Konzert in der Lambertikirche
Glockenklang aus Orgelpfeifen

Ochtrup -

Zum Patronatsfest der Lambertikirche präsentierten Stefanie Bußkönning (Sopran), Ute Roß (Mezzosopran), Michael Schneider (Bass) und Thomas Harnath (Orgel) ein vielschichtiges Konzert.

Dienstag, 18.09.2018, 05:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.09.2018, 05:00 Uhr
Mit einem vielschichtigen Programm trugen (großes Bild v.l.) Stefanie Bußkönning, Thomas Harnath, Michael Schneider und Ute Roß zum Patronatsfest der Pfarrkirche St. Lambertus bei.
Mit einem vielschichtigen Programm trugen (großes Bild v.l.) Stefanie Bußkönning, Thomas Harnath, Michael Schneider und Ute Roß zum Patronatsfest der Pfarrkirche St. Lambertus bei. Foto: Martin Fahlbusch

Ein musikalisches Geschenk zum Patronatsfest der Lambertikirche überbrachten Stefanie Bußkönning (Sopran), Ute Roß (Mezzosopran), Michael Schneider (Bass) und der Organist Thomas Harnath am Sonntagnachmittag. Trotz krankheitsbedingter Ausfälle von Musikerkollegen präsentierten sie in der Pfarrkirche eine stimmige akustische Zeitreise, die im guten Sinne aufhorchen ließ.

Nach einer flirrenden Toccata für Orgel über einen Choral von Johann Sebastian Bach des 1951 geborenen Aivars Kalējs trug Stefanie Bußkönning das tröstliche „Where’er you walk“ von Georg Friedrich Händel vor. Sie tat dies mit klarem Sopran und zeigte sich sehr achtsam in den Phrasierungen. Mit sicherer Stimmführung, guter Textverständlichkeit und angenehmer Gestaltung der Gesangsbögen überzeugte dann Michael Schneider in einen weiteren Werk desselben Komponisten „Dank sei dir, Herr“. Innig und bis in die tieferen Passagen schön und sicher schloss sich die Mezzosopranistin Ute Roß mit dem „Laudamus te“ von Antonio Vivaldi an. Ganz im Gegensatz dazu sorgte dann der versierte Organist Thomas Harnath, der den Gesangssolisten stets ein aufmerksamer Begleiter war, für eine klangvolle und rhythmisch akzentuierte Toccata in e-moll von Joseph Callaerts.

Zwei Überraschungen hatten zwei Solisten und der Organist mit der „Messa per coro a due voci bianchi e organo“ parat. Diese liedhaften, fast schlichten, aber ungemein melodischen und fesselnden Messgesänge des 1959 geborenen Pierangelo Valtinoni trugen Ute Roß und Michael Schneider eindrucksvoll vor. Dem schloss sich ein fast 400 Jahre älteres, aber in ähnlicher kompositorischer Gestaltung verfasstes „Ave Maria“ von Giulio Caccini an, das in der Interpretation der Sopranistin Stefanie Bußkönning die Stimmung der kleinen Valtinoni-Messe wunderbar aufnahm.

Mit einer sprühenden und flackernden „Carillon de Westminster“ überraschte erneut Thomas Harnath an der Orgel mit einem dem Glockenspiel nachempfundenen und gegen Ende wuchtigen Werk von Louis Vierne. Den Schluss bildete ein vertracktes Halleluja, bei dem sich die unterschiedlichen Einzelstimmen erst gegen Ende samt Orgel zu einer gemeinsamen Aussage verbanden.

John Rutter steuerte die Zugabe bei für ein angenehm und klug gestaltetes Konzert zum Patronatsfest, das allemal mehr Zuhörer verdient gehabt hätte.

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