Stolperstein für Hermann Scheipers
Stolpern und innehalten

Ochtrup -

In Erinnerung an den KZ-Überlebenden Hermann Scheipers verlegte der Künstler und Stolpersteine-Initiator Gunter Demnig am Samstagmorgen einen der Steine vor dem Haus Mühlenstraße 12.

Montag, 05.02.2018, 10:06 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 05.02.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 05.02.2018, 10:06 Uhr
Für Hermann Scheipers verlegte der Künstler und Stolpersteine-Initiator Gunter Demnig am Samstagmorgen einen der Steine vor dem Haut Mühlenstraße 12. Bei der kleinen Feierstunde war auch der Bruder des Verstorbenen, Josef Scheipers (im Rollstuhl), zugegen.
Für Hermann Scheipers verlegte der Künstler und Stolpersteine-Initiator Gunter Demnig am Samstagmorgen einen der Steine vor dem Haus Mühlenstraße 12. Foto: Irmgard Tappe

Eine kleine quadratische Messingtafel blinkt seit Samstag vor dem Haus Mühlenstraße 12 aus den grauen Pflastersteinen hervor. Ein Stolperstein mit der Aufschrift „Prälat Hermann Scheipers , Jahrgang 1913, verhaftet am 4.10. 1940 wegen Seelsorge für polnische Zwangsarbeiter, 1941 Todesmarsch Dachau, geflohen am 27. 4. 1945“

Stolperstein für Hermann Scheipers

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  • An den KZ-Überlebenden Hermann Scheipers erinnert ein Stolperstein, der jetzt verlegt wurde. Eine zusätzlich angebrachte Tafel beschreibt seinen Lebensweg.

    Foto: Irmgard Tappe
  • An den KZ-Überlebenden Hermann Scheipers erinnert ein Stolperstein, der jetzt verlegt wurde. Eine zusätzlich angebrachte Tafel beschreibt seinen Lebensweg.

    Foto: Irmgard Tappe
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    Foto: Irmgard Tappe
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    Foto: Irmgard Tappe
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    Foto: Irmgard Tappe
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    Foto: Irmgard Tappe
  • An den KZ-Überlebenden Hermann Scheipers erinnert ein Stolperstein, der jetzt verlegt wurde. Eine zusätzlich angebrachte Tafel beschreibt seinen Lebensweg.

    Foto: Irmgard Tappe
  • An den KZ-Überlebenden Hermann Scheipers erinnert ein Stolperstein, der jetzt verlegt wurde. Eine zusätzlich angebrachte Tafel beschreibt seinen Lebensweg.

    Foto: Irmgard Tappe

Eingerahmt in eine kleine Feierstunde, die der Gitarrist Peter Kersting musikalisch untermalte, ließ der Künstler Gunter Demnig diesen Stolperstein vor dem Geburtshaus von Hermann Scheipers ein. An der Hauswand hängt außerdem eine Gedenktafel zur Erinnerung an Prälat Scheipers und seine Schwester Anna Schweppe. Während der Feierstunde enthüllten Bürgermeister Kai Hutzenlaub und Pastor Stefan Hörstrup auch diese Tafel. Familienmitglieder von Prälat Scheipers sowie sein Bruder Josef Scheipers waren zur Mühlenstraße gekommen, um diesem denkwürdigen Ereignis beizuwohnen. Ebenso zahlreiche Ochtruper Bürger, die den Geistlichen persönlich gekannt hatten.

„Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, die ums Leben kamen, aber auch an diejenigen, die wie Hermann Scheipers das Grauen überlebten“, erklärte Hutzenlaub. Er skizzierte die Zeit des Geistlichen im KZ Dachau, wo Scheipers schikaniert und gedemütigt wurde. Und wo er abtransportiert werden sollte in die Gaskammer. Seine Schwester Anna Schweppe habe das durch ihr couragiertes Verhalten verhindert, indem sie bis zur Reichssicherheitsbehörde vordrang.

Prälat Scheipers sei bis ins hohe Alter als Zeitzeuge unterwegs gewesen, um jungen Menschen von seinen Erfahrungen mit der Nazi- und DDR-Diktatur zu berichten. Kurz vor seinem Sterben habe der 103jährige seinen Tod als „Ende eines kleinen Stück irdischen Lebens“ bezeichnet. „Zugleich war es aber auch das Ende eines großen Stücks Zeitgeschichte“, ergänzte der Bürgermeister.

Pfarrer Stefan Hörstrup erzählte von seiner ersten Begegnung mit Hermann Scheipers im Carl-Sonnenschein-Haus. „Wir begannen unser Kennenlernen mit dem Thema Tod. Denn als ich mich bei ihm vorstellte, zeigte er mir eine kleine Holzkiste mit Dokumenten und Hinweisen für seine Beerdigung.“ Hörstrup bezeichnete Scheipers als disziplinierten Menschen, dessen Antriebskraft sein tiefer Glaube war. „Geborgenheit im Letzten gibt Gelassenheit im Vorletzten“, sei ein Leitspruch seines Lebens gewesen. „Durch das Lebenszeugnis von Hermann Scheipers ist das ein Satz, der Mut macht, Hoffnung schenkt und beherzt alle Veränderungen angehen lässt“, bemerkte Hörstrup.

Der Stolperstein an der Mühlenstraße, so der Pfarrer von Sankt Lambertus, fordere die Menschen auf, kurz zu stolpern und inne zu halten. In Zeiten, in denen man den Eindruck habe, dass politische Extreme, Ausgrenzung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wieder zunehmen, tue das gut. Im Anschluss an die Feierstunde legten Angehörige und Freunde von Hermann Scheipers weiße Rosen am Stolperstein nieder.

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