Konzert von Pianistin Nini Funke auf Haus Welbergen
Träumerisch, dramatisch, poesievoll

Ochtrup -

Unter dem Titel „Zauber der Romantik“ eröffnete die Pianistin Nini Funke am Sonntag die Konzertsaison des Kulturringes.

Montag, 01.10.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 01.10.2018, 19:00 Uhr
Nini Funke eröffnete am Sonntag die Konzertsaison des Kulturringes.
Nini Funke eröffnete am Sonntag die Konzertsaison des Kulturringes. Foto: Rieke Tombült

„Zauber der Romantik“ lautete der Titel: Die Pianistin Nini Funke hat am Sonntag mit einem eingängigen Programm die neue Konzertsaison des Kulturringes der Stadt Ochtrup eröffnet. Dazu passte das romantische Ambiente von Haus Welbergen.

Heiter und hell ist die Stimmung in Franz Schuberts A-Dur-Sonate (D664), mit der die Pianistin das Publikum in die verwunschene Welt der romantischen Klaviermusik entführte: perlende Melodienketten, die auch nicht durch plötzlich auftauchende, wilde Oktavgänge getrübt wurden. Etwas zu schnell angegangen war das Finale, wodurch über manche musikalische Feinheiten hinweggehuscht wurde.

Epischer Fluss

Eine ganz andere Stimmung wurde in den Balladen (op.10) von Johannes Brahms deutlich: ein ausdrucksstarker epischer Fluss, gepaart mit dramatischen Einschüben. Wuchtig und eindringlich kam die Gestaltung der Edward-Ballade (op.10 Nr. 1) daher: Edward erschlägt auf Anraten seiner Mutter den Vater. Verbreitet die Ballade Nr. 2 zunächst eine nocturnehafte Stimmung, so lassen harte Oktavschläge und schneidende Dissonanzen im Mittelteil romantische Träumereien blitzartig verfliegen, eindrucksvoll von Nini Funke nachgezeichnet.

Auf das Ende des dramatischen Spuks folgte die poesievolle Arabeske op.18 von Robert Schumann. Schön ausphrasiert, in sanftem Schwung, war die perlende Melodik des Anfangssatzes. Die Mittelteile standen im harten Kontrast dazu.

Schemenhafter Kobold

Mit einer Auswahl aus den „Lyrischen Stücken“ von Edvard Grieg setzte die Pianistin einen gefälligen Schlusspunkt des ersten Teils. Edward Grieg hat da seine Stärken, wo er sich seiner norwegischen Heimat zuwendet. Schemenhaft ließ Nini Funke den „Kobold“ herumtollen. Troldhaugen hieß Griegs Landsitz. Die betriebsam-festvolle Stimmung des „Hochzeitstages auf Troldhaugen“ wusste die Pianistin stilvoll zu gestalten. Weniger eingängig wirkten da doch Stücke wie „Notturno“ oder „Melodie“, in denen sich Grieg auf dem Parkett des bürgerlichen Salons bewegt.

Dann folgte die C-Dur-Fantasie op.17, eines der bekanntesten Werke Robert Schumanns. Der Beginn: eine frei sich aufschwingende romantische Gebärde, aufwühlerische, wilde Begleitfiguren in der linken Hand. Nini Funke spielte das drängende Thema mit viel Schwungkraft. Etwas zu zügig kam das Marschthema des zweiten Satzes. Stimmungsvoll, versöhnlich der Ausklang – „langsam und getragen, durchweg leise zu halten“, so die Spielanweisung des Komponisten. Melancholie darf sich bei Robert Schumann schon mal einstellen. Zwei Zugaben (Debussy, Grieg) gab es mit auf den Nachhauseweg.

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