Z wie Zelten
Vom Ferienlager bis zur Partynacht

Ochtrup/Metelen -

Zelten – das ist mehr, als unter freiem Himmel zu übernachten. Was das Zelten für sie ausmacht und wie vielfältig es ist, berichten Ochtruper und Metelener in der letzten Folge des Sommer-ABC.

Samstag, 15.09.2018, 09:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 09:00 Uhr
Zelten in all seiner Vielfalt: Dass es sich auch in Ochtrup prima zelten lässt, stellt der Sparclub „Wu häst maakt?“ immer wieder unter Beweis. Gastwirt Marc Köllmann stellt die mobilen Behausungen für Feiern auf.
Zelten in all seiner Vielfalt: Dass es sich auch in Ochtrup prima zelten lässt, stellt der Sparclub „Wu häst maakt?“ immer wieder unter Beweis. Gastwirt Marc Köllmann stellt die mobilen Behausungen für Feiern auf. Foto: Norbert Hoppe/Anne Steven

Zelten ist etwas für den Sommer und macht ganz viel Spaß. Das bestätigen auch viele Ochtruper und Metelener, die mit dieser Zeitung für das „Sommer-ABC“ unter dem Buchstaben „Z“ ins Gespräch kamen. Ob am Strand der Nordsee, auf den Hügeln des Sauerlandes, an der niederländischen Vechte oder beim Feiern – Zelten ist so vielfältig und für alle Generationen ein tolles Erlebnis.

Gezeltet wird seit etwa zwölf Jahren, und zwar immer am ersten Wochenende der Sommerferien. Väter und Kinder eines Freundeskreises in Metelen verbringen diese Tage immer auf einem Campingplatz in Norddeich, und geschlafen wird seit einigen Jahren immer in Zelten. „Die Idee entstand bei einem Treffen, weil die Väter mit den Kindern gemeinsam etwas unternehmen wollten“, sagt Thorsten Bethge, der von Anfang an mit seinen Kindern Julian und Linda beim Zelten dabei ist. Weil Linda das einzige Mädchen in diesem Kreis ist, darf auch ihre Freundin Kathi mitfahren. Die Kinder finden es ganz toll, ein paar Tage mit den Vätern in ungezwungener Atmosphäre zu erleben. „Bei Sonnenschein und Wärme ist meistens der Strand angesagt“, erzählt der 17-jährige Fabian. Aber auch, wenn das Wetter mal ganz mies war, kam in den vergangenen Jahren keine Langeweile auf, so die übereinstimmende Aussage von Vätern und Kindern. Das Hallenbad ist dann eine beliebte Alternative zum norddeutschen „Schietwetter“. Aber auch Bowling oder Go-Kart stehen hoch im Kurs. Doch in diesem Jahr war das Wetter ideal für den Kurzurlaub am Strand.

Väter und Kinder eines Freundeskreises in Metelen verbringen immer das erste Wochenende in den Sommerferien in Norddeich. Geschlafen wird natürlich in Zelten.

Väter und Kinder eines Freundeskreises in Metelen verbringen immer das erste Wochenende in den Sommerferien in Norddeich. Geschlafen wird natürlich in Zelten. Foto: Norbert Hoppe

Ein richtiges Zeltlager gibt es gar nicht mehr so häufig. Die Messdiener aus dem Seelsorgebezirk St. Marien der Lambertus-Pfarrei sind da schon eine seltene Ausnahme. In Kirchhundem im Sauerland waren die Zelte für etwa 70 Mädchen und Jungen im Alter von acht bis 13 Jahren aufgeschlagen. „Auf dem Programm standen ein Besuch im Freizeitpark, Schwimmen, Wandern, Aktionen mit dem Leitern im Ort und Fußball spielen“, erzählt Jonas Wigger, der auch in diesem Jahr als einer der Teamer der Messdienerschaft mit den Kindern unterwegs war. „Für alle Fälle haben wir eine Schützenhalle am Zeltplatz, die auch als Aufenthaltsraum, Küche und Speisesaal genutzt wird“, weiß Wigger die Vorzüge eines festen Gebäudes zu schätzen.

Dass Zelten nicht unbedingt für alle mit Freizeit und Urlaub in Verbindung zu bringen ist, ist eine Erfahrung von Marc Köllmann.

Gastwirt Marc Köllmann verleiht regelmäßig ein Partyzelt für Veranstaltungen.

Gastwirt Marc Köllmann verleiht regelmäßig ein Partyzelt für Veranstaltungen. Foto: Norbert Hoppe

Der Ochtruper Gastronom bietet unter anderem auch den Verleih eines Partyzeltes an. Der Aufbau gehe routiniert und schnell vonstatten, aber erfordere auch Geschick, sagt Köllmann. Für die Mitarbeiter sei der Aufbau nun wirklich keine Zeit des Faulenzens und der Erholung. „Doch wenn das Zelt erst steht, dient es Vereinen, Nachbarschaften oder Familien der fröhlichen Freizeitgestaltung bei Festen und Feiern in größerer Runde“, lobt Köllmann die Vorzüge eines Partyzeltes. Auch bei Events wie jüngst beim „Parkleuchten“ im Stadtpark leistet das Zelt gute Dienste.

Die Freunde Günter Liening und Werner Kersten haben in diesem Sommer in Ommen in den benachbarten Niederlanden gezeltet. Etwa 20 Kilometer von Zwolle entfernt entdeckten sie vor einigen Jahren bei einer Fahrradtour einen tollen Campingplatz. Die unmittelbar angrenzende Vechte – ja, die durch Langenhorst fließt und ins Ijsselmeer mündet – lädt förmlich zu einer Kanutour ein, welche die beiden Freunde auch in diesem Jahr unternommen haben. Beide kennen sich schon seit ihrer Kinder- und Jugendzeit, als sie bei den Pfadfindern mitgemacht haben. Deshalb ist auch im Rentenalter das Zelten kein Problem für die jungen Senioren. „Aber ein Feldbett zum Schlafen darf es in unserem Alter schon sein“, verrät Günter Liening verschmitzt.

Zelten geht auch in Ochtrup. Der Sparclub „Wu häst maakt?“ hatte schon zum fünften Mal seine Zelte aufgeschlagen und mit allen Familien ein zünftiges Wochenende gemeinsam verbracht. 20 Eltern und ebenso viele Kinder waren in diesem Sommer zu Gast bei Familie Kauling in der Oster, wo elf Zelte aufgebaut waren. Langeweile kam überhaupt nicht auf. Das Fußballspiel der Eltern gegen die Kinder war eine spannende Angelegenheit, bei der Nachtwanderung brauchte sich niemand zu gruseln und am Lagerfeuer schmeckte das Stockbrot besonders gut. Schon vorher hatten sich die Familien mit leckerem Grillfleisch und Salaten gestärkt. Am Sonntagnachmittag war ein schönes Zeltlager schon wieder zu Ende. Aber im nächsten Jahr steht es ganz sicher wieder im Kalender des Sparclubs.

Über ein zeltartiges Dach verfügt die Marienkirche.

Über ein zeltartiges Dach verfügt die Marienkirche. Foto: Anne Steven

An ein Zelt als die Wohnung Gottes unter den Menschen erinnern die schlanken Säulen in der Marienkirche, die das zeltartige Dach des Gotteshauses tragen. In der ursprünglichen Innenraumarchitektur des Architekten Domenikus Böhm wird sichtbar, dass die Marienkirche als Zelt gestaltet ist. „Böhm knüpfte damit an die Vorstellung des Alten Testamentes an, wonach die Lade Gottes mit den Zehn Geboten, also seine Gegenwart unter den Menschen, in einem Zelt aufzubewahren ist“, beschreibt Stefan Hörstrup, Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde St. Lambertus. König David habe einmal den Wunsch gehabt, das zu ändern und Gott ein Haus zu bauen. Darauf habe ihm Gott durch den Propheten Natan geantwortet: „Seit dem Tag, als ich die Israeliten aus Ägypten heraufgeführt habe, habe ich bis heute nie in einem Haus gewohnt, sondern bin in einer Zeltwohnung umhergezogen“, zitiert Hörstrup aus dem 2. Buch Samuel.

Was bleibt abschließend zu sagen? Hoffentlich wird der Sommer 2019 genau so schön wie 2018 – vielleicht nicht ganz so heiß, und es darf auch manchmal ein bisschen regnen. Und dann heißt es wieder: „Machen wir uns auf zum Zelten!“

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