Geplantes Multifunktionsgebäude am Schulzentrum
Ausschuss hält am Beschluss fest

Ochtrup -

Viel getan hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten in der Ochtruper Schullandschaft. So viel, dass die Stadtverwaltung das geplante Multifunktionsgebäude jetzt erneut zur Debatte stellte.

Freitag, 09.11.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 06:00 Uhr
Am Schulzentrum soll ein Multifunktionsgebäude entstehen.
Am Schulzentrum soll ein Multifunktionsgebäude entstehen. Foto: Anne Eckrodt

In Abstimmung mit den drei Schulleitungen schlug sie vor, stattdessen über Anbauten nachzudenken. Mit dieser Empfehlung beschäftigte sich am Mittwochabend der Ausschuss für Bildung und Sport. Doch der machte gleich klar: Das ist für ihn keine Option.

Das Gymnasium will nach und nach zu G 9 zurückkehren, was einen zusätzlichen Jahrgang mit sich bringt, aber weniger Nachmittagsunterricht. Die Realschule zählt immer mehr Klassen, an der Hauptschule sinkt die Schülerzahl dagegen. Kinder, die erst noch genügend Deutsch lernen müssen, gibt es übergreifend immer weniger, dafür wächst vor allem an der Realschule die Zahl der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Und die Lehrerzimmer werden für die wachsenden Kollegien zu klein.

Eine Menge ist also in Bewegung. Die Verwaltung hat sich daher erneut mit den drei Leitern zusammengesetzt und über den Raumbedarf diskutiert. Mit dem Ergebnis, dass die drei Schulen zwar durchaus unterschiedliche Lösungen favorisieren, sich aber schlussendlich auf eine gemeinsame Linie einigten: Sie erklärten zusammen, dass „die Möglichkeit von Anbauten an die bestehenden Gebäudesubstanzen weiter verfolgt werden soll“.

Die Verwaltung schlug der Politik daher nun vor, den bestehenden Beschluss des Stadtrates aufzuheben. Dieser hatte entschieden, zur Realisierung eines Multifunktionsgebäudes auf Basis eines Beteiligungsverfahren und der Anforderungen der drei Schulen einen Architektenwettbewerb durchzuführen, der durch ein Fachbüro begleitet wird.

Nun zurückzurudern, kam für die Mitglieder des Ausschusses mehrheitlich nicht in Frage. „Ein Multifunktionsgebäude eröffnet viel mehr Möglichkeiten und bietet größere Flexibilität – auch für die Zukunft“, befand Josef Hartmann (SPD). Ins gleiche Horn stieß Barbara Kuhls-Mahlitz (CDU): „Wie ist das Elternverhalten bei G 9? Werden die Anbauten reichen? Das ist alles hochspekulativ“, erklärte sie.

Auch die Grünen wollten lieber an dem Multifunktionsgebäude festhalten, wie auch die FDP – wenn Hermann Holtmann auch eine Gegenüberstellung der Kosten fehlte.

Den Freien Wählern war unter anderem das „damit verbundene pädagogische Konzept“ wichtig, wie Petra Schulte-Mesum herausstellte. „Die Schulen sollen mehr zueinander finden.“ Das gemeinsam genutzte Gebäude könne dafür die Plattform bilden. „Bei den Schulen muss aber der Wille vorhanden sein.“ Peter Grus, Leiter des Gymnasiums, entgegnete, dass die Zusammenarbeit nicht an einem Gebäude hänge, sondern vielmehr an gemeinsamen Konzepten, die es voranzutreiben gelte. „Und da sind wir bereits auf einem guten Weg.“ Was die Raumfrage betreffe, sei es den Schulen wichtig, „dass es möglichst vorangeht“.

Am Ende votierte der Ausschuss fast geschlossen – mit einer Ausnahme – gegen den Vorschlag der Verwaltung, den Beschluss aufzuheben. Der Bau des Multifunktionsgebäudes soll nach seinem Willen also weiter verfolgt werden. Am 13. Dezember (Donnerstag) beschäftigt sich der Rat noch einmal mit dem Thema.

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