Workshop Comiczeichnen
Flott aus dem Handgelenk heraus

Ochtrup -

Die Bleistifte sind angespitzt und die jungen Hobbyzeichner im Forum der Bücherei St. Lamberti ziemlich motiviert. Sie möchten das Comiczeichnen erlernen. Dazu haben sie während eines dreitägigen Ferien-Workshops im Rahmen des Kulturrucksackprogramms Gelegenheit.

Samstag, 20.10.2018, 17:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 20.10.2018, 17:00 Uhr
Ausdrucksstarke Charakterköpfe haben die Teilnehmer des dreitägigen Workshops mit spitzem Bleistift zu Papier gebracht.
Ausdrucksstarke Charakterköpfe haben die Teilnehmer des dreitägigen Workshops mit spitzem Bleistift zu Papier gebracht. Foto: Irmgard Tappe

Schritt für Schritt führen die Illustratoren Niklas Böwer und Oliver Kockmann die neun- bis 13-jährigen Mädchen und Jungen an die Techniken heran. Außerdem fungieren sie als Comicmodels ihrer Schüler.

Gerade sind die Kursteilnehmer damit beschäftigt, die Gesichter der beiden Illustratoren aufs weiße Zeichenblatt zu bannen. 15 Minuten haben sie Zeit. Denn beim Comiczeichnen, das haben sie inzwischen gelernt, wird flott aus dem Handgelenk heraus gearbeitet. Außerdem haben die Kursleiter ihnen erklärt, dass die Anatomie eine wichtige Grundlage für das Zeichnen von Comicfiguren ist.

„Am ersten Tag haben wir uns intensiv mit der Anatomie von Gesichtern auseinandergesetzt“, erzählt Niklas Böwer. An der Wand hängen einige Gesichter-Skizzen, auf denen sich je eine senkrechte und eine waagerechte Linie kreuzen. Es sind Hilfslinien, um ein Gefühl für die richtigen Proportionen zu bekommen, haben die Kids gelernt.

Die Zeichenblätter füllen sich mit Strichen, Linien, Schraffuren, aus denen sich zum Teil recht ausdrucksstarke Charakterköpfe entwickeln. Am Ende wird jedes Werk kritisch unter die Lupe genommen. Niklas Böwer – mal mit, mal ohne Doppelkinn und meistens mit wuseligem Haarschopf. Und Oliver Kockmann hin und wieder mit hoher Denkerstirn, aber immer mit Bart. Insgesamt sind die beiden Models mit sich und ihren Schülern zufrieden. „Ach, danke, sehr schön. Ziel erreicht, man kann uns erkennen“, bemerken sie schmunzelnd.

Da besteht Ähnlichkeit: Die Teilnehmer haben die Workshopleiter Niklas Böwer (l.) und Oliver Kockmann gezeichnet.

Da besteht Ähnlichkeit: Die Teilnehmer haben die Workshopleiter Niklas Böwer (l.) und Oliver Kockmann gezeichnet. Foto: Irmgard Tappe

Zu jedem Kopf gehört natürlich ein Körper. Und um den geht es in der nächsten Runde. Anatomie und Proportionen spielen auch dabei eine wesentliche Rolle. Damit keine utopischen Figuren dabei herauskommen, gilt es, die Figur vom Scheitel bis zur Sohle in vier Abschnitte zu teilen. So hat es schon Leonardo da Vinci gemacht.

Mit Eifer sind die Kinder bei der Sache. Die Workshopleiter schauen jedem Einzelnen über die Schulter und geben Tipps. „Nicht mit dem Lineal arbeiten. Aus freier Hand und locker“, erklärt Oliver Kockmann. Die Figuren nehmen Gestalt an. „Versuch doch mal, diesen wunderbaren Mann weiter auszuarbeiten“, rät Niklas Böwer einem Schüler. Der Junge spitzt den Bleistift, überlegt kurz und drapiert seiner Comicfigur Strich für Strich eine Schlapphose rund ums Bein . . .

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