Eröffnung der Kulturtage mit Ausstellung von Renate Wellers
Keine Scheu vor Experimenten

Ochtrup -

Mit ihrer Ausstellung „Farbspiele in Acryl“ hat die Künstlerin Renate Wellers am Montagabend die Ochtruper Kulturtage eröffnet.

Mittwoch, 07.11.2018, 05:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.11.2018, 05:00 Uhr
Renate Wellers verbindet in ihrer Arbeit verschiedene Techniken, Motive und Materialien.
Renate Wellers verbindet in ihrer Arbeit verschiedene Techniken, Motive und Materialien. Foto: Sabine Sitte

Im Foyer der Bücherei St. Lamberti empfingen zwei barocke Damen die Gäste: „Lucia“ lächelte verhalten, und „Sybille“ sah mit abwesendem Blick in die Ferne. Mit ihrer Ausstellung „Farbspiele in Acryl“ hat die Künstlerin Renate Wellers am Montagabend die Ochtruper Kulturtage eröffnet. Die beiden charmanten Porträts der Damen auf Leinwand sind Teil einer facettenreichen Werkschau.

„Wir wollen mit Hilfe von Kunst und Kultur der Stadt so etwas wie eine Seele geben“, begrüßte Bürgermeister Kai Hutzenlaub die zahlreichen Gäste. Kulturarbeit solle und dürfe nicht im lokalen Rathaushorizont gefangen und einer besonderen, elitären Klientel verpflichtet sein. „Mit einer ‚Kultur für alle’ möge der manchmal abenteuerliche Spagat zwischen Elitärem und Populärem gewagt sein“, sagte Hutzenlaub.

Zur Ausstellungseröffnung fanden sich viele Gäste ein.

Zur Ausstellungseröffnung fanden sich viele Gäste ein. Foto: Sabine Sitte

Ein bisschen ähnelt Renate Wellers Ausstellung gleichwohl einem eher beeindruckenden als abenteuerlichen Spagat zwischen verschiedenen Techniken, Motiven und Materialien. Neben klassischen Porträts und stilisierten Köpfen finden sich experimentelle, abstrakte Arbeiten, freie und informelle Malerei, grafische Elemente und unzählige Tiermotive: eine Gruppe Pferde in bloßer Kontur, daneben ein wilder Stier, der aus dem Bild zu stürmen scheint; Fische und immer wieder Vögel. Sie breiten ihre Schwingen aus und fliegen davon oder tauchen wie der Eisvogel im Sturzflug in das Wasser hinab.

Renate Wellers Bilder überraschen in ihrer Vielfalt: Ihre Winterlandschaften strahlen unnahbare Weite aus, andere Arbeiten sind von zarter Fragilität oder aufgebrochener Dynamik. Eine erstaunliche Fülle, da die meisten Werke erst in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind. Gemalt und gezeichnet hat die Ochtruper Künstlerin schon immer, nun aber – mit 69 Jahren – den Studienabschluss der Malerei und Grafik des IBKK Bochum frisch in der Tasche. Doch sie ist längst nicht fertig mit dem Ausprobieren: „Ich kann mich nicht so festlegen“, sagt sie über sich selbst. Renate Wellers hat keine Scheu vor experimentellem Materialmix. Sie verbindet Acrylfarbe mit Bitumen, Kunstlack, Sand oder gar Maulbeerbaumrinde; schiebt Schichten reliefartig zusammen, überlagert und plastiziert. Und sie ritzt. Mit einem Malmesser bearbeitet Renate Wellers die Bildoberflächen, zeichnet Konturen ein und schafft so eine vereinfachte Figürlichkeit, die dennoch sehr lebhaft und ausdrucksstark ist.

Laudator Guido Dahl, gleichwohl auch Organisator der Kulturtage, bat um das besondere Augenmerk für die Arbeit der Künstlerin: „Im Leben kommt alles auf die Perspektive an, in der man steht und aus der man deutet. (…) Wir dürfen uns mit dem Anschauen der Bilder nicht begnügen, sondern sollten hineinsteigen.“ Denn: Kunst sei für den Betrachter auch Anstrengung und Mühe; Schönes wolle zuallererst gefunden, dann erarbeitet und verarbeitet werden. „Wesentlich ist das Darunter.“ Bürgermeister Kai Hutzenlaub wünschte allen Besuchern „die Sinnfülle der abstrakten und konkreten Gemälde der Künstlerin Wellers auf sich wirken zu lassen“.

Für die Bewirtung während der Veranstaltung sorgte das Mitarbeiterteam des anliegenden Cafés „Knitterfrei“. Die Ausstellung kann während der regulären Öffnungszeiten der Bücherei St. Lamberti besucht werden.

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