kfd St. Marien
Wandergruppe legt die Füße hoch

Ochtrup -

Seit 18 Jahren gibt es die Wandergruppe der kfd St. Marien. Doch nun hat sich die Gruppe aufgelöst. Es fehlt einfach der Nachwuchs, sagen Elsbeth und Antonia Kopper, die die Wanderungen vorbereitet haben. Sie erinnern sich gerne zurück an die zahlreichen Märschen durch die Ochtruper Bauerschaften und Ortsteile.

Dienstag, 18.09.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.09.2018, 06:00 Uhr
Antonia (l.) und Elsbeth Kopper schwelgen in Erinnerungen: Ihre Wandergruppe bei der kfd St. Marien hat sich nach 18 Jahren aufgelöst. Es fehlte einfach der Nachwuchs.
Antonia (l.) und Elsbeth Kopper schwelgen in Erinnerungen: Ihre Wandergruppe bei der kfd St. Marien hat sich nach 18 Jahren aufgelöst. Es fehlte einfach der Nachwuchs. Foto: Anne Steven

„Wandern in Gemeinschaft, die Natur mit ihrer Schönheit auf sich wirken lassen, ist wie ein Stück vom Himmel.“ Diesem Motto war die Wandergruppe der kfd St. Marien immer treu. 18 Jahre lang trafen sich die Frauen jeden zweiten Mittwoch im Monat an der Marienkirche und wanderten durch Ochtrup. Doch jetzt ist Schluss. Der Grund: Es gibt keinen Nachwuchs.

Das Herz – oder sagen wir besser das Doppelherz – der Gruppe waren jahrelang Antonia und Elsbeth Kopper. „Ich bin bei einer Wanderung der kfd von einer Frau angesprochen worden, ob wir nicht eine Wandergruppe gründen wollen“, erinnert sich Elsbeth Kopper zurück. Ihr Mann war damals gerade gestorben und sie sei anfangs noch etwas zögerlich gewesen, erzählt die 76-Jährige. Doch dann gewann sie ihre Schwägerin Antonia Kopper für das Vorhaben. „Von da an sind wir gewandert.“

Die Gruppe fand rasch Anklang bei der kfd. Zu Hochzeiten wanderten jeden Monat 20 Frauen mit „K und K“ wie die beiden Schwägerinnen immer genannt wurden. Zehn Kilometer waren die Strecken in der Regel lang, die sie durch sämtliche Bauerschaften, nach Langenhorst und Welbergen führten. Jahreszeiten hielten die Frauen nicht zurück. So stapften sie mit Begeisterung durch Schnee, Laub oder über die grüne Wiese. Passiert sei glücklicherweise nie etwas. Doch Elsbeth Kopper hatte als gelernte Arzthelferin immer den Erste-Hilfe Kasten im Rucksack.

Eine Einkehrmöglichkeit musste natürlich ebenfalls her. Wenn es sich anbot, rasteten die Frauen in Cafés. Oft kehrten sie aber auch auf Bauernhöfen ein. Den Kontakt hatte meist Elsbeth Kopper hergestellt. Auch hier kam ihr der Beruf zugute. Weil sie Plattdeutsch spricht, habe der Arzt sie früher immer mit zu den Hausbesuchen bei den Bauern genommen. Die Kontakte blieben. So genügte meist ein Anruf, und die Wandergruppe hatte wieder ein Plätzchen für ihre nächste Rast gefunden.

„Wir haben immer den Kuchen gebacken“, ergänzt Antonia Kopper. Sie und ihre Schwägerin ließen es dabei aber nicht bewenden. Auch Maiandachten und Weihnachtsfeiern bauten sie in die Ausflüge der Wandergruppe ein – inklusive einer kleinen selbst gebastelten Überraschung.

Elsbeth und Antonia Kopper gestalteten zudem eigens für ihre Wandergruppe ein kleines Heft mit Volksliedern. Einige Liedtexte hatten die Mitglieder der Wandergruppe sogar umgeschrieben. „Das war immer das Schönste“, entfährt es Elsbeth Kopper begeistert. Und sie war nicht die Einzige, der das Singen große Freude bereitete. „Da haben alle gerne gemacht“, sagt Antonia Kopper. Singen mache eben frei.

Irgendwann kamen keine neuen Frauen mehr zu der Gruppe hinzu. Die Wanderungen fanden aber immer noch regelmäßig statt. Aufgrund ihres Alters erweiterten die Damen ihre Repertoire und stiegen statt zu wandern auch mal aufs Fahrrad. „Außerdem gingen uns die Ziele aus“, gesteht Elsbeth Kopper lachend, dass bei der Planung manchmal Kreativität gefragt war. So radelten die kfd-Frauennun auch Richtung Gronau, Wettringen oder Metelen. In der Vechtegemeinde öffnete sich sogar außerhalb der regulären Öffnungszeiten das Bauerstübchen.

So manche Wanderung ist den Frauen im Gedächtnis geblieben – etwa das Erlebnis mit einer Schafherde in der Oster oder die Feier ihres zehnjährigen Bestehens. Zum Schluss wanderten sie jedoch nur noch zu Dritt durch Ochtrup. „Da lohnt der Aufwand nicht mehr“, findet Elsbeth Kopper. Deshalb ist nun Schluss. Aber vielleicht finden sich irgendwann wieder ein paar Frauen zusammen. Denn die Natur im Jahreslauf zu erleben, sei etwas Wunderbares, finden beide.

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