Rettungshelferin „Auf Schalke“
Manuela Höing fiebert still für Königsblau

Ochtrup -

Ihr Herz schlägt für die Königsblauen. Manuela Höing ist Schalke-Fan und fährt regelmäßig in die Arena „Auf Schalke“. Jubeln darf sie dort aber nicht – zumindest nicht, wenn sie im Dienst ist.

Samstag, 27.10.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 27.10.2018, 06:00 Uhr
Manuela Höing ist seit über 20 Jahren Stammgast „Auf Schalke“. Ihre Dauerkarte ist allerdings nicht gekauft, sondern vom DRK ausgestellt. Die 50-jährige Ochtruperin ist bei den Heimspielen der Königsblauen Rettungshelferin.
Manuela Höing ist seit über 20 Jahren Stammgast „Auf Schalke“. Ihre Dauerkarte ist allerdings nicht gekauft, sondern vom DRK ausgestellt. Die 50-jährige Ochtruperin ist bei den Heimspielen der Königsblauen Rettungshelferin. Foto: Irmgard Tappe

„Das haben wir im Anschluss an die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bekommen. Als Dankeschön für unsere Einsätze“, sagt Manuela Höing und zieht ein Trikot mit Autogrammen von Nationalspielern aus der Tasche. Fünf WM-Spiele hat die Ochtruperin damals live in der Schalke-Arena erlebt. „Das war schon ein tolles Gefühl“, blickt sie auf dieses Ereignis zurück. Die 50-Jährige mag das Stadion in Gelsenkirchen. Auch Vereins-Maskottchen „Erwin“ ist ihr vertraut, und die Arena kennt sie fast so gut wie ihr heimisches Wohnzimmer. Kein Wunder. Manuela Höing war in den vergangenen zwei Jahrzehnten rund 500 Mal dort. „Da gehört man schon dazu.“ Die Ochtruperin engagiert sich seit 1997 als ehrenamtliche DRK-Rettungshelferin „Auf Schalke“: „Eine DRK-Kollegin hat mich damals gefragt, ob ich nicht Lust zu solchen Einsätzen hätte. Das hat mich natürlich gereizt. Nicht nur, weil ich den Fußballsport mag. Auch die Herausforderung dieser Aufgabe interessierte mich.“

Mit Schalke-Maskottchen „Erwin“ ist Manuela Höing bestens bekannt.

Mit Schalke-Maskottchen „Erwin“ ist Manuela Höing bestens bekannt. Foto: Ulrike Postmeier

Mit einem neunköpfigen Team aus dem DRK-Kreisverband Steinfurt fährt die Ochtruperin ins Stadion der Knappen. Die Helfer unterstützen den DRK-Kreisverband Gelsenkirchen. Sie leisten dort jedoch nicht nur während der Fußballspiele Sanitätsdienst. Auch bei Konzerten und anderen Veranstaltungen „Auf Schalke“ sind sie vertreten.

Wenn die Sanitäter bei einem Fußballspiel die ersten sind, die ins Stadion kommen und die letzten, die es verlassen, kommen sie summa summarum auf rund acht Stunden. „Aber ich sehe das als Hobby. Es macht mir einfach Spaß. Außerdem habe ich durch diese vielfältigen Einsätze eine Menge gelernt. Und wir erfahren auch sehr viel Wertschätzung“, sagt die DRK-Helferin.

Sofern sie es mit ihrem Beruf als Einzelhandelskauffrau vereinbaren kann, ist Manuela Höing bei Einsätzen dabei. Seitens der Familie gibt es keine Probleme. Ihr Mann – ebenfalls beim Roten Kreuz in Horstmar aktiv – stärkt ihr den Rücken.

Am liebsten Einsätze bei Fußballspielen

Am liebsten sind der Och­truperin Einsätze bei Fußballspielen. Ihre Gruppe ist dann für das nördliche Spielfeld und die Nordkurve zuständig. „Wir sitzen ganz unten am Spielfeld. Vor uns positionieren sich die Kameraleute und Fotografen“, beschreibt sie den Standort, an dem die DRK-Teams das Geschehen auf dem Rasen und auf den Rängen stets im Blick haben. „Falls der Ernstfall eintritt, müssen wir prompt zur Stelle sein. Wichtig ist dann, dass man uns einen Weg frei macht. Aber das klären wir im Vorfeld ab“, sagt die 50-Jährige, die schon mit vielen Verletzungen und Notfällen konfrontiert wurde – von Reanimationen bis Knochenbrüche war alles dabei.

Höing erzählt vom Ablauf der Einsätze, die durch die Einsatzleitung koordiniert werden. Auch das Publikum sei sehr aufmerksam. „Wenn die Fans in der Nordkurve zum Beispiel ‚Sani’ rufen, eilen wir herbei. Die Fans machen Platz und zeigen uns den Weg.“

Wunderheilung auf der Trage

Beim Einsatz auf dem Spielfeld, fährt sie fort, würden sich zunächst Mannschaftsarzt und Physiotherapeut um den verletzten Spieler kümmern. Die DRK-Helfer stehen dann aber bereits mit einer Trage in den Startlöchern. „Der Schiedsrichter gibt uns ein Zeichen, sobald wir benötigt werden, was aber nicht immer der Fall ist“, sagt die Ochtruperin. Mitunter komme es auch zur „wundersamen Heilung auf der Trage“, spricht sie schmunzelnd die schnelle Genesung von manch „verletztem“ Kicker an.

Auch als der FC Schalke 04 2001 vier Minuten lang Deutscher Meister war, tat Manuela Höing Dienst im Stadion. Der Jubel war groß. Doch dann kamen die Tränen, als die Fans erfuhren, dass der FC Bayern ihren Traum platzen ließ. „Aber die Schalker waren die Meister der Herzen“, sagt Manuela Höing. Sie macht keinen Hehl daraus, dass sie ein Schalke-Fan ist. Klar, dass sie im Stadion gern in die Anfeuerungs- oder Jubelrufe einstimmen möchte. Doch das ist den Leuten vom DRK-Sanitätsdienst nicht erlaubt. Da heißt es, sich neutral zu verhalten, lautlos in sich hineinzufiebern und die Augen aufzuhalten, ob sie gebraucht werden.

Manuela Höing in der Veltins-Arena.

Manuela Höing in der Veltins-Arena. Foto: Matthias Postmeier

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