Thomas Ostendorf über die Folgen des trockenen Sommers
Wie Knäckebrot und Puffreis

Ochtrup -

Der trockene Sommer hat die Bauern einiges an Erträgen gekostet. Auch wenn die Ochtruper, wie Thomas Ostendorf vom Landwirtschaftlichen Ortsverband sagt, weniger Einbußen zu verzeichnen hatten als Berufskollegen in anderen Regionen. Aber die Dürre habe auch einige positive Effekte gehabt, wie der Schweinebauer betont.

Dienstag, 02.10.2018, 12:40 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.10.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 02.10.2018, 12:40 Uhr
Etwa vier Wochen früher als üblich sind die Acker abgeerntet – eine Folge des trockenen Sommers. Thomas Ostendorf denkt derweil schon an die nächste Ernte, er prüft das Saatgut.
Etwa vier Wochen früher als üblich sind die Acker abgeerntet – eine Folge des trockenen Sommers. Thomas Ostendorf denkt derweil schon an die nächste Ernte, er prüft das Saatgut. Foto: Heidrun Riese

Gerade hat Thomas Ostendorf eine Keimprobe angelegt. „Um zu gucken, ob das Saatgut aus dem vergangenen Jahr noch zu gebrauchen ist“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbands mit Blick auf die Körner, die auf dem roten Löschpapier ausgebreitet sind und von denen er hofft, dass möglichst viele von ihnen Keimlinge bilden. „Wir denken jetzt schon an die nächste Ernte“, ergänzt er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Dabei ist vielen seiner Berufskollegen in diesem Jahr durch die anhaltende Trockenheit nicht unbedingt zum Lachen zumute. Ganz unterschiedlich sei die Ernte ausgefallen, informiert der Schweinebauer. „Das war von Region zu Region anders, teilweise sogar schon von Bauerschaft zu Bauerschaft.“ In den Ochtruper Betrieben hätten die Landwirte nicht so viele Federn lassen müssen wie andernorts, sagt Thomas Ostendorf. In der Gegend sei etwa ein Drittel weniger an Ernte eingefahren worden als üblich. Seinen eigenen Verlust schätzt er auf weniger als 15 Prozent.

Wie die Ernte ausfiel, das hatte auch viel mit Glück zu tun. „Wir hatten in diesem Sommer keinen Dauerregen, sondern nur lokale Gewitterereignisse“, erklärt der LOV-Vorsitzende. Davon könne der eine Bauer profitieren, und ein anderer Landwirt mit Feldern, die nur wenige Kilometer entfernt liegen, könne leer ausgehen. Auch die Beschaffenheit des Bodens habe in einem heißen, trockenen Sommer wie diesem einen großen Unterschied gemacht. „Lehmboden hält das Wasser länger als Sandboden.“

Bei der eigenen Maisernte hat Thomas Ostendorf beobachtet: „Wir haben viel Volumen, aber wenig Tonnage.“ Das heißt, dass die Silos augenscheinlich voll sind. „Aber die Dichte ist wesentlich geringer als im vergangenen Jahr. Das lässt sich vergleichen mit Knäckebrot und Puffreis.“ Und weil Puffreis weniger satt macht, bezweifelt der Landwirt aus der Wester-Bauerschaft, dass die Vorräte bis zur nächsten Ernte reichen. Da bleibt den Bauer nur: Strecken und/oder Dazukaufen.

In einem Jahr wie diesem merk man, warum man Erntedank feiert.

Thomas Ostendorf

Wie alles im Leben, hat auch die Dürre dieses Sommers sowohl ihre Nach- als auch ihre Vorteile. Ein positiver Effekt sei zum Beispiel gewesen, dass die Böden durch die schweren Erntemaschinen kaum bis gar nicht beschädigt wurden. „Man konnte auf dem Acker fahren wie auf einer Straße“, berichtet Thomas Ostendorf. Durch den Sommerfrost habe die Erde außerdem eine feinkrümelige Struktur bekommen. „Dadurch gestaltet sich die Saatbettbereitung für die neue Saat wesentlich einfacher“, erläutert der LOV-Vorsitzende, der von tiefen Spalten im Lehmboden berichtet. „Da konnte man einen Zollstock bis zu 1,50 Meter in die Tiefe stecken, ohne dass man auf Widerstand gestoßen ist“, staunt er. „Wir waren auch noch nie so früh fertig mit der Ernte“, ergänzt Thomas Ostendorf. Um etwa vier Wochen habe sich die Ernte nach vorne verschoben. „Wir wären sonst gerade mit der Körnermaisernte angefangen, damit sind wir längst durch“, informiert er. Außerdem spart die Trockenheit den Landwirten bares Geld: „Beim Getreide haben wir in diesem Jahr so gut wie keine Trocknungskosten.“

Und was bleibt von diesem Sommer? Auf jeden Fall eine Erfahrung. „Solche Extreme sind selten und bleiben immer in Erinnerung“, weiß Thomas Ostendorf und blickt auf den Sommer 2003 zurück: „Da hatten wir nicht so eine Dürre, aber wahnsinnig hohe Temperaturen.“ Außerdem, betont der Schweinebauer, machen solche Situationen etwas bewusst: „In einem Jahr wie diesem merkt man, warum man Erntedank feiert.“

Mehr zum Thema
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6093185?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
WDR macht Platz für 130 Wohnungen
Von der Mondstraße zum Servatiiplatz (v.l.) Stadtbaurat Robin Denstorff, Studioleiterin Andrea Benstein, Oberbürgermeister Markus Lewe, Dr. Carsten Wildemann (Leiter der WDR-Gebäudewirtschaft), Dr. Christian Jäger (Geschäftsführer der Wohn- und Stadtbau) und Dr. Thomas Robbers (Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster) stellten die gemeinsamen Pläne von Stadt und WDR vor.
Nachrichten-Ticker