Kaplan Thomas Berger wird im September Pastor in Dinslaken
Abschied von der großen Liebe

ochtrup -

Der Abschied fällt ihm schwer: Nach vier Jahren als Kaplan in der Pfarrei St. Lambertus wechselt Thomas Berger Anfang September dieses Jahres in die St.-Vinzentius-Gemeinde in Dinslaken. Sein Nachfolger steht ebenfalls bereits fest.

Mittwoch, 23.05.2018, 06:00 Uhr

Kaplan Thomas Berger wechselt im September in die St.-Vincentius-Gemeinde in Dinslaken.
Kaplan Thomas Berger wechselt im September in die St.-Vincentius-Gemeinde in Dinslaken. Foto: Anne Steven

„Man sagt immer, die erste Kaplanstelle ist wie die erste große Liebe“, erzählt Thomas Berger mit einem Schmunzeln. Vier Jahre dauert sie in der Regel, dann steht ein Wechsel an. Und auch der 42-Jährige muss nun seine erste große Liebe verlassen. Anfang September zieht es ihn als Pastor in die St.-Vicentius-Gemeinde nach Dinslaken.

Und wie fällt das Fazit nach vier Jahren aus? War oder ist es tatsächlich die große Liebe? „Ich kann das bestätigen. Es war sehr schön“, betont Thomas Berger und der Abschied fällt ihm sichtlich schwer.

Angefangen hat alles im Sommer 2014. Nach der Priesterweihe und einem kurzen Abstecher als Aushilfskaplan in Emmerich am Niederrhein trat Thomas Berger seinen Dienst in der Töpferstadt an. Sein Ausbilder ist damals noch Pfarrer Josef Wichmann. „Er hat mir anfangs noch eine Art Schonzeit gewährt“, erinnert sich Thomas Berger. So habe er langsam in seine Aufgaben hineinwachsenen können.

Traditionell fällt dem Kaplan in einer Kirchengemeinde die Jugendarbeit zu. Das habe ihm von Anfang an Freude bereitet, erzählt der Geistliche. Doch auch Taufen, Beerdigungen, Trauungen und Krankenbesuche stehen auf seinem Programm. „Ich habe eigentlich alles gemacht, was anfiel“, blickt er zurück. Im Jahr 2015 stand dann ein Pfarrerwechsel an. „Eigentlich sollte das nicht sein“, weiß Thomas Berger, dass die katholische Kirche einen Ausbilderwechsel normalerweise vermeidet. Als störend empfand der 42-Jährige dies aber nicht. Er habe stattdessen von beiden „Chefs“ – Pfarrer Josef Wichmann und Pfarrer Stefan Hörstrup – viel gelernt und lerne noch immer.

Vermissen werde er die „gute Hausgemeinschaft“ der Kirchengemeinde. Im Pfarrhaus in Ochtrup beten die Priester am Morgen gemeinsam die Laudes. Später wird gefrühstückt und auch das Mittagessen nehmen die Geistlichen in der Regel gemeinsam ein. „Eine tolle Gemeinschaft“, findet Thomas Berger. Er schätzt den Austausch in dieser gemütlichen Runde. „Man wählt als Priester ja eine besondere Lebensform, in der man alleinstehend ist. So eine Gemeinschaft ist da toll“, sagt der Kaplan.

Auch die Ochtruper gewährten dem neuen Kaplan schnell Zugang zu ihrer Gemeinschaft. Der Umgang mit den Menschen in der Töpferstadt fiel und fällt Thomas Berger besonders leicht. „Die Leute hier sind wie bei uns zu Hause“, hat er festgestellt. Der 42-Jährige stammt aus Heiden-Leblich bei Borken und ist auf einem Bauernhof groß geworden. „Ich muss mich nicht verstellen“, sagt er schlicht. Brücken sind da schnell gebaut: der plattdeutsche Dialekt, das gemeinsame Feiern beim Schützenfest, einfach das Miteinander von Menschen eines Schlages. „Vielleicht ist das ein Geschenk“, meint Thomas Berger nachdenklich. Man merkt, die Liebe zur Töpferstadt, zur Kirchengemeinde und ihren Menschen ist innig. Nur beim Karneval muss er passen: „Das ist nicht so mein Ding.“ Aber schließlich muss die erste große Liebe auch nicht perfekt sein.

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Thomas Berger wird am 2. September (Sonntag) um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in der Marienkirche verabschiedet. Im Anschluss haben die Gemeindemitglieder im Georgsheim Gelegenheit, sich von ihrem Kaplan zu verabschieden.

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