„Welberger Sonnenuntergangsbank“
Paten für einen Ruheplatz

Ochtrup -

In der Nähe des Radwegs auf dem alten Bahndamm zwischen Och­trup und Welbergen finden Pedalritter, Spaziergänger und Nachbarn einen besonderen Ruheplatz: die Welberger Sonnenuntergangsbank.

Dienstag, 05.06.2018, 10:00 Uhr

Da muss er sein, der Sonnenuntergang! Heimatfreunde und Paten an der Bank nahe dem Radweg auf der alten Bahntrasse zwischen Ochtrup und Welbergen.
Da muss er sein, der Sonnenuntergang! Heimatfreunde und Paten an der Bank nahe dem Radweg auf der alten Bahntrasse zwischen Ochtrup und Welbergen. Foto: Martin Fahlbusch

Maike und Klaas radeln vergnügt durch den Mohringhook. Die zwei rüstigen Rentner aus dem niederländischen Winterswijk freuen sich nach eigenen Aussagen nicht nur über die großen Windräder, sondern haben bei ihrer grenzüberschreitenden Radtour diesmal auch „etwas richtig Süßes entdeckt“.

Wir treffen die beiden an der neuen „Welberger Sonnenuntergangsbank“ – genauer genommen auf der Bank –, nicht weit weg vom Radweg auf dem alten Bahndamm zwischen Och­trup und Welbergen, der wiederum nur einen Steinwurf entfernt von der Tischlerei Focke liegt. Vor Jahren hatte Hermann Focke an der kleinen Wegegabelung die Idee für eine Ruhebank. Mit den „Holzwürmern“ des Heimatvereins Ochtrup hat er nun dieses Vorhaben umgesetzt. „Wir stellen ja seit Jahren in den Bauerschaften solche Bänke auf. Aber etwas Besonderes ist diese hier schon“, schmunzelt Bruno Kippelt von der Werkgruppe.

Diese Bank hat nämlich Paten, die sich liebevoll um sie und das blumige Drumherum kümmern, was eben auch Maike und Klaas „so süß“ fanden. Die Familien Kauling, Focke und Schulte-Sutrum – also Große und Kleine – haben das lauschige Plätzchen mit Bank in ihr nachbarschaftliches Herz geschlossen. Sie hegen, pflastern und pflegen den Ruheplatz, haben eine schöne Holzkonstruktion mit ebensolchen Blumenkästen angebracht und schauen immer mal wieder nach dem Rechten.

Liebevoll gestaltet ist der Ruheplatz.

Liebevoll gestaltet ist der Ruheplatz. Foto: Martin Fahlbusch

„Eigentlich müssten wir noch mehr Sitzplätze haben“, sagt Andreas Focke. „Wenn wir uns hier völlig spontan treffen, grillen und klönen wir schon mal stundenlang. Dann wird es schön eng.“ Einen ganz besonderen Weihnachtsmarkt habe es dort auch schon gegeben. „Danach war der Heimweg für uns alle ein kleines Abenteuer.“

Manfred Schründer, der Heimatvereinsvorsitzende, freut sich über die nette Annahme und Pflege. Er hat zum kleinen Dankeschöntreff mit seinen Mitstreitern für alle etwas Trinkbares mitgebracht.

Übrigens haben diese Bänke alle eine Plakette mit einer Notfallnummer und sind durchnummeriert. So kann man im Fall des Falles schnelle Hilfe ordern. Bruno Kippelt möchte aber noch weiter gehen. „Ich könnte mir auf den Bänken auch einen Barcode vorstellen. Der ließe sich dann mit dem Smartphone abscannen, um auf die genauen geografischen Daten zuzugreifen, die wir auf unserer Heimatvereins-Homepage hinterlegen könnten. Und als zusätzlichen Service stelle ich mir kleine Geschichten und Dönkes zu den Standorten vor – praktische Heimatkunde. Da gibt es doch bestimmt herrlichen Tratsch.“ Oma Maria hat Bruno Kippelt schon beiseite genommen. Sie hat etwas von Opas verlorenen Pantoffeln und dem Enkelkind mit den vollgelaufenen Stiefeln erzählt. Soll alles hier passiert sein – am kleinen Bächlein hinter der „Welberger Sonnenuntergangsbank“ . . .

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