28-jähriger Ochtruper muss sich vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten
Mann blendet Polizei mit Laserpointer

Ochtrup -

Weil ein 28-jähriger Mann aus Ochtrup einen verbotenen Eingriff in den Luftverkehr vorgenommen hatte, musste er sich jetzt beim Amtsgericht Steinfurt verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann in der Anklage vor, die Besatzung eines Polizeihubschraubers mit einem Laserpointer geblendet zu haben.

Samstag, 17.02.2018, 09:00 Uhr
Den Strahl eines Laserpointers richtete ein 28-jähriger Ochtruper auf einen Polizeihubschrauber.
Den Strahl eines Laserpointers richtete ein 28-jähriger Ochtruper auf einen Polizeihubschrauber. Foto: Wilfried Gerharz

Danach habe der Angeklagte am 5. Oktober des vergangenen Jahres von seiner Wohnung an der Gronauer Straße einen Laserpointer auf einen Hubschrauber gerichtet, den er wohl nicht als einen von der Polizei erkannt hatte.

Durch ein rasches Abdrehen gelang es dem Piloten, eine akute Gefährdung vermeiden. Dennoch wurde der Strahl des Pointers noch einmal auf den Hubschrauber gerichtet, der in einer Höhe von 350 Metern unterwegs war.

Mit Hilfe der an Bord installierten Wärmebildkamera und einem starken Scheinwerfer konnte die Hubschrauberbesatzung den Standort des Mannes feststellen und die Kollegen der Polizeistation verständigen, die den 28-Jährigen schon nach kurzer Zeit dingfest machten. Dokumentiert war alles in der Kameraaufzeichnung, die dem Gericht als Videofilm vorlag.

Der Angeklagte räumte sein Fehlverhalten, wie schon bei der ersten polizeilichen Vernehmung, uneingeschränkt ein. Er habe nicht bedacht, dass auf eine Entfernung von 500 Metern Menschen geblendet werden könnten, sagte er. Schon gar nicht habe er die Absicht gehabt, andere Menschen in Lebensgefahr zu bringen. Mit der Einziehung des Tatwerkzeuges erklärte er sich einverstanden.

Der Richter hielt dem Angeklagten vor, dass ein schwerwiegender Eingriff in den Luftverkehr mit einer Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bewehrt sei. Da jedoch die Hubschrauberbesatzung zu Protokoll gegeben hatte, dass wegen der schnellen Reaktion des Piloten zu keinem Zeitpunkt eine ernsthafte Gefahr bestanden habe, betrachtete der Richter die Tat als nicht geglückten Versuch einer Straftat. Außerdem wertete er das Geständnis und die sofort übernommene Verantwortung als positiv für den Angeklagten.

Die Staatsanwältin beantragte eine Verurteilung zu 80 Tagessätzen à 40 Euro. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 40 Euro, die wegen seines geringen Einkommens in Raten zahlbar sind. Aufgrund seines, so der Richter, bunten Vorstrafenregisters, müsse der Angeklagte auch bei einem vergleichsweise geringen Delikt mit einer Gefängnisstrafe rechnen.

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