Begegnungsstätte Villa Winkel
„Der wunde Punkt ist der Freitag“

Ochtrup -

Das Team der Begegnungsstätte Villa Winkel braucht Unterstützung. Die Ehrenamtlichen kümmern sich täglich außer mittwochs und samstags um das Wohl der Besucher der Einrichtung. Doch vor allem freitags hakt es derzeit.

Dienstag, 17.07.2018, 13:02 Uhr

Die Begegnungsstätte Villa Winkel braucht Unterstützung.
Die Begegnungsstätte Villa Winkel braucht Unterstützung. Foto: Anne Steven

„Der wunde Punkt ist der Freitag.“ Darin sind sich die Ehrenamtlichen vom Team der Begegnungsstätte Villa Winkel einig. Die ganze Woche über gibt es in der Einrichtung im Stadtpark Programm. Und jeden Tag, außer mittwochs und samstags, sind die freiwilligen Helfer im Einsatz – insgesamt knapp 40 Personen. Sie benötigen nun Unterstützung.

Am Ende von Veranstaltungen räumen die Ehrenamtlichen in der Villa Winkel noch rasch auf.

Am Ende von Veranstaltungen räumen die Ehrenamtlichen in der Villa Winkel noch rasch auf. Foto: Anne Steven

Denn vor allem freitags wird es eng. Derzeit muss Antonia Pomas an diesem Tag der Woche ihren Dienst alleine versehen. „Die Arbeit ist zu schaffen“, wiegelt die Och­truperin ab. „Aber, wenn mal was passiert, da hat man ein ungutes Gefühl“, wirft Hanni Bodyn ein. Die anderen in der Runde, die sich an diesem Nachmittag für ein Pressegespräch getroffen haben, nicken zustimmend. Christel Gehlhaar erzählt, sie habe mal eine Besucherin, die in der Begegnungsstätte gestürzt war, ins Krankenhaus begleiten müssen. „Glücklichweise waren wir zu zweit. Aber, wenn man in solch einem Fall alleine ist, das ist schon blöd“, weiß die Ochtruperin.

Es gibt immer was zu tun: Christa Timmermeester räumt schon mal die Spülmaschine ein.

Es gibt immer was zu tun: Christa Timmermeester räumt schon mal die Spülmaschine ein. Foto: Anne Steven

Sie versieht regelmäßig montags von 14 bis 17 Uhr ihren Dienst in der Villa Winkel. Während dieser Zeit liest die pensionierte Grundschullehrerin Geschichten vor. „Und wir singen“, ergänzt Ursel Knapmeyer. Im Anschluss stehe ein Kaffeetrinken auf dem Programm. Logisch, dass sich die Ehrenamtlichen ums Kaffeekochen und – falls gewünscht – um Kuchen kümmern. Sie decken den Tisch und räumen hinterher wieder auf. Mittwochs ist die Begegnungsstätte geschlossen. Dann werden die Räume vom Seniorenkreis oder dem Trauer-Café des Hospizvereins genutzt.

Donnerstags und freitags gibt es wieder Programm: Karten spielen – vor allem Doppelkopf –, aber auch andere Gesellschaftsspiele, Klönen sowie Malen und Zeichnen oder Volksliedersingen. Sonntags öffnet regelmäßig das Klön-Café. Und alle Besucher wollen selbstverständlich versorgt werden. Wenn viel los ist, sind das etwa 20 Personen. „Ich sehe immer, ob es voll war, wenn ich am nächsten Tag die Spülmaschine ausräume“, sagt Christel Gehlhaar lachend. Die anderen pflichten ihr bei.

Die Besucher – hier eine Kartenrunde – werden von den Ehrenamtlichen mit Kaffee und Kuchen versorgt.

Die Besucher – hier eine Kartenrunde – werden von den Ehrenamtlichen mit Kaffee und Kuchen versorgt. Foto: Anne Steven

Die Ehrenamtlichen hoffen, neue Mitstreiter zu bekommen. „Es ist überall schwierig, Leute fürs Ehrenamt zu finden“, weiß Hanni Bodyn. Die Metelenerin engagiert sich zusammen mit ihrem Mann Karl-Heinz in der Begegnungsstätte. Besondere Voraussetzungen brauche es nicht, um in der Begegnungsstätte zu helfen. „Kaffeekochen, das kann doch fast jeder. Und allen anderen bringen wir es bei“, meint Christa Timmermeester schmunzelnd. „Mich hat übrigens mein Cousin hierher geschleppt“, erzählt sie und stupst Alfred Timmermeester neben sich an. Der Ochtruper grinst. Er hilft auch gerne mal aus, wenn in einer Doppelkopfrunde ein Spieler fehlt. „Das muss auch mal sein“, findet er Freude daran, mit den Besuchern zusammen zu sein.

Überhaupt komme es genau darauf an, sagt Ursel Knapmeyer. „Man muss die Zeit haben und die Freude, mit anderen Menschen zusammen zu sein“, fasst sie die einzige wirkliche Voraussetzung für ein Ehrenamt in der Villa Winkel zusammen. „Das ist hier ein Treffpunkt geworden. Man macht den Leuten einfach eine Freude“, findet Karl-Heinz Bodyn.

Kaffee kochen, das könne jeder, sagen die Ehrenamtlichen in der Villa Winkel.

Kaffee kochen, das könne jeder, sagen die Ehrenamtlichen in der Villa Winkel. Foto: Anne Steven

Besucher, die nicht mehr so mobil sind, haben übrigens die Möglichkeit, gegen ein geringes Entgelt mit einem Bus des DRK zur Begegnungsstätte und auch wieder nach Hause gebracht zu werden.

Neben dem wöchentlichen Programm bietet das Team der Villa Winkel vier bis fünf Veranstaltungen pro Jahr an. Darunter sind beispielsweise eine Weihnachtsfeier, ein Herbstfest, manchmal eine Karnevalsfeier oder Ausflüge wie jetzt im August die Fahrt zum Glasmuseum nach Lette. „Da gibt es jede Menge zu organisieren“, weiß Christel Gehlhaar.

Zum Thema

Wer das Team der Begegnungsstätte Villa Winkel unterstützen möchte, kann sich unter Telefon 0 25 53 / 93 98 34 oder täglich von 14 bis 17 Uhr – außer mittwochs und samstags – in den Räumen im Stadtpark melden. Das gilt auch für Besucher, die gerne den Bus-Service nutzen möchten.

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