Ausbau zur Reparatur
Stauklappe wehrt sich

Ochtrup -

Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss dringend repariert werden. Die Firma Maier aus Oerlinghausen rückte jetzt an, um das Schwergewicht auszubauen und in die Werkstatt zu transportieren. Doch das stellte sich als schwieriger heraus als ursprünglich gedacht.

Donnerstag, 11.10.2018, 17:16 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.10.2018, 07:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 11.10.2018, 17:16 Uhr
Es wurde schon dunkel, als der Kran die tonnenschwere Stauklappe nach oben und auf den Lkw hievte.
Es wurde schon dunkel, als der Kran die tonnenschwere Stauklappe nach oben und auf den Lkw hievte. Foto: Martin Fahlbusch

Die Dunkelheit war schon über Langenhorst hereingebrochen, als sich die tonnenschwere Fracht endlich gen Himmel bewegte: Am Dienstag baute die Firma Maier die Stauklappe des Wehrs an der Vechte aus, um sie zur Reparatur in ihre Werkstatt nach Oerlinghausen zu transportieren. Doch das war alles andere als ein leichtes Unterfangen. Bis der Kran das gut sieben Meter lange Stahlkonstrukt auf den Lastwagen befördern konnte, mussten die findigen Mitarbeiter ganz schön tüfteln.

Die allerersten Vorarbeiten starteten schon in der vergangenen Woche. Da waren allerdings die Stadtwerke gefragt: Die Kollegen öffneten am Donnerstag die Stauklappe, um den Wasserstand abzusenken – Voraussetzung für die eigentlichen Arbeiten am Wehr. Die begannen dann am Montag: Die Firma Maier Wasserkraft rückte an und bereitete die Anlage für den Ausbau der Klappe vor. „Wir haben zum Beispiel die Führungen für den Dammbalkenverschluss montiert“, berichtet Chef Robert Loth am Dienstagnachmittag. Der sperrige Begriff steht für ein ebensolches Konstrukt: Die hölzerne Wand übernimmt in der Zeit, in der sich die Stahlklappe in Reparatur befindet, deren Aufgaben – hält also das Wasser bis zur üblichen Stauhöhe auf. „Die Klappe dient ja einerseits dem Schutz der Wasserlebewesen und der Uferböschungen“, erläuterte die Leiterin des städtischen Bauamts, Karin Korten, die am Dienstagnachmittag ebenfalls gespannt die Arbeiten in Lan­genhorst beobachtete. „Zum anderen sorgt sie auch dafür, dass der Grundwasserspiegel nicht absinkt – man nimmt ja an, dass die nahen Stiftsgebäude auf Pfählen stehen.“

Wichtig für die Langenhorster sei natürlich auch das Thema Hochwasserschutz, weiß Korten. Und der soll in der Zeit der Stauklappen-Reparatur weiterhin funktionieren: „Im Falle eines Hochwassers werden die Dammbalken gezogen“, erläutert Robert Loth. „Dann hat man praktisch den gleichen Querschnitt wie bei einer geöffneten Stauklappe.“

Die soll übrigens bis Ende des Monats wieder aus der Werkstatt zurückkommen – und dann wieder bestens in Schuss sein. „Dass sie dringend reparaturbedürftig ist, fiel bei einer Routinekon­trolle auf“, berichtet Karin Korten. Es hakte wortwörtlich. „Und ein einfaches Ruckeln an der Klappe barg das Risiko, dass sich plötzlich gar nichts mehr bewegt.“

Ausbau der Stauklappe in Langenhorst

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  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Anne Spill
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Anne Spill
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Anne Spill
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Anne Spill
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Anne Spill
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Anne Spill
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Anne Spill
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Anne Spill
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Anne Spill
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch
  • Die Stauklappe des Wehrs in Langenhorst muss repariert werden. Für den Transport in die Werkstatt baute die Firma Maier aus Oerlinghausen das Schwergewicht aus. Foto: Martin Fahlbusch

In der Werkstatt soll die aus dem Jahr 1967 stammende, mittlerweile an einigen Stellen deformierte Stahlwand wieder in Form gebracht und neu beschichtet werden. Auch die Hy­draulik des Langenhorster Wehrs muss noch ausgetauscht werden – das soll bis Ende dieses Jahres, Anfang des neuen Jahres geschehen sein, erläuterte Karin Korten.

Den hölzernen Übergangsverschluss hatten die Mitarbeiter der Firma am Dienstag schnell angebracht – ein Bypass sorgte übrigens dafür, dass das Wasser sich nicht allzu flott wieder aufstaute. Die gut drei Tonnen schwere Stauklappe von ihrem angestammten Platz hinauszubefördern, gestaltete sich indes langwieriger als gedacht.

„Einfach kann ja jeder“, schmunzelte Robert Loth am Dienstagabend um kurz nach 19.30 Uhr, als das Monstrum endlich auf dem großen Lkw festgezurrt werden konnte. Loths Mitarbeiter Alfred Lewig, Arthur Sznura und Andreas Pawin hatten eine ganze Menge kleinerer und zeitfressender Probleme lösen müssen, bevor Dominic Hendriks mit dem großen Kran der Firma Greving seinen Einsatz hatte. Einige Bolzen ließen sich nicht überreden, endlich nachzugeben, und mussten mühsam mit Spezialwerkzeug zur Aufgabe gezwungen werden. Und da die Stauklappe unterhalb eines vorstehenden Daches, das über das Wehr gebaut ist, in die Freiheit zu hieven war, kamen die Kran-Ketten den Dachrinnen gefährtlich nahe.

Vorher hatte übrigens Lkw-Fahrer Sven Hoffmann noch eine wichtige Idee: Alle Bolzen waren beseitigt, aber eine Lippe, in welche die bewegliche Klappe eingepasst war, wollte das Schwergewicht nicht ziehen lassen. Also kamen die kettenbewehrten Flaschenzüge diesmal nicht vertikal, sondern horizontal zum Einsatz und zogen so den tonnenschweren Koloss frei. Bis der dann aber aus der Wehröffnung unterhalb des angesprochenen Gebäudes endlich zum Abtransport auf den großen Lkw gewuchtet werden konnte, waren Fingerspitzengefühl, Geduld und Improvisationsgeschick nötig. Aber wie sagte eben noch Maier-Geschäftsführer Robert Loth: „Einfach kann ja jeder . . .“

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