Feier auf dem Kirchplatz
Ein Laternenmeer für St. Martin

Ochtrup -

Wochenlang haben sie geschnibbelt, geklebt, gebastelt und dekoriert. Stolz wie Bolle trugen die Mädchen und Jungen denn auch am Sonntagabend ihre bunten Laternen vor sich her.

Montag, 12.11.2018, 12:38 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 12.11.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 12.11.2018, 12:38 Uhr
Auf einem Pony präsentierte sich St. Martin der wartenden Kinderschar. Die Treppenanlage vor der Kirche bot die Bühne.
Auf einem Pony präsentierte sich St. Martin der wartenden Kinderschar. Die Treppenanlage vor der Kirche bot die Bühne. Foto: Menzel

Und es war ein buntes Spektrum kindlicher Fantasie, die da liebvoll zur Schau getragen wurde: pastellfarbene Einhörner, wilde Tiere , aber auch die Helden der Kindheit fanden ihr Abbild als leuchtende Kreation.

Zum ersten Mal hatte in diesem Jahr nicht jeder der Ochtruper Kindergärten das traditionelle Martinsspiel für sich allein organisiert, die Einrichtungen katholischer und evangelischer Konfession hatten sich zu einer gemeinsamen Veranstaltung auf dem Lambertikirchplatz zusammengeschlossen. Eine Premiere, die auf Anhieb eine große Resonanz fand.

Schon auf dem Weg zur Kirche – mit einem beeindruckenden Sternenmarsch von allen Einrichtungen aus – hatte der Nachwuchs das bekannte Lied auf den Lippen: „Ich geh‘ mit meiner Laterne, ...“ summte ein Bub ununterbrochen vor sich hin. „So langsam müsstest Du den Text aber können“, schmunzelte die Mutter. „Nein, bis gleich, wenn ich meine Freunde sehe, vergesse ich ihn wieder“, hörte sie als Antwort. Und im zweiten Satz: „Ich geh‘ mit meiner Laterne, ...“ Besonders unter den jüngsten Kindern war die Aufregung nicht zu übersehen. Für viele der dreijährigen Kita-Kids war dieses Martinsfest vermutlich das erste, das sie nun bewusst erlebten.

Und dann war es schließlich soweit: die Mädchen-Messdiener eröffneten das Spiel – und besonderen Eindruck machte in diesem Moment natürlich auch das Pony. „Das ist ja wirklich echt“, vermochte es ein kleines Mädchen gar nicht zu glauben. „Ob ich das einmal streicheln darf?“ Der Vater lächelte – und riet allerdings von dem Vorhaben ab: „Wenn das alle Kinder hier machen würden, dann käme ja die Geschichte um St. Martin zu kurz. Und das wollen wir doch auch nicht.“ Nun gut, das Zuschauen hatte natürlich auch seinen Reiz.

Der Heilige St. Martin, der auf seinem Pferd durch die Stadt reitet, dann auf den Bettler trifft. Der sitzt zitternd und frierend im Schnee. Ihm ist kalt, er hat kaum Kleidung am Körper. Im Gegensatz zu Martin, der in einen langen, wärmenden Mantel gehüllt ist. Martin hat Mitleid mit dem Mann zu seinen Füßen. Und teilt seinen Mantel mit ihm.

Teilen war auch die Botschaft, die im Anschluss an die Eltern und Kinder bei der Brezelausgabe gerichtet war. Für jede Familie war von den Organisatoren eine Brezel bestellt – und ausgegeben worden.

Der Regen hatte zumindest kurzfristig eine Pause eingelegt, so dass die Akteure auf der Treppenanlage halbwegs trocken das Martinsspiel über die Bühne bringen konnten. Erst als die Moderatoren, die Pastoralreferentin Anja Möllers, Pastor Stefan Hörstrup sowie Kindergarten-Verbundleiterin Annette Holtmann zum Schlussgebet aufriefen („Wir bitten Gott, dass wir ein wenig so werden wie Martin und ebenfalls ein kleines Licht in die Welt bringen.“) setzte das kalte Nass von oben wieder ein.

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