Ehepaar Höltje verfeinerte Lieselottes Eierlikör
Mit Liebe, Spaß, Leidenschaft und Ei

Ochtrup -

Das Rezept ist geheim, aber über Jahre und Jahrzehnte verfeinert und verbessert worden. Klaus Höltje ist eigentlich Apotheker im Ruhestand. Dem Eierlikör hat sich der Ochtruper aber schon vor vielen Jahren verschrieben. Zusammen mit seiner Frau Erika kreierte er Lieselottes Eierlikör.

Freitag, 30.03.2018, 06:03 Uhr

Das Rezept für „Lieselottes Eierlikör“ ist streng geheim. Klaus Höltje und seine Frau Erika haben es über die Jahre immer wieder verfeinert.
Das Rezept für „Lieselottes Eierlikör“ ist streng geheim. Klaus Höltje und seine Frau Erika haben es über die Jahre immer wieder verfeinert. Foto: Erika Höltje

„Ei, Ei, Ei Verp……“ Von wegen. Beim Eierlikör von Klaus Höltje und seiner Frau Erika ist nichts industriell hergestellt. Da ist alles Natur und mit der Hand gemacht. Die Rezeptur: selbstredend streng geheim. Sie hat eine lange Geschichte, eine lange Verfeinerungsgeschichte hinter sich, muss man zutreffend sagen.

Dabei entstanden über all die Jahre kaum kopierbare Ingredienzen dieses sahnig-gelblichen Likörs. Dazu gehören: die Liebe zum Produkt und der Spaß sowie die Leidenschaft bei der Zubereitung – vom rohen Ei bis hin zum Aufkleben des herrlichen Flaschenetiketts.

Wenn man noch einmal den leicht schiefen Vergleich zum Massenprodukt aus Bonn bemühen will: Das dortige Eierlikörrezept, das ein in Antwerpen geborene Destillateur und Firmengründer ersonnen und später im großen Stil vermarktet hat, soll immer noch dasselbe sein wie 1876. Ganz so alt ist die Rezeptur von Klaus Höltje, der 1933 in Kassel geboren wurde, nun wieder nicht. Aber er hat über all die Jahre den Ehrgeiz behalten, das Produkt zu verbessern und zu optimieren.

Jetzt muss er nur noch etikettiert werden: Höltjes Eierlikör „Lieselotte“.

Jetzt muss er nur noch etikettiert werden: Höltjes Eierlikör „Lieselotte“. Foto: Martin Fahlbusch

Nach dem Abitur in Lüneburg trat er dort 1954 eine Stelle zur Ausbildung in einer Apotheke an. Sein damaliger Lehrherr kam aus dem Sudetenland und hatte ein, sagen wir, Grundrezept für Eierlikör aus seiner Heimat mitgebracht. Schon vor seinem späteren Pharmaziestudium in Marburg war Klaus Höltje – natürlich nur im übertragenen Sinne – auf den Geschmack gekommen. Und den perfektionierte er dann mit dem erworbenen – nicht nur chemischen Wissen – mehr und mehr.

Auch seine spätere Frau Erika war vom Fach, hatte in der Ochtruper Apotheke von Gerd Egbring senior gelernt und mit Klaus Höltje nach der Heirat 1961 eine Apotheke in Hessen geführt. „Wir haben damals den Eierlikör als Geschenk für Angestellte, Freunde und Geschäftspartner hergestellt“, erinnert sich Klaus Höltje. Und die ständigen Nachtdienste hätten geholfen, die Rezeptur wirklich zu voll­enden. „Da wir früher noch viel öfter Nachdienst hatten, habe ich die Warte- und Bereitschaftszeit oft im Labor verbracht und an meinen schmackhaften Kreationen getüftelt und geschüttelt“, schmunzelt der Apotheker, der mittlerweile über zehn Jahre im Ruhestand ist.

Der Kräuterlikör „Stüwwenkopp“ wurde nach Ochtrups Wahrzeichen benannt. Auf dem Etikett ist die Geschichte der Befestigungsanlage nachzulesen.

Der Kräuterlikör „Stüwwenkopp“ wurde nach Ochtrups Wahrzeichen benannt. Auf dem Etikett ist die Geschichte der Befestigungsanlage nachzulesen. Foto: Martin Fahlbusch

„Natürlich war eine gemeinsam betriebene Apotheke nicht zu verachten, aber in Hessen sind wir beide nicht so recht warm geworden. Und weil sich bei verschiedenen Besuchen bei meiner Mutter in Ochtrup für uns die Chance eröffnete, eine eigene Apotheke in der Töpferstadt zu betreiben, haben wir 1969 die Gelegenheit beim Schopfe gepackt“, erzählt Erika Höltje in ihrem hellen und luftigen Wohnzimmer mit schönem Blick auf den Lambertikirchturm. „Das war auch ungefähr die Zeit, in der wir begonnen haben, das Thema Liköre ein wenig professioneller zu betreiben, ohne unseren Beruf natürlich zu vernachlässigen. Wir haben sozusagen in unserer Freizeit daraus eine unverwechselbare Marke gemacht, fanden einen Künstler, der uns die Etiketten markant und liebevoll gestaltete, und im Andenken an meine Mutter haben wir den Eierlikör ‚Lieselotte’ genannt. Alle Prüfungen durch Gesundheitsamt und Lebensmittelbehörden bestanden wir ohne Fehl“, schaut Klaus Höltje zufrieden zurück. Um genau zu sein, heißt das angesprochene Produkt „Lieselottes Likör . . . aus frischen Eiern!“.

Und schon bald wurde Lieselottes Familie größer, denn es entstand ein besonderer Kräuterlikör, den die beiden Höltjes nach dem Ochtruper Wahrzeichen, dem „Stüwwenkopp“ benannten – samt Geschichtsetikett. „Der war hier in den Ochtruper Kneipen und Gaststätten echt beliebt und wurde oft auf ‚Höltje’ umgetauft“, amüsiert sich das Apotheker-Ehepaar noch heute. Und was ein richtiger Apotheker ist, der auch die Heilkräfte der Natur zu schätzen weiß, der wäre halt am feinbitteren Kräuterlikör ohnehin nicht vorbeigekommen, betont der Pharmazeut.

Einmal probieren, bitte. Klaus Höltje und seine Frau Erika wissen, auf was es beim Eierlikör ankommt.

Einmal probieren, bitte. Klaus Höltje und seine Frau Erika wissen, auf was es beim Eierlikör ankommt. Foto: Martin Fahlbusch

Aber damit nicht genug. Auch ein Kaffeelikör ist schon länger im heimischen Höltje-Sortiment. „Dafür muss Lieselotte auf dem Etikett Neues in ihrem Weidenkorb tragen und der Hund der Familie ersetzt – logischerweise – den Hahn und die Hennen. So haben wir ganz nebenbei eine feine Erinnerung an unseren langjährigen, treuen und lieben Begleiter“, betont Erika Höltje.

Noch einmal zurück zum Eierlikör, der im Moment so prima zum Thema Ostern passt. „Die Eier kommen aus der Region und wir beziehen sie aus einem in Ochtrup nicht ganz unbekannten Fachbetrieb. Für die Likörproduktion wird nur das frische Eigelb verwendet. Wir wissen genau, was wir da mischen, und haben beide immer noch unsere Freude an unserem Steckenpferd, das vielen anscheinend ganz prima schmeckt“, berichtet Erika Höltje.

Ihr Mann ist gerade nach einer schweren Operation aus der Reha zurück, freut sich aber schon wieder auf die Likörherstellung. „Die macht einfach Spaß, hält jung und fördert in jeder Beziehung die Heilung.“ Der erfahrene Apotheker weiß halt, was gut tut . . .

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