Die „Gregorian Voices“
Zugaben begeistert herbeigeklatscht

Ochtrup -

Beginnen wir mal ungewöhnlicherweise bei dem Konzert der „Gregorian Voices“ am Freitagabend in der Evangelischen Kirche mit den Zugaben. Lange nicht mehr wurden diese – nach solch einem anrührenden Konzert nahezu unausweichlichen musikalischen „Zuschläge“ – mit einem so ungemein heftigen Beifall des durchweg bewegten und begeisterten Publikums nahezu herbeigeklatscht wie an diesem Abend.

Montag, 01.10.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 01.10.2018, 06:00 Uhr
In stimmungsträchtiger Atmosphäre versetzten die rumänischen Sänger der „Gregorian Voices“ das Publikum in der Evangelischen Kirche in Begeisterung.
In stimmungsträchtiger Atmosphäre versetzten die rumänischen Sänger der „Gregorian Voices“ das Publikum in der Evangelischen Kirche in Begeisterung. Foto: Martin Fahlbusch

Dass dann „Amazing Grace“, „We are the world“ und „Thank you for the music“ erklangen, ist dem durchaus publikumsorientierten Konzept dieser in braune Kutten gewandeten acht rumänischen Sängern geschuldet. Die bewegen sich nämlich in ihren zwei Konzerthälften auf dem gewöhnungsbedürftigen Grad zwischen gregorianischen Chorälen aus der Zeit des 9. bis 12. Jahrhunderts nach Jesu Christi bis hin zu Pop-Evergreens der Hitparaden der 80er und 90er Jahre.

Ungewöhnlich auch der Eindruck gleich zu Beginn des Konzertes. In der abgedunkelten, lediglich durch einen fast purpurnen Scheinwerfer im Altarraum erleuchteten und dadurch in eine stimmungsträchtige Atmosphäre versetzten evangelischen Kirche klangen vor allen Dingen zu Beginn diese dem klösterlichen Leben entsprungenen Gesänge.

Im strengen Sinne puristisch agierten die formidablen Sänger um ihren aufmerksamen Chorleiter Ivan Uzunov aber trotzdem nicht. Da mischten sich auch russisch-orthodoxe Gesänge ebenso ins Programm wie Renaissance- und Barocklieder sowie Madrigale aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Aber diese Mischung überzeugte vor allen Dingen durch die Wucht der Gesamtformation und die Eindrucksstärke der Einzelstimmen, deren Resonanz im Publikum sich in dessen Beifallsfreudig- und -heftigkeit widerspiegelte. Geschickt war auch die Brücke am Ende des ersten Konzertteils mit dem eingängigen „Pie Jesu“ aus der Feder des Musicalspezialisten Andrew Lloyd Webber aus dessen „Requiem“.

Ganz im Stil der rumänischen Gesangstradition, die Georgi Pandurov, der künstlerische Leiter der „Gregorian Voices“, entscheidend geprägt hat, die beschwingtere zweite Hälfte mit „My way“, Leonard Cohens „Hallelujah“ oder „Hello“ von Lionel Richie, die aber immer diese gewisse Handschrift dokumentierten. Und in diesem Teil sorgte durch die Gesangspracht nicht nur Simon and Garfunkels „The Sound of Silence“ für einen der vielen Gänsehautmomente dieses emotionalen Konzertes.

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