Konzert in der Villa Winkel
Ein vergnüglicher Musikgenuss

Ochtrup -

„Cellikatessen – Klangzauber“ hatten Annemieke Schwarzenegger (Violoncello) und Bernhard Bücker (Klavier) ihr Programm betitelt. Dahinter verbarg sich ein bunter Mix klassischer Ohrwürmer, der dem Publikum am Sonntagabend in der Villa Winkel einen vergnüglichen, entspannten Musikgenuss bescherte.

Montag, 05.11.2018, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 05.11.2018, 20:00 Uhr
Bernhard Bücker und Annemieke Schwarzenegger präsentierten sich als eingespieltes Team.
Bernhard Bücker und Annemieke Schwarzenegger präsentierten sich als eingespieltes Team. Foto: Irmgard Tappe

Locker und charmant, gespickt mit mancher Anekdote, führte Bernhard Bücker durch das Programm.

Das Duo hatte sich aus umfangreicheren Werken die Klangpralinen herausgepickt. Lediglich zu Beginn stand mit der Suite D-Dur des französischen Gambisten Louis de Caix d’Hervelois ein komplettes Oeuvre auf dem Programm – nun, es ist mit allen fünf Sätzen kürzer als ein einziger Satz aus einer Beethoven-Sonate. Das Duo profilierte sich gleich als gut eingespieltes Team.

Dann folgte ein Jahrhundertsprung durch die Musikgeschichte: Astor Piazollas „Ave Maria“ (Tanti anni prima). Viel Sentiment legte die Cellistin in die Nachzeichnung dieser Filmmusik, womit man immer noch die unvergessliche Claudia Cardinale verbindet.

Hierzulande kaum bekannt ist der holländische Komponist Daniel van Goens (1858-1904). Sein Scherzo op.12 ist ein rasantes Stück, in dem Annemieke Schwarzenegger in beeindruckender Weise ihre technische Perfektion zeigen konnte.

Es folgten zwei Werke, in denen auch der Pianist sich als außerordentlich zuverlässiger Begleiter profilierte. Zunächst das Rondo aus Ludwig van Beethovens Cellosonate op. 5 Nr. 2: ein kraftvolles, aber auch differenziertes Spiel des Pianisten, der sich zum Schluss fast konzertmäßig in den Vordergrund spielen durfte, immer in perfekter Balance mit dem klangvollem Celloton.

Aus nur vier Tönen gestaltet Dimitri Schostakowitsch das Scherzo (2. Satz) aus sei-ner Cellosonate op. 40. Plastisch, dynamisch, temperamentvoll: Eindrucksvoll zelebrierte das Duo den Satz, in dem noch das Flageolettspiel des Cellos im Mittelteil einen besonderen Akzent setzte.

Vier Evergreens von George Gershwin führten wieder in leichtere Gefilde der Musik. In „Summertime“ zeigte die Cellistin, dass sie auch im Jazzgenre zu Hause ist.

Herbstwetter ist schon angesagt, aber das Duo entführte mit „Primavera portena“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von Piazolla in den Frühling von Buenos Aires. Zum Schluss gab es viel Beifall und eine Zugabe. „Faszination Klassik“, kann man da nur sagen.

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