„Miteinander“ lädt nach Umzug zum Tag der offenen Tür ein
Wieder unterm alten Dach

Ochtrup -

Der Verein „Miteinander“ ist umgezogen: Von der Bültstraße ging es in das frühere DRK-Zentrum. Dort war die Flüchtlingsberatungsstelle schon früher einmal beheimatet. Die neugestalteten Räume können sich Interessierte bei einem Tag der offenen Tür ansehen.

Dienstag, 06.11.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 06.11.2018, 06:00 Uhr
Während Mohammed spielt, übt sich seine Mutter in der deutschen Sprache – beim Café von „Miteinander“. Der Saal im Obergeschoss des ehemaligen DRK-Zentrums an der Piusstraße bietet Platz für beides.
Während Mohammed spielt, übt sich seine Mutter in der deutschen Sprache – beim Café von „Miteinander“. Der Saal im Obergeschoss des ehemaligen DRK-Zentrums an der Piusstraße bietet Platz für beides. Foto: Anne Spill

Der kleine Mohammed hat die Spielküche für sich entdeckt. Oh, da leuchtet ja etwas, wenn ich die roten Knöpfe drücke! Während sich der Einjährige am Herd ausprobiert, sitzt seine Mutter ein paar Meter weiter in einer Runde mit anderen Frauen. Bei einer Tasse Kaffee tauscht sich die bunte Gruppe – die Damen stammen aus Deutschland, Afghanistan, dem Libanon und dem Irak – über alltägliche Dinge aus: Haustiere, der anstehende Umzug, das kürzlich geborene Enkelkind.

„Wir haben uns schon ein bisschen verquatscht“, stellt Christa Möllers nach einer Weile lachend fest. Die zweite Vorsitzende von „Miteinander“ betreut an diesem Dienstag das Sprachcafé für Frauen. Die Teilnehmerinnen können – wie Mohammeds Mutter – zu dem Angebot auch ihre Kinder mitbringen. Während die Frauen sich unterhalten, beschäftigten sich die Kleinen mit jeder Menge Spielzeug, Bilderbüchern und Kuscheltieren. Der Saal bietet Möglichkeiten für beides.

Die Heimat des Sprachcafés ist der große Raum allerdings erst seit Kurzem. Denn „Miteinander“ ist vor wenigen Wochen umgezogen: aus dem früheren Sozialamt an der Bültstraße in das ehemalige DRK-Zen­trum an der Piusstraße. Damit ging es sozusagen zurück in bekannte Gefilde. Denn im Rot-Kreuz-Obergeschoss hatte der Verein bereits ein gutes Jahr lang von März 2015 bis April 2016 seine Bleibe. Als nun das Haus an der Bültstraße verkauft wurde, fiel die Entscheidung, zurückzukehren.

Allerdings sah es „da oben“ früher noch ein bisschen anders aus, wie sich der heutige Vorsitzende Ferdi Bäumer gut erinnert. Viel Platz, aber wenige Zimmer standen „Miteinander“ seinerzeit zur Verfügung. Die Beratung der Flüchtlinge fand quasi in einem Großraumbüro statt – alles andere als eine optimale Lösung. Mithilfe von eingezogenen Wänden sind nun kleine Zimmer entstanden, in denen die Mitarbeiter und Dolmetscher die Ratsuchenden empfangen. „Da hat uns die Verwaltung sehr unterstützt“, lobt Ferdi Bäumer das Engagement der Stadt. Der besagte Saal nebenan bietet sich indes für die Projektarbeit des Vereins an: das Sprachcafé oder die Eltern-Kind-Gruppe etwa.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter – hier Annemarie Möhring – beraten Flüchtlinge in kleinen Einzelbüros. Unterstützung bekommen sie von Dolmetschern.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter – hier Annemarie Möhring – beraten Flüchtlinge in kleinen Einzelbüros. Unterstützung bekommen sie von Dolmetschern. Foto: Anne Spill

Wie es bei „Miteinander“ aussieht, davon können sich Interessierte übrigens auch selbst ein Bild machen. Denn der Verein lädt nach dem gewuppten Umzug zu einem Tag der offenen Tür ein: Am 24. November (Samstag) von 15 bis 18 Uhr ist die Bevölkerung eingeladen, sich das neue Zuhause von „Miteinander“ anzusehen. „Auch der Bürgermeister und Vertreter der Kirchengemeinden kommen, um die Räume offiziell einzuweihen“, stellt Ferdi Bäumer in Aussicht.

Das Team des Vereins hat sich derweil schon recht gut eingelebt, und auch die „Kunden“ fühlen sich offenbar ganz wohl: „Es ist schön hier“, sagt eine der Frauen, die beim Sprachcafé zusammensitzen. Und der kleine Mohammed, der weiter seelenruhig in der Spielküche „kocht“, findet es sowieso prima . . .

Die Arbeit von „Miteinander“

Die Kernaufgabe des Vereins ist die Beratung von Flüchtlingen zu den Themen Asylverfahren, Aufenthalt, soziale Situation, Gesundheit, Arbeitsaufnahme und -vermittlung sowie zu sonstigen Behördenangelegenheiten. Den hauptamtlichen Mitarbeitern Annemarie Möhring und Corinna Rüschoff stehen dabei drei Dolmetscher zur Seite. Die offenen Beratungszeiten sind montags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 13 Uhr, weitere Termine nach Vereinbarung. Zudem bietet „Miteinander“ einige Projekte an. An der Pius­straße findet dienstags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 12 Uhr das statt (Ansprechpartner: Frank Löpenhaus). Die trifft sich mittwochs und freitags von 15 bis 17 Uhr. Die befindet sich an der Gronauer Straße 6. Dort kann jeder Bürger gespendete Kleidung sehr günstig erwerben. In der im Keller des Hauses Pröpstinghoff 11 sind gespendete Fietsen für jedermann erhältlich.

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