B wie Bademode
Blümchenkappe ist ausgestorben

Ochtrup -

In den Sommerferien läuft in den Westfälischen Nachrichten wieder eine Serie: das Sommer-ABC. In diesem Jahr gibt es zu jedem Buchstaben im Alphabet eine spannende Geschichte zu erzählen oder Wissenswertes zu erfahren. Heute geht es um B wie Bademode.

Dienstag, 17.07.2018, 13:02 Uhr

Die Badekappe, die die Puppe trägt, ist längst ausgestorben. Alles andere an aktueller Bademode können Brigitte Behrmann und Marcel Thies von Intersport ihren Kunden bieten.
Die Badekappe, die die Puppe trägt, ist längst ausgestorben. Alles andere an aktueller Bademode können Brigitte Behrmann und Marcel Thies von Intersport ihren Kunden bieten. Foto: Marion Fenner

Wer gerne schwimmen geht oder sich einfach nur an den Strand legen will, trägt zumeist die dafür passende Kleidung. Bademode gab es schon bei den alten Römern im dritten und vierten Jahrhundert nach Christus, wie auf alten Wandmosaiken aus der Zeit zu sehen ist. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Bademode immer wieder gewandelt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging es eher züchtig zu, später liebten Badegäste es auch schon einmal sehr freizügig. Heute trägt eigentlich jeder das, was ihm gefällt. Letzteres bestätigt Brigitte Behrmann , Mitarbeiterin im Sportgeschäft Intersport. „Kunden kaufen das, was ihnen steht und gefällt“, sagt die Verkäuferin. Es gebe auch vielfältige Schnitte. Wer nicht die perfekten Körpermaße für einen knappen Bikini habe, der könne mit einem pfiffig geschnittenen Badeanzug durchaus einige Rundungen kaschieren und damit am und im Wasser eine gute Figur machen.

Bademode von anno dazumal: das erste Ochtruper Freibad auf dem Gelände der Firma Laurenz.

Bademode von anno dazumal: das erste Ochtruper Freibad auf dem Gelände der Firma Laurenz. Foto: Stadtarchiv Ochtrup

Farbenfroher sei die Bademode in den vergangenen Jahren geworden, hat die Fachfrau zudem festgestellt. Nur diejenigen, die lieber sportlich schwimmen gehen, bevorzugen in der Regel gedecktere Farben. Die Materialien hätten sich schon verändert, weiß Brigitte Behrmann. Früher trugen Schwimmer Anzüge aus Baumwolle, die sich vollsaugten und dann recht schwer wurden. Zum Schwimmen eigentlich ungeeignet. Schnell trocknend und vor allem elastisch müsse das Gewebe heute sein. Auch unempfindlich gegen Chlor. Zudem gebe es mittlerweile auch UV-beständige Textilien, die einen ausreichenden Sonnenschutz der uneingecremten Haut unter dem Badeanzug bieten. Vor allem bei Kinder-Bademode werde darauf großen Wert gelegt.

So ging es im Bergfreibad 1937 zu.

So ging es im Bergfreibad 1937 zu. Foto: Stadtarchiv Ochtrup

Das einzige, was Hersteller noch nicht geschafft hätten, sei Bademode, die Salzwasser trotze. „Wer regelmäßig in Salzwasser badet, sei es im Meer oder nur in der Therme in Bad Bentheim, muss sich regelmäßig fürs Schwimmen neu einkleiden. Salz greift die Stoffe an“, erklärt die Expertin.

Bei den jüngeren Männern liegen seit vielen Jahren die oft etwas zu groß wirkenden Boxershorts im Trend, sagt Marcel Thies, ebenfalls Mitarbeiter bei Intersport. Aber die etwas knapper geschnittene klassische Badehose werde ebenfalls noch nachgefragt. Es gelte auch bei Männern, dass die Kleidung zum Schwimmen gefallen muss.

Badekappen sind heute keine Pflicht mehr. „Doch es gibt sie noch, allerdings nur schlicht gestaltet“, sagt Brigitte Behrmann. „Die mit Blumen und Rüschen bestückte Kunststoffbadekappe, mit der vorwiegend ältere Damen in früheren Jahren ihre Dauerwelle schützen wollten, ist aber ausgestorben.“

Bademode in den 1950er-Jahren.

Bademode in den 1950er-Jahren. Foto: Stadtarchiv Ochtrup

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5911913?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Nachrichten-Ticker