Bauernregeln halfen früher, das Wetter vorherzusagen
Von Bienen, Amseln und Mücken

Ochtrup -

Übers Wetter kann man sich ja eigentlich immer unterhalten. Nur fallen diese Gespräche heute ganz anders aus als früher. Denn während im Jahr 2018 die Wetter-App angibt, wo der nächste Regenschauer niedergeht, waren die Menschen in früheren Jahren darauf angewiesen, die Natur zu beobachten.

Donnerstag, 16.08.2018, 12:00 Uhr
Bauernregeln sind aus Naturbeobachtungen entstanden. In früheren Zeiten waren die Landwirte darauf angewiesen zu wissen, was es bedeutet, wenn die Bienen ihren Stock aufsuchen, die Schwalben tieffliegen oder die Eiche vor oder nach der Esche grün ist.
Bauernregeln sind aus Naturbeobachtungen entstanden. In früheren Zeiten waren die Landwirte darauf angewiesen zu wissen, was es bedeutet, wenn die Bienen ihren Stock aufsuchen, die Schwalben tieffliegen oder die Eiche vor oder nach der Esche grün ist. Foto: dpa

„Die Leute hatten früher ja kein Radio und keinen Fernseher. Die mussten sich nach der Natur richten“, weiß Franz Ostendorf . Der Ochtruper sitzt an diesem Nachmittag mit seiner Frau Maria sowie Margret und Franz Flaßkamp zusammen. Und ja, auch die landwirtschaftsaffine Rentner-Runde genießt heute die Vorzüge der digitalisierten Welt. „Wenn wir mit dem Fahrrad losfahren wollen, gucke ich vorher auch auf mein Tablet und schaue, ob es regnen wird“, gibt Margret Flaßkamp zu. Und Franz Ostendorf schaltet abends die Nachrichten ein, um zu wissen, wie das Wetter wird, statt in die Natur zu schauen.

Doch sie können sich auch noch gut an die Bauernregeln erinnern, die den Landwirten früher halfen, das Wetter einzuschätzen. „Und eine passt in diesem Jahr wie die Faust aufs Auge“, hat Maria Ostendorf festgestellt. „Ist die Esche vor der Eiche, gibt’s ne große Bleiche.“ Heißt: Wächst das Grün der Esche schneller als das der Eiche, gibt es eine große Bleiche. „Damit bezog man sich auf das Wäschewaschen. Die Kleidung wurde zum Bleichen in der Sonne ausgebreitet. Große Bleiche meint in diesem Zusammenhang also viel Sonne“, übersetzt die Ochtruperin mit einem triumphierenden Lächeln. Ja, Sonne gab es in diesem Sommer reichlich.

„Wenn wir abends vom Melken kamen und die Amsel sang, haben wir immer gesagt ‚Jetzt gibt es anderes Wetter’“, erinnert sich Margret Flaßkamp. „Tja, die Amseln haben sich gefreut, dass es bald Regen gibt und sie viele Würmer finden“, wirft Franz Ostendorf grinsend ein. „Wenn die Schwalben tief fliegen, sagt man auch, dass es schlechtes Wetter gibt“, ergänzt seine Frau. Franz Flaßkamp ist der Meinung, dass das mit den Mücken zusammenhängt. Denn die flirrten vor Regen mehr waagerecht statt senkrecht. „Hängt das mit der Thermik zusammen?“, die Frage kommt von Franz Ostendorf. Nun wird gegrübelt. Tja, wenn man das wüsste. Mittlerweile gibt es einige Belege für Bauernregeln. Doch diese sind regional natürlich sehr individuell. Schließlich macht es einen Unterschied, ob man an der Nordseeküste, am Alpenrand oder mitten im Münsterland Landwirt ist. Franz Flaßkamp verlässt sich bei der Wetterschau übrigens auf die Bienen. „Denn die lassen sich nicht nassregnen“, hat er beobachtet. Sind sie im Stock, sollte man also auch zusehen, ins Haus zu kommen.

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