Geplantes Krematorium war Thema im Bauausschuss
Bauleitplanverfahren soll starten

Ochtrup -

Der geplante Bau eines Krematoriums am Langenhorster Bahnhof stand am Montagabend auf der Agenda des Bauausschusses. Nach diesmal sachlich geführter Diskussion sprach sich das Gremium bei einer Gegenstimme dafür aus, in das Bauleitplanverfahren einzusteigen.

Mittwoch, 21.03.2018, 06:03 Uhr

Visualisierung: So könnte das geplante Krematorium am Langenhorster Bahnhof einmal aussehen. Der Bauausschuss stimmte am Montagabend dafür, ins Bauleitplanverfahren einzusteigen.
Visualisierung: So könnte das geplante Krematorium am Langenhorster Bahnhof einmal aussehen. Der Bauausschuss stimmte am Montagabend dafür, ins Bauleitplanverfahren einzusteigen. Foto: FBM GmbH &Co. KG

Nach den mitunter heftigen und wenig sachlichen Diskussionen zum von Investoren geplanten Bau eines Krematoriums in der jüngsten Ratssitzung (wir berichteten), verlief die Sitzung des Bauausschusses am Montagabend deutlich ruhiger.

Gleich zu Beginn erklärte Michael Reidegeld (FWO), er werde dem Vorschlag der Verwaltung, in das Bauleitplanverfahren einzusteigen, um in diesem Rahmen Informationen für eine inhaltliche Bewertung zusammenzutragen, nicht zustimmen. Seine Begründung: Ein Fall im baden-württembergischen Sinsheim. Dort habe die Kommune dem Bau eines Krematoriums zugestimmt. Der Investor begann mit dem Bau, doch dann sei dieser vom Verwaltungsgericht gestoppt worden. Auch dort habe die Kommune das vorgesehene Gelände, das ursprünglich als Industriegebiet ausgewiesen gewesen sei, in ein Sondergebiet umgewandelt. Aus Gründen der Pietät habe das Gericht den Bau gestoppt. Mittlerweile befänden sich Investor und Kommune in einem Rechtsstreit, der Bau sei eine Ruine. „Aus diesen Gründen glaube ich nicht, dass wir uns das als Stadt erlauben sollten“, lautete die Einschätzung Reidegelds.

Sowohl in seiner Fraktion als auch im gesamten Ausschuss stand der FWO-Mann damit allerdings alleine. Martin Wilke (SPD) sprach sich für den Vorschlag der Verwaltung und ein „sauberes Verfahren“ aus, in dem sämtliche Fragen und strittigen Punkte geklärt würden. Martin Grave (FWO) ergänzte, dass es in besagtem Verfahren darum gehen werde, Interessen von Anliegern und Investoren abzuwägen. „Und das geht nur, wenn wir ins Verfahren einsteigen“, so Grave. Auch Peter Dorsten tat sich schwer, die Argumente Reidegelds nachzuvollziehen. „Innerhalb des Verfahrens können wir feststellen, ob der Bau genehmigungsfähig ist oder nicht. Das ist die dümmste Begründung, die ich je gehört habe“, ärgerte sich der CDU-Mann.

Das wollte Reidegeld so nicht stehen lassen. Er wisse, dass er im Ausschuss keine Mehrheit finden werde und dass die Kommune ins Verfahren einsteigen werde. „Wogegen ich mich wehre, ist der Vorwurf, ich sei dumm. Das finde ich deplatziert.“

Im Vorfeld hatten sowohl die Freien Wähler als auch die FDP zahlreiche Fragen zum Thema zusammengetragen und an die Verwaltung weitergereicht. „Viele dieser Fragen können aber erst im Laufe des Verfahrens beantwortet werden“, erklärte die Erste Beigeordnete Birgit Stening. Die Antworten „mal eben aus dem Hut zu ziehen“ sei nicht möglich.

Zu Beginn der Sitzung hatte Bauamtsleiterin Karin Korten eine Einladung der Investoren an die Rats- und Ausschussmitglieder weitergegeben, sich gemeinsam ein Krematorium in Diepholz anzuschauen, das der geplanten Anlage gleiche. Zudem suchten die Investoren derzeit das Gespräch mit Anliegern und Gewerbetreibenden am geplanten Standort. Martin Grave regte an, gemeinsam mit den Investoren eine Informationsveranstaltung zu realisieren. „Das würde der Aufklärung dienlich sein“, so seine Ansicht. Schlussendlich votierte der Ausschuss bei einer Gegenstimme (Reidegeld) dafür, in das Bauleitplanverfahren einzusteigen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5606246?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Nachrichten-Ticker