ tun. Schließlich hat jeder ein eigenes Profil und eine eigene Handschrift – bei „Madness“ ist es zum Beispiel die Natur- und Erlebnispädagogik. Aber: Alles auf den Kopf stellen, das hat der Diplom-Sozialpädagoge offenbar nicht vor. „Ich kann auf ein gutes Fundament aufbauen“, zollt er der Arbeit seiner Vorgängerin großen Respekt. Nun heiße es aber erst einmal: ankommen. „Ich muss jetzt viel Beziehungsarbeit leisten“, weiß der 50-Jährige, der sich nach und nach den mit der „Brücke“ (einschließlich der Zweigstelle Langenhorst) verbundenen Gruppen vorstellt.

Eins ist aber auf jeden Fall schon klar: Die Verbindung von „Brücke“ und „Freiraum“ wird auch in Zukunft Bestand haben. Vinkelau hat dazu eine klare Meinung: „Es ist gut, wenn die offene Kinder- und Jugendarbeit nicht nur unter einzelnen Kirchtürmen stattfindet.“ Und so werde weiter übergreifend gearbeitet.

Und wie geht es im Ochtruper Jugendcafé weiter – ohne Reinhard Vinkelau? „Seine Vollzeitstelle wird nun ausgeschrieben“, erläutert Stefan Hörstrup. Fast neun Jahre hat „Madness“ im „Freiraum“ gearbeitet, davor bereits zehn Jahre im Vorgänger, dem Jugendkulturcafé „Hubi“. Jetzt also die „Brücke“.

Auf die „neuen Töne“ darf man gespannt sein. Vivaldi, sagt Reinhard Vinkelau, werde da aber eher eine Ausnahme bleiben. . .

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