„Running Artists“
Erschreckt, amüsiert und beseelt

Ochtrup -

Von Gruselgeschichten über Dudelsack- und Salonmusik bis hin zu Poetry-Slam reichte diesmal das Spektrum bei der privaten Kleinkunstaktion „Running Artists“ in Ochtruper Wohnzimmern.

Freitag, 02.11.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 02.11.2018, 19:00 Uhr
Klaus Oestreich ließ den Sack dudeln.
Klaus Oestreich ließ den Sack dudeln. Foto: Martin Fahlbusch

Haben Buchhändler mitunter doch eine schwarze Seele, beseelt sie gar kriminelle Energie, oder ist es nur die bekannte dunkle Seite alles Menschlichen? Diese quälende Frage durfte sich am Halloween-Abend stellen, wer den umtriebigen Markus Bünseler bei Rezitationsauftritten in vier Ochtruper Wohnzimmern verfolgte. Immer wieder breitete er genüsslich die „erschröckliche“ Geschichte von Edgar Allen Poe vor einer mitunter erschreckten Zuhörerschaft aus: die Geschichte, wie ein gewisser Montrésor einen Zeitgenossen, der ihm allen Anschein nach heftig auf den berühmten Zeiger gegangen ist, mit dem Versprechen auf ein Fass Amontillado-Wein zur Karnevalszeit in Venedigs Katakomben lockt. Er macht dort seinen Gegner Fortunator willenlos, legt ihn in Ketten, mauert ihn obendrein ein und häuft Gebeine vor die Steinwand.

Das ging ja gut los bei der dritten Auflage des privaten Kleinkunstprojekts „Running Artists“, bei dem die Künstler in vier gut besetzten Wohnzimmern vorbeischauten, wo eine spontane Gästeschar von den Hausherren zum bunten Anti-Halloween-Spektakel zusammengewürfelt wurde. Nach dieser Meucheltat mussten die Gäste erst mal etwas knabbern, trinken und quatern, bis Klaus Oestreich vor ihnen eine völlig neue Seite von Hausmusik aufblätterte. Der Hiltruper mit der schottischen Seele und dem blickdichten Kilt ließ den Sack dudeln, dass es eine Art war, und hatte noch Unterhaltsames über sein Mehr-Pfeifen-Instrument parat. Und da auch der Neigungsschotte sparsam denkt, ließ er sich den nötigen Wind für seinen Dudelsack vom Publikum zupusten.

Kleinkunstprojekt „Running Artists“

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  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch
  • In vier Wohnzimmern waren Klaus Oestreich, Markus Bünseler, das Duo „Lapis Lazuli“ und Kirsten Sicking zu Gast. Foto: Martin Fahlbusch

Ganz anders dann das Duo „Lapis Lazuli“ – eine deutsch-niederländische Partnerschaft mit Geige und Gitarre, die einen quirligen Beweis dafür ablieferte, dass zwischen Küchenmoritaten von Hunden und Hasen, fetzigem Tango und wiegendem Bossa-Nova eigentlich keine musikalischen Grenzen stören – und schon gar nicht Uta Preckwinkel und Paul Driessen selbst, die sich noch beim Spielen über Tonart und Stück einigten. Verrückt!

„Verachtet mir die Lehrerinnen nicht!“ – So lautete der vielbeklatschte Merksatz nach Kirsten Sickings Poetry-Feuerwerk, das sich Bissigem und der verunsicherten Männlichkeit mit vielen Spitzen amüsant und kenntnisreich widmete. Und das alles mit Tempo, Pfeffer und Reim.

Eine letzte Überraschung gab es zum Schluss. Alle plaudernden Wohnzimmer-Besatzungen fanden sich noch vor Mitternacht im „Beltman’s“ ein. Und siehe, es waren fast 100 begeisterte Kleinkunstbeseelte – auch Buchhändler Markus Bünseler hatte inzwischen an der Seite von Mitorganisatorin Tanja Konermann sein bewährtes Lächeln wiedergefunden . . .

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