Küraobend des Heimatvereins
An Gesprächsstoff fehlt es nicht

Ochtrup -

„Kürn, wu us de Schnaobel wassen is“, lautete das Motto: Der Heimatverein hat jüngst zum Küraoabend eingeladen. Ein Schwerpunktthema gab es bei diesem lockeren Treffen nicht.

Dienstag, 26.06.2018, 19:00 Uhr

in gemütlicher Runde tauschten sich die Teilnehmer aus – auf Plattdeutsch.
in gemütlicher Runde tauschten sich die Teilnehmer aus – auf Plattdeutsch. Foto: Irmgard Tappe

In gemütlicher Runde sitzen sie am langen Tisch im Alten Spieker: Menschen, die jüngst einen Plattdeutschkursus der VHS absolviert haben und nun die Gelegenheit beim Schopf fassen, ihr zartes Sprachpflänzchen zu pflegen. Aber auch solche, die zwar die Mundart verstehen, sich aber nicht so recht trauen, sie zu sprechen. Und dann sind da noch die plattdeutschen Muttersprachler, die erstmals in der Grundschule mit Hochdeutsch konfrontiert wurden. Plattdeutsch formuliert könnte man in etwa sagen: „Doar is alls an Suurt bie.“

Der Heimatverein Ochtrup hat am Montag zu diesem Küraobend eingeladen. „Kürn, wu us de Schnaobel wassen is“, lautete das Motto. „Zum einen geht es um die Pflege der plattdeutschen Mundart. Außerdem haben die Leute aus dem Plattdeutschkursus Gelegenheit, das Erlernte anzuwenden. Denn das ist wichtig, um es zu festigen“, nennt der Vorsitzende des Heimatvereins, Manfred Schründer , ein Anliegen dieses Küraobends. Auch Schründer hat sich erst nach seiner Pensionierung entschlossen, Plattdeutsch zu lernen. Die Heimatfreunde aus Wettringen hätten den Anstoß dazu gegeben, erzählt er. „Du bist ja wuoll nen feinen Kerl. Aober dat du nich Platt kürn kanns, datt is schlecht“, hätten sie ihm während eines Besuches nahegelegt.

An Gesprächsstoff fehlt es nicht an diesem Küraobend im Alten Spieker, der mit einer Lockerungsübung startet. Jeder stellt sich vor und plaudert ein wenig von sich und seiner Beziehung zur plattdeutschen Sprache. „Miene Öllern häbbt Platt kürt, aober met uss Kinner bloß Haudütsk“, erzählt Bruno Kippelt, ein Teilnehmer des VHS-Plattdeutschkurses. Wie die anderen Absolventen schätzt auch er die Gelegenheit, das Gelernte in dieser Runde zu festigen. Wenn man es nicht regelmäßig anwende, sei es schwierig, da wieder reinzukommen, findet er.

„Ick häbb Platt van Klein up lährt und häbb noch immer Spaß dran“, sagt eine Frau aus der Oster-Bauerschaft. Ferdi Becker hat ebenfalls erst „Haudütsk kürn“ gelernt, als er in die Schule kam. Anfangs habe er auch schon mal beide Sprachen in einen Topf geworfen, meint er schmunzelnd und nennt ein Beispiel: „Ich gehe jetzt nach buuten.“

Auch Pastor Ludger Bügener wuchs in einem plattdeutschen Elternhaus auf, und davon profitierte er noch als Geistlicher. Bereits während seiner Zeit als Kaplan habe man ihn mit plattdeutschen Predigten beauftragt. „Weil ick van de Buren kam.“

Ein Schwerpunktthema gibt es nicht an diesem lockeren Küraobend. Es wird munter drauflos geplaudert. Die Anwesenden würden es begrüßen, diese Treffen regelmäßig zu veranstalten.

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