„Roadtrip Agrar“ macht auch in Ochtrup Station
Im Dialog mit der Landwirtschaft

Ochtrup -

Landwirte und Verbraucher miteinander in den Dialog bringen – das ist das Ziel, das Annika Ahlers und Thomas Fabry mit ihrem „Roadtrip Agrar“ verfolgen. Am 4. August (Samstag) führt dieser nach Ochtrup, auf den Hof von Thomas Ostendorf. Im Gepäck haben sie Stimmen von Verbrauchern, die sie zuvor in der Innenstadt von Münster sammeln.

Dienstag, 31.07.2018, 12:00 Uhr

Annika Ahlers und Thomas Fabry machen sich in einem alten VW Käfer auf den Weg durch Deutschland, um Verbraucher und Landwirte miteinander in den Dialog zum bringen. Am 4. August sind sie auf dem Hof von Thomas Ostendorf zu Gast.
Annika Ahlers und Thomas Fabry machen sich in einem alten VW Käfer auf den Weg durch Deutschland, um Verbraucher und Landwirte miteinander in den Dialog zum bringen. Am 4. August sind sie auf dem Hof von Thomas Ostendorf zu Gast. Foto: Fabry

Sie düsen in einem alten VW Käfer durch die ganze Republik, um einen Dialog zwischen Stadt und Land herzustellen. Am 4. August (Samstag) halten Annika Ahlers und Thomas Fabry auf ihrem „Roadtrip Agrar“ auch in Ochtrup an, um auf dem Hof von Thomas Ostendorf über die Stimmen und Meinungen von Verbrauchern zu sprechen, die sie zuvor in der Innenstadt von Münster zusammengetragen haben.

Bei dieser Aktion handelt es sich um eine private Initiative zweier junger Landwirte, die beide schon Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit gesammelt haben. „Jetzt wollen wir gemeinsam etwas Großes auf die Beine stellen“, verrät die 24-Jährige aus Münster.

Hintergrund der Idee war eine Erkenntnis: „Hoftage sind total gut“, findet Ahlers. „Es ist aber die Frage, ob mit solchen Veranstaltungen auch die Zielgruppe angesprochen wird – die Verbraucher.“ Deshalb macht sie sich zusammen mit ihrem 25-jährigen Berufskollegen aus dem sauerländischen Balve nun auf den Weg zu eben dieser Zielgruppe.

Die soll frei heraus über die Landwirtschaft sprechen, ihre ehrliche Meinung sagen, Unsicherheiten zugeben und Fragen stellen dürfen. Um mögliche Hemmschwellen zu überwinden, hat sich das Duo den Oldtimer organisiert – sozusagen als Eisbrecher. „Ursprünglich hatten wir eine Campingreise in einem VW Bulli geplant“, erklärt Ahlers. „Jetzt machen wir uns mit einem VW Käfer, der auch ein Symbol für die Vielfalt in Deutschland sein soll, auf den Weg.“ Dass weder Fabry noch Ahlers vom Optischen her das Bauernklischee erfüllen, sei ebenfalls vorteilhaft, um mit den Menschen in den Städten ins Gespräch zu kommen. „Das hilft, Brücken zu bauen“, weiß Ahlers. Sie selbst ist zwar gelernte Landwirtin, aber als Konsumentin aufgewachsen. „Ich komme nicht vom Hof und wusste viele Dinge nicht, bevor ich meine Lehre gemacht habe“, informiert sie. „Zum Beispiel, dass eine Kuh ein Kälbchen haben muss, um Milch geben zu können.“ Vor diesem Hintergrund sieht sich die 24-Jährige als Schnittstelle zwischen Verbrauchern und Landwirten.

Es ist eine Annäherung von beiden Seiten, die sich Ahlers und Fabry wünschen und mit ihrem Projekt, das eine Vorbereitungszeit von neun Monaten in Anspruch genommen hat, voranzutreiben versuchen. So sollen beide Parteien, wenn auch über einen kleinen Umweg, miteinander in den Dialog treten.

Und der sieht so aus: An jeder Station, die auf dem einwöchigen „Roadtrip Agrar“ angesteuert wird, kommen zuerst die Verbraucher zu Wort. Was denken sie über die Landwirtschaft? Wie möchten sie von ihr angesprochen werden? Was machen Bauern ihrer Meinung nach falsch? Womit verbinden sie vielleicht schöne Erinnerungen? Dabei soll es nicht nur um die Landwirtschaft im Allgemeinen gehen, sondern auch um die Besonderheiten in der jeweiligen Region – in Flensburg um die dort so typische Milchviehhaltung, in Magdeburg um den Acker- und in Vaihingen an der Enz um den Weinbau.

Mit der Kamera wird alles festgehalten und noch am selben Tag und selben Ort mit einem Landwirt diskutiert – in Ochtrup ist das Thomas Ostendorf mit seinem Schweinebetrieb in der Wester-Bauerschaft. Es ist die letzte Station des „Roadtrip Agrar“. „Da werden dann auch ein paar Fragen, die uns die Reise über begleiten, behandelt“, sagt Ahlers. Zu guter Letzt soll es also auch einen Blick aufs große Ganze geben.

Um mit der Aktion möglichst viele Menschen zu erreichen, wird immer am Folgetag eines Besuchs in einer Stadt ein jeweils zweiminütiger Film auf www.erklaerbauer.de und www.ich-liebe-landwirtschaft.de und den entsprechenden Facebook-Seiten eingestellt. Außerdem ist geplant, nach Beendigung des Trips einen Imagefilm zu erstellen. Wie der genau aussehen soll, kann Ahlers noch nicht sagen. Denn das hängt ganz stark von dem ab, was sie und ihr Kollege auf ihrer Tour durch die Republik von Verbrauchern und Landwirten zu hören bekommen.

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